Atari - Firmen-Gründer Nolan Bushnell: »Atari wurde von seinen Aktionären missbraucht«

Nachdem es vor nicht allzu langer Zeit mit US-Publisher Atari zu Ende ging, hat sich nun Firmen-Gründer Nolan Bushnell noch einmal in einem Interview zur Thematik zu Wort gemeldet. Dabei ging der Branchen-Veteran hart mit den Aktionären des Unternehmens ins Gericht.

von Tobias Ritter,
04.07.2013 17:32 Uhr

Atari-Gründer Nolan Bushnell hat den Aktionären des US-Publishers vorgeworfen, mit der Marke lediglich auf Tantiemen ausgewesen zu sein und die Firma missbraucht zu haben.Atari-Gründer Nolan Bushnell hat den Aktionären des US-Publishers vorgeworfen, mit der Marke lediglich auf Tantiemen ausgewesen zu sein und die Firma missbraucht zu haben.

Im Mai 2013 ging es mit Atari zu Ende: Der insolvente US-Publisher wurde Zerschlagen und in Einzelteilen versteigert. Im Interview mit der englischsprachigen Webseite vg247.com hat sich Nolan Bushnell, Industrie-Veteran und Gründer des Unternehmens, nun noch einmal zu den Hintergründen für das Scheitern Ataris geäußert. Die Schuld sucht Bushnell bei einigen der Aktionären.

Die hätten nämlich absolut kein Interesse daran gezeigt, den Spielepublisher überhaupt noch zu retten, so Bushnell. Mehr noch: Atari sei von seinen Aktionären missbraucht worden. Die meisten seien nur darauf ausgewesen, noch einmal kräftig Tantiemen abzukassieren, bevor das Ganze endgültig Schiffsbruch erlitten habe. Ihn selbst hätte man zudem nur als Alibi dafür eingestellt, sich selbst reichhaltige Gehälter auszahlen zu können:

»Im Grunde genommen wurde Atari von einer ganzen Reihe seiner Aktionäre missbraucht, die lediglich auf die Tantiemen auswaren, sich jedoch absolut nicht für die Spiele-Branche interessierten. Wenn man sich die ganze Sache wirklich einmal anschaut, dann wollten sie mich zwar an Bord haben, nach einem Jahr wurde mir jedoch klar, dass das alles nur Augenwischerei war. Es ging nicht um die Inhalte und ich sollte offensichtlich auch nichts einzigartiges oder interessantes bewerkstelligen. Ich war nur Mittel zum Zweck dafür, dass sie sich selbst große Gehälter auszahlen und die Marke weiter pflegen konnten. «

Alleine durch den Verkauf von T-Shirts, Bettwäsche und Peripherie-Geräten unter dem Namen von Atari habe die Marke jedes Jahr zehn Millionen US-Dollar an Tantiemen generiert, so Bushnell. Und das alles nur, weil es eben eine starke Marke gewesen sei. Warum die Anteilseigner das Schiff am Ende tatsächlich haben sinken lassen, ist jedoch auch Bushnell nicht ganz klar:

»Ich hasse es, zu sehen, wie die Marke missbraucht wird, aber man kann etwas auch nicht bis in alle Ewigkeit missbrauchen. Am Ende ist es so, als töte man die Gans, die goldene Eier gelegt hat.«

Eine Marke wie Atari komplett auszulöschen sei jedoch äußerst schwierig, so Bushnell abschließend.

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