Berlinale 2008 - Keynote von Jade Raymond und Jordan Mechner

Designer-Legende und Ubisoft-Producerin zu Gast in Berlin

von Jan Tomaszewski, Michael Obermeier,
15.02.2008 13:00 Uhr

Zum ersten Mal in der 57-jährigen Geschichte der Berlinale war mit Jade Raymond (Assassin's Creed) und Jordan Mechner (Prince of Persia) das Thema Computerspiele vertreten. Beide, von Ubisoft Kanada eigens dafür nach Deutschland eingeflogen, hielten je eine Präsentation im Rahmen der vierstündigen »Berlinale Keynotes: The Age of Collaboration« Vortragsreihe. Wenngleich diese Veranstaltung sich an handverlesenes und »nur auf Einladung« zugelassenes Publikum aus der Filmbranche richtete, hielt es auch interessante Neuigkeiten für Spieler parat.

Think different: Jade Raymond, die im Gegensatz zu allen anderen ein winziges Dell, statt Apple Macbook Pro Notebook für die Präsentation ihres Vortrags nutze, philosophierte über Parallelen bei Spiele- und Filmentwicklung. Die werden sich, Raymonds Worten zufolge, in Zukunft noch stärker angleichen und ähneln. Bestes Beispiel: Assassin's Creed. Für dessen vierjährige Entwicklung brauchte es 300 Festangestellte sowie 350 weitere, über die Welt verstreute, Mitarbeiter.

Damit das Spiel zudem inhaltlich und thematisch so korrekt wie möglich ist, half ein Historiker, der auch bei Ridley Scotts Film »Königreich der Himmel« geschichtliche Fakten prüfte und als Experte für die Zeit der Dritten Kreuzzüge gilt. Darüber hinaus engagierte Ubisoft mit Photodirektoren, Storyboard-Künstler sowie Special Effects- und Motion Capturing Experten zusätzliche Hollywood-Expertise. Die anschließende Frage&Antwort-Runde förderte obendrein das überraschende
Detail zu Tage, dass Raymond bereits an einem neuen Projekt arbeitet - konkrete Fakten gab es dazu jedoch nicht.

Mit Jordan Mechner stand im Anschluss der letzte Redner des Tages auf dem Podium. Der Prince of Persia-Erfinder sprach über seinen derzeit in Vor-Produktion befindlichen Kinofilm, der in Zusammenarbeit mit Jerry Bruckheimer (Fluch der Karibik) entsteht und erklärte, warum es keine 1:1 Umsetzung des Spiel werden wird und kann: »Rennen, springen und dabei nur Sandmonster töten ist kein Disney/Bruckheimer Film«, sagt Mechner.

»Ich habe Sands of Time an einem Tag durchgespielt, alles auf Video aufgezeichnet und angefangen ein Video daraus zu schneiden« , so Mechner weiter. Das Ergebnis ist ein zweiminütiger Trailer, der, sofern man Prince of Persia: The Sands of Time als Spiel kennt, einen komplett anderen, fast fremden, Eindruck vermittelt. Dieses Video, mit dem er auch an die Filmstudios herangetreten ist um die Lizenz zu verkaufen, enthält etwa 15 Sekunden Spielszenen, besteht sonst aber aus den bekannten
Zwischensequenzen - allerdings inhaltlich neu geordnet.. Am Rande der Veranstaltung wurde zudem bekannt, dass Prince of Persia: The Sands of Time der erste in einer Reihe von Prince of Persia Filmen werden soll.


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