Akte X – Jenseits der Wahrheit - Filmrezension

Den zweiten Akte-X-Kinofilm gibt es jetzt als DVD und Blu-ray. Gamepro hat sich den Silberling angeschaut und sagt euch, ob der Kauf lohnt.

von Jan Walenda,
05.12.2008 15:36 Uhr

Ein kauziger FBI-Agent, der an Aliens glaubt, eine Partnerin, die sich vor jeglichem Übersinnlichen verschließt und eine allumfassende Verschwörung von Staat und Außerirdischen – das waren die Grundzutaten für die 1993 erschienene Erfolgsserie »Akte X: Die unheimlichen Fälle des FBI« (engl. »The X-Files«). Die Mystery-Reihe um Fox Mulder (David Duchovny) und Dana Scully (Gillian Anderson) brachte es auf neun Staffeln und einen Kinofilm. Die Einzelfolgen hatten entweder eine in sich geschlossene Handlung (unter Fans als »Monster der Woche« bekannt) oder führten den Plot um die Verschwörung weiter. Dabei verstrickte man sich immer weiter in Widersprüchen: Zu viele verschiedene Autoren waren am Werk, die Handlung zu verworren. Außerdem wurde das Agentenduo nach der siebten Staffel auseinandergerissen und Duchovny trat nur noch sporadisch auf. Scully bekam Unterstützung von den Agenten John Doggett (Robert Patrick) und Monica Reyes (Annabeth Gish). Die Beiden wurden von den Zuschauern allerdings nie richtig angenommen, 2002 endete die Serie mit der zweistündigen Folge »Die Wahrheit«.

Sechs Jahre nach dem Ende der Serie produzierte man einen zweiten Kinofilm. Fans sahen dem Werk allerdings mit gemischten Gefühlen entgegen. Für »Akte X: Jenseits der Wahrheit« übernahm »X-Files«-Erfinder Chris Carter die Regie und arbeitete am Drehbuch mit. Im Film hat sich Fox Mulder in eine einsame Hütte zurückgezogen, um den Anklagen der Regierung zu entgehen. Scully arbeitet als Ärztin in einem kirchlichen Kinderhospiz und versucht das Leben eines todkranken Jungen zu retten. Eines Tages wird sie vom FBI kontaktiert, um Mulder ein Angebot zu unterbreiten: Alle Anschuldigungen gegen ihn werden fallengelassen, wenn er bei der Suche nach einer verschwundenen Agentin hilft. Mulder willigt ein, und die Fahndung nach der Vermissten kann beginnen. Die beiden Agenten bekommen Hinweise vom seherisch begabten Pater Joseph Crissmann (Billy Connolly): Der Geistliche hat immer wieder Visionen, die das Verschwinden der Agentin betreffen. Er entpuppt sich als verurteilter Kinderschänder, weswegen es vor allem Scully sehr schwer fällt, ihm zu glauben.

»Akte X: Jenseits der Wahrheit« ist ein etwas spannungsarmer Mystery-Thriller, der mit den Glanzzeiten der Serie nicht mehr viel gemein hat. Eingefleischte Fans freuen sich zwar, ihre beiden Lieblingsagenten wieder in Aktion zu sehen -- gerade von den Serien-Vätern Chris Carter und Frank Spotznitz hätte man aber ein besseres Drehbuch erwarten können. Mulders plötzliche Rückkehr und die Parallelen der Suche nach der FBI-Agentin zur Serienhandlung um Mulders verschwundene Schwester sind einfach zu konstruiert. Ebenfalls sehr bemüht wirkt das Erscheinen von FBI Assistant Director Walter Skinner (Mitch Pileggi) gegen Ende des Films.

Scullys Disput mit dem Oberhaupt des kirchlichen Hospitals und ihr Unvermögen, an die Fähigkeiten des pädophilen Crissmann zu glauben, greifen aber immerhin den aus der Serie bekannten Glaubenskonflikt der Figur auf. Der Originaltitel des Films »I want to believe« passt deshalb besser, weil er auf diese Differenzen anspielt. Stichwort Original: Fans sollten den Film auf jeden Fall mit englischer Tonspur ansehen, im Deutschen wird Fox Mulder nämlich nicht mehr von Stammsprecher Benjamin Völz synchronisiert. Die Ersatzstimme ist äußerst gewöhnungsbedürftig. Bei dem etwas verspäteten zweiten Kinoauftritt handelt es sich im Endeffekt um wenig mehr als eine mittelmäßige »Monster der Woche«-Folge.


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