BioShock - Entwickler äußert sich ungewöhnlich - "BioShock hätte eigentlich scheitern müssen"

Chefprogrammierer über die Schwierigkeiten bei der Entwicklung des Topsellers.

von Daniel Feith,
24.06.2008 12:33 Uhr

Die Entwickler von BioShock 2K Games waren offenbar vom Erfolg des Titels selbst ein wenig überrascht. Wie Chefprogrammierer Chris Klein jetzt in einem Interview mit dem Online-Branchendienst Gamasutra erläuterte hätte BioShock "eigentlich scheitern müssen".

Als ersten Fehler bezeichnet Klein, dass sich das Team in der Frühphase der Entwicklung sehr stark an System Shock 2 orientierte, dem von Kritikern zwar hochgelobten, an der Kasse jedoch nur durchschnittlich erfolgreichen Sci-Fi Titel von Irrational Games. Intern galt das Ausnahmespiel als nahezu perfekt. Nur kleinere Designanpassungen sollten dem Folgetitel zu finanziellem Erfolg verhelfen.

Im Laufe der Zeit fielen jedoch immer mehr Elemente der Vorgängers im Geiste hin zu mehr Zugänglichkeit über Bord. Die Spielaspekte "Resourcenknappheit, ein mittels verschiedener Systeme anpassbarer Hauptcharakter und die Anforderung an den Spieler, sich vorsichtig durch die Spielwelt zu bewegen" sind letztendlich vom Urvater übriggeblieben, so Klein.

Bei der grafischen Gestaltung hatten sich die Entwickler zu stark auf das Monsterdesign fixiert. Die "Sammler" - also die späteren "Little Sisters" - machten einen bizarren Werdegang durch. Von Fröschen mit Einmachgläsern über Hunde in Rollstühlen lagen offenbar einige skurrile Vorschläge auf dem Tisch. Erst, als die Demo zur E3 2006 fertiggestellt werden musste, kristallisierte sich das finale Design mit der Stadt Rapture als Star im Bereich Art Direction und der shooterlastigeren Spielmechanik heraus.

"Einige Leute denken dass ständige Rückschläge und Terminverschiebungen kein guter Weg sind, ein Spiel fertigzustellen. Meiner Meinung nach, ist dies der einzige Weg ein gutes Spiel zu produzieren.", so Kleins Fazit.

System Shock 2-Fans mögen immer noch den Schritt hin zur zugänglicheren Spielmechanik BioShocks bedauern. Der Erfolg gibt den Entwicklern allerdings mal wieder Recht.


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