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OnLive - Special - Wachablösung für Konsole und PC als Spieleplattform?

Wir haben OnLive ausprobiert und finden heraus, ob die Spieleplattform den PCs und Konsolen tatsächlich gefährdet.

von Thomas Wittulski,
06.12.2010 15:00 Uhr

Genau wie Xbox Live und das PSN bietet auch OnLive ein Nachrichten- und Freundessystem.Genau wie Xbox Live und das PSN bietet auch OnLive ein Nachrichten- und Freundessystem.

Eine neue Spieleplattform ist geboren! Auf der Game Developers Conference 2009 sorgte OnLive für Aufregung. Der Service sollte die Zukunft des Spielens sein – ganz ohne Hardware. Wer die Ankündigung des ersten großen Cloud-basierten Gaming-Services auf der Game Developers Conference 2009 gedanklich noch mit Totgeburten wie der Linux-Konsole Phantom oder dem Spielehandheld Gizmondo verknüpfte, wird nun eines Besseren belehrt: OnLive lebt. Seit einigen Wochen ist das Projekt nun schon aktiv und kann in den USA genutzt werden.

Inzwischen gibt es sogar schon ein Datum für die Micro-Konsole, mit der man die Plattform auch auf dem Fernseher nutzen kann: Ab dem 2. Dezember erhalten Vorbesteller für rund 100 Dollar das etwa handgroße Gerät (1080p, HDMI-Anschluss) samt einem Controller. Wer von Beginn an dabei war und mindestens zwei Spiele gekauft hat, bekommt das Gerät sogar geschenkt. Und weil OnLive ein spannendes Thema ist, haben wir uns die Plattform genauer angesehen: Wir haben uns den OnLive-Client heruntergeladen, um den Service auf Herz und Nieren zu testen.

» Special-Video zu OnLive ansehen

Die Technik

Wer OnLive nutzen will, benötigt keinen starken PC. Es reicht auch ein eher schwachbrüstiger Computer oder Mac. Lediglich HD-Videos sollte er abspielen können. Auch auf anderen Endgeräten, wie einem HD-Fernseher (mit besagter Micro-Konsole) oder dem iPhone wird OnLive künftig laufen. Das Bild auf dem Schirm ist nichts anderes als ein HD-Video, das in Echtzeit von einer Serverfarm in den USA übertragen wird. Alle Berechnungen, die sonst der eigene Computer bearbeiten würde, übernehmen diese Server. Der Spieler schickt also Eingaben, wie Steuerungsbefehle an die Rechner von OnLive, die wiederum schicken das entsprechende Bild zurück zum Spieler.

Ein einfaches Prinzip, das in der Praxis jedoch ein paar Probleme aufwirft: So müssen Nutzer beispielsweise über eine Internetverbindung von 3 Mbps (empfohlen: 5 Mbps oder mehr) verfügen, um den Videostream empfangen zu können. Die Bitrate ist vergleichsweise niedrig, um auch Spieler mit langsameren Leitungen (v.a. in den ländlicheren Gegenden) mitzunehmen. Allerdings macht sich das optisch im Stream bemerkbar: Durch die starke Komprimierung entstehen stellenweise kleine Artefakte und das Bild wirkt insgesamt recht verwaschen.
Auffällig ist das vor allem in Spielen, die sehr kleine Objekte oder sehr schnelle Bewegungen enthalten (Unreal Tournament). Weniger schlimm ist der Qualitätsverlust bei Spielen wie Assassin’s Creed 2, Borderlands und Just Cause 2.

Das Hauptmenü von OnLive.Das Hauptmenü von OnLive.

Negativ fallen in unserem Test auch die Teils großen Lags auf. Zwischen einem Steuerungsbefehl und dessen Umsetzung vergeht häufig bis zu einer halben Sekunde. Das ist allerdings der Tatsache geschuldet, dass der Betrieb in Europa bislang nicht vorgesehen ist und der Weg zu den amerikanischen Servern schlicht zu weit ist. Schenkt man Erfahrungsberichten aus den USA glauben, spielt die Verzögerung dort kaum mehr eine Rolle.

Aber schauen wir uns doch mal die Grafik hinter dem Stream an: Die ist in den allermeisten Fällen auf einem Niveau mit den Konsolen- bzw. PC-Versionen. Allerdings machen die Optik den Eindruck, als würden die Spiele nicht mit allen möglichen Details laufen – offenbar will OnLive seine Server nicht allzu schwer belasten. Selbst an den Grafikeinstellungen herumzuspielen ist bei OnLive (noch?) nicht möglich. Trotzdem wirken die Spiele optisch sehr ordentlich und stehen ihren Kauf-Pendants –zumindest auf der Konsole -- in nichts nach. Das mag für Highend-Freunde unbefriedigend sein, schwächer ausgerüstete Spiele beißen aber vielleicht lieber in diesen sauren Apfel, statt viel Geld für neue Hardware zu investieren.
Bei all dem Gemecker über Lags und Bildqualität muss man dem Dienst aber zugestehen, dass er zuverlässig läuft. Startet man ein Spiel über den Marktplatz, ist es wenige Sekunden später geladen und man kann loslegen. Gesteuert wird wahlweise mit Maus und Tastatur oder mit einem Controller – entweder dem offiziellen von OnLive oder einem der kompatiblen Pads (unterstützt wird unter anderem der Xbox 360-Controller).

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