Atari-Chef zum Epic-Weggang

von Heiko Häusler,
31.07.2004 10:57 Uhr

Unreal zu teuer für Atari? In einer offiziellen Stellungnahme zur überraschenden Trennung vom Erfolgs-Entwickler Epic Games sagte Atari-Vorstandschef Bruno Bonnell: "Anstatt uns in eine sehr schwierige Position zu begeben, werden wir in Zukunft andere Projekten bevorzugen. Ich wünsche Midway viel Glück, aber es war aus unserer Sicht nicht akzeptabel, ein solches Geschäft mit diesen Bedingungen abzuschließen". Nach dieser Aussage gab Bonnel auch eine politisch weniger korrekte Antwort und sagte, dass der von Epic angestrebte neue Publishing-Vertrag für Atari unter dem Gesichtspunkte der Profitabilität nicht annehmbar gewesen sei. Zu deutsch bedeutet das wohl, dass Epic deutlich mehr vom Gewinn der überaus erfolgreichen Ego-Shooter-Serie abhaben wollte. Seit dem Release des ersten Teils Unreal Tournament 1999 für PC wurden weltweit insgesamt mehr als sieben Millionen Titel verkauft - mit einem Gesamtumsatz von fast 200 Million Dollar.
Mittlerweile gehören zu der Multiplayer-Serie die Spiele UT2003 und UT2004 sowie Unreal Championship für die Xbox. Neuer Publisher ist nun finanziell weiterhin angeschlagene US-Publisher Midway Games. Bleibt abzuwarten, ob Midway für die nächsten beiden UT-Spiele und Unreal Championship 2: The Liandri Conflict nicht einen zu hohen Preis bezahlt hat - zumal selbst Microsoft Games Studios die Publishing-Rechte für UC2 nun offenbar zu teuer wurden. Microsoft hatte auf dem X03-Event in Nizza im Herbst letzten Jahres eine weit reichende Kooperation mit Epic verkündet und Unreal Championship 2: The Liandri Conflict exklusiv für die eigene Konsole angekündigt. Durch das überaus profitable Lizenzgeschäft mit der Unreal-Grafikengine, die in unzähligen Spielen eingesetzt wird, verfügt Epic Games über eine äußerst komfortable Verhandlungsposition. Mit dem Release der dritten Generation der Unreal-Engine im nächsten Jahr dürfte sich diese Position eher noch verbessern.


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