Activision Blizzard - Bilanz - Erstes gemeinsames Quartal mit Verlust

Starker Umsatz deutet aber eine rosige Zukunft an.

von Christian Merkel,
06.11.2008 11:54 Uhr

Die neu vereinte Spielefirma Activision und Blizzard hat mittlerweile ihr erstes Quartal (Juli bis September 2008) als Firma absolviert. Dazu gibt es jetzt die ersten Geschäftszahlen, die allerdings nur bei den Umsatzzahlen aussagekräftig sind. So erreichte der Umsatz im ersten gemeinsamen Quartal eine Höhe von 711 Millionen US-Dollar. Zum Vergleich: Electronic Arts konnte im letzten Geschäftsquartal 894 Millionen US-Dollar einnehmen. Dem hohen Umsatz von Activision Blizzard steht auch ein Verlust von 108 Millionen US-Dollar gegenüber. Im vergleichbaren Vorjahresquartal haben sowohl Vivendi Games als auch Activision einen Gewinn eingefahren. Die aktuellen Verluste erklärt die Geschäftsführung mit hohen Kosten der Restrukturierung und vielen Aktienoptionen, die aufgelöst werden mussten.

Besonders möchte Activision Blizzard den Erfolg von Guitar Hero herausstellen. Laut eigenen Angaben seien die Musikspiele die Marke mit den meisten Verkäufen in diesem Jahr in den USA. Alleine die Guitar-Hero-Version für Nintendo DS sei das Spiel gewesen, dass sich für seine Plattform im September-Quartal am besten verkauft habe. Ansonsten konnte der Hersteller noch mit Star Wars: The Force Unleashed von LucasArts, das Activision Blizzard außerhalb der USA vertreibt, große Umsätze erzielen.

World of Warcraft ist natürlich nach wie vor eine Bank: 271 Millionen US-Dollar Umsatz erzielte das Online-Rollenspiel. Damit ist das World-of-Warcraft-Geschäft ähnlich groß wie das Geschäft mit Konsolenspielen bei Activision Blizzard. Übrigens: Von den Leuten, die in den letzten Monaten bei der Kündigung ihres Abonnements Age of Conan als Grund angegeben haben, haben laut Angaben des Herstellers 68 Prozent ihren Account wieder reaktiviert. Bei Warhammer Online seien dies bislang 46 Prozent gewesen.

In Zukunft setzt Activsion Blizzard weiter auf ihre Erfolgstitel: Für 2009 bestätigte die Firma auf der Telefonpressekonferenz zu den Geschäftszahlen mehrere Guitar-Hero-Spiele, ein neues Bond-Spiel, mehrere Call-of-Duty-Titel und Filmumsetzungen wie Monsters vs Aliens und Wolverine. Vier neue Marken sollen auch entstehen, darunter Singularity und und Prototype. Bizarre Creations arbeitet außerdem an einem Rennspiel für Activision.

Die Spiele von Vivendi Games wie der 50 Cent-Nachfolger und Ghostbusters hat Activsion Blizzard, wie schon länger bekannt ist, fallengelassen. Als Grund nennt die Geschäftsführung, dass man die Titel nicht genug ausbeuten könne. Der Chef des Unternehmens Bobby Kotick gibt da auch gewisse Merkmale an, die die Spiele für die Übernahme erfüllen mussten. So sollten es Spiele sein, die jährlich auf vielen Plattformen Nachfolger bekommen können und insgesamt einen Wert von mindestens 100 Millionen US-Dollar haben.


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