Jetzt mit Plus alles auf einer Seite lesen

Jahres-AboUNSER TIPP

12 Monate

 Bester Preis
 Heftarchiv jederzeit buchbar
2,99€

pro Monat

Auf geht's
Quartals-Abo
3,99€

pro Monat

3 Monate

 20% günstiger als Flexi-Abo
 Heftarchiv jederzeit buchbar
3,99€

pro Monat

Auf geht's
Flexi-Abo
4,99€

pro Monat

1 Monat

 Monatlich kündbar
 Heftarchiv jederzeit buchbar
4,99€

pro Monat

Auf geht's

BurgerTime World Tour im Test - Banale Burger

BurgerTime World Tour ist ein Paradebeispiel für Remakes, die kein Zocker braucht. Warum der aufgewärmte Klassiker heute nicht mehr schmeckt, erfahrt ihr im Test für XBLA.

von Patrick Mittler,
04.11.2011 15:30 Uhr

Willkommen bei unserer kleinen Games-Lehrstunde mit dem heutigen Thema »Wie programmiere ich ein Remake«. So macht man es richtig: Man nehme ein altes Kultspiel, am besten aus der 2D-Ära der Videospiele. Dann sieht man genau hin und überlegt sich, warum der Titel damals so viel Spaß gemacht hat. Hat man das rausgefunden, nimmt man diese Elemente, bastelt kreativ daran rum und transportiert sie so auf aktuelle Konsolen, dass alte und neue Fans gleichermaßen begeistert sind. Zu guter Letzt verpasst man dem Spiel noch einen modernen Anstrich. Im besten Fall ist die neue Grafik eine Hommage an die klassische Optik. Und so geht das Remake garantiert den Bach runter: Einfach einen Retro-Titel aussuchen, 3D-Grafik darüber klatschen, anschließend beliebig am Spielprinzip rumpfuschen, also am besten einfach Genre-Versatzstücke dazu mischen, sodass jeglicher Charme draußen ist und es schlussendlich als komplett austauschbares Spiel in einen Downloadstore packen. Ein Beispiel gefällig? Das findet ihr gerade im Xbox Marktplatz und hört auf den Namen BurgerTime World Tour .

Statt platter 2D-Welten gibt es nun rotierende Levels.Statt platter 2D-Welten gibt es nun rotierende Levels.

Damals in den 80ern gab es einen Arcade-Titel namens BurgerTime, der wie so viele andere Spiele seiner Zeit auf simple, aber knifflige Geschicklichkeitstests gesetzt hat. Als Koch in Nöten müsst ihr darin überdimensionale Burger zubereiten. Die Einzelteile der Riesenbrötchen sind aber über mehrere Stockwerke verteilt. Deshalb latscht ihr über die einzelnen Zutaten, die dann eine Plattform nach unten donnern damit schlussendlich im Erdgeschoss der Burger entsteht. Dabei wird der Koch dauernd von durchgeknallten Lebensmitteln gejagt. Deshalb muss man gleichzeitig taktisch denken und schnell reagieren. Spannung und schwitzende Hände sind also garantiert.

Verschlimmbessert ...

Jetpacks machen alles besser. Selbst in BurgerTime macht der Raketenantrieb etwas Spaß.Jetpacks machen alles besser. Selbst in BurgerTime macht der Raketenantrieb etwas Spaß.

Das Remake ist da ganz anders. BurgerTime World Tour übernimmt das Grundprinzip mit Burgerbauen und Plattform-Kletterei, nun kann der emsige Chef aber auch Springen und hat gegen wildgewordene Würstchen und böse Gurken einige Items und PowerUps im Gepäck. Allein schon diese beiden Änderungen machen aus dem einst kniffligen Plattformer ein sehr seichtes Jump’n’Run, dass sich wie jeder x-beliebige Genrekollege spielt. Nur eben in kurze Abschnitte zerstückelt. Ebenso lieblos kommt die Präsentation daher: Die 3D-Grafik hat wenig Details und die Musik ist Geschmackssache. Wer austauschbare Piep-Geräusche und Gute-Laune-Gedudel mag, kann den Sound gut ertragen. Eines muss man dem Spiel aber an dieser Stelle zu Gute halten: Der platte Humor kommt gut. Da der Koch, wie der Spielname schon sagt, durch die ganze Welt tourt, wird jedes Land kräftig durch den Kakao gezogen. Bei den lächerlichen Pantomimen-Würstchen muss man unweigerlich schmunzeln.

... und der Rest vom Fehlerfest.

Bossfight! Selbst Lady Liberty will dem Koch an die Schürze.Bossfight! Selbst Lady Liberty will dem Koch an die Schürze.

Aber selbst wenn ihr die Retro-Brille abnehmt oder das Original nicht kennt, wird BurgerTime World Tour nicht besser. Ihr absolviert Levels, die sich bis auf die Optik kaum unterscheiden, trefft auf die immer gleichen Gegner und selbst die sporadischen Bosskämpfe sind ausnehmend öde. Dazwischen ärgert ihr euch über kleinere Fehler, wie die ungenaue Kollisionsabfrage, Gegner die wegen der verpatzten Farbgebung einfach mit dem Hintergrund verschmelzen und ihr sie deshalb nicht seht und Items wie dem Lähmungs-Pfeffer, die manchmal einfach nicht funktionieren. Ein bisschen besser wird’s im Multiplayer mit bis zu vier Leidensgenossen. Der gleicht in etwa dem Solomodus, nur eben mit Zeitlimit und ihr könnt euren Kontrahenten mit fiesen Attacken beim Burgerbauen dazwischen funken. Weil es aber nur wenige Karten gibt, ist die Spannung nach einer Handvoll Partien wieder draußen. Da sind eure zehn Euro sogar beim Mc-Schachtelwirt um die Ecke besser angelegt.

1 von 2

zur Wertung



Kommentare(0)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.