Browserspiele - Analyse - »Browser sind die Plattform der nächsten Generation«

Der Ex-Präsident der Sony Worldwide Studios, Phil Harrison, sieht in Browserpielen die Plattform der nächsten Generation.

von Peter Smits,
05.12.2010 14:08 Uhr

Browserspiele wie Farmville sollen in den kommenden Jahren grafisch aufwändiger werden.Browserspiele wie Farmville sollen in den kommenden Jahren grafisch aufwändiger werden.

Der ehemalige Präsident der Sony Worldwide Studios, Phil Harrison, ist der Meinung, dass wir in fünf bis zehn Jahren ein Spiel wie Call of Duty: Modern Warfare 2 im Internet-Browser spielen können. Dies ließ er auf einer Keynote während der Italian Videogame Developers Converence in Rom verlauten. Unter dem Titel »What Happens Next« refferierte Harrison über die Zukunft von Videospielen.

Laut Harrison sind weder PlayStation 4 noch Microsofts nächste Konsole die Spieleplattform der Zukunft, sondern der Browser - und zwar unabhängig von Geräten. Zur Begrüßung fragte er die Menge, wer ein Spiel wie Modern Warfare 2 im Browser für möglich hält. Nachdem einige Hände gehoben wurden beantwortete er die Frage selbst: "Ich denke, die Antwort ist »Ja«. Meiner Meinung nach werden wir in den nächsten fünf bis zehn Jahren locker diese Spielqualität in einem Internet-Browser sehen - klassisch auf dem PC, auf Ihrem Handy oder auf Ihrem iPad. Wir werden die Möglichkeiten haben dieses Level an Immersion auf jeden Bildschirm zu bekommen."

Phil Harrison auf der E3 2006.Phil Harrison auf der E3 2006.

Die Spieleindustrie sei im Wandel. Schon jetzt gebe es Märkte wie Korea, in denen verpackte Spiele aus dem Laden keine Rolle mehr spielen: "Eine verkaufsorientierte Industrie, in der in Boxen verpackte DVDs in Läden verkauft werden, wird zu einer Serviceindustrie, in der alles digital über das Internet vertrieben wird. Ich weiß, der Gedanke ist nicht gerade revolutionär, aber die Geschwindigkeit der Wandlung ist ziemlich interessant."

Laut Harrison solle man aus den Fehlern der Musikindustrie lernen und sich nicht von dem schnellen Wandel überrumpeln lassen. Zurzeit liege die Zukunft der Spiele aber in den Händen der Browserentwickler. Wer als erstes einen Browser entwickelt, der grafisch aufwändige Anwendungen darstellten kann, erstelle damit die Plattform von Morgen.


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