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Call of Duty: Modern Warfare 2 im Test - Test für Xbox 360 und PlayStation 3

Endlich! Wir haben Call of Duty: Modern Warfare 2 gespielt und erklären in unserem Test, warum er trotz einiger Schwächen locker mit seinem Vorgänger mithalten kann.

von Markus Schwerdtel, Tobias Veltin,
06.11.2009 18:25 Uhr

Erinnert ihr euch? Zwei Jahre ist es her, dass wir den Ultranationalisten Imran Zahkaev zur Strecke gebracht und damit dem Aufstieg seines Nachfolgers Vladimir Makarov den Weg geebnet haben. In der Welt des Ego-Shooters Call of Duty: Modern Warfare 2 sind seit diesen Ereignissen aus Call of Duty 4: Modern Warfare fünf Jahre vergangen: Auf dem Roten Platz in Moskau steht mittlerweile ein Denkmal von Zahkaev. Er ist der Held des neuen Russlands, so die Sockelinschrift der Statue. Welche Staatsform eine derartige, in Stein gemeißelte Lobpreisung eines Wahnsinnigen zulässt, verschweigt das Spiel. Doch das abgeschmackte Reiterstandbild des Bösewichts aus Call of Duty 4: Modern Warfare ist euer geringstes Problem, denn scheinbar hat sich in den letzten Jahren nicht viel verändert: Noch immer toben jede Menge Konflikte auf dem Globus. Das bekommt ihr schnell mit, wenn ihr in der Rolle des US-Rangers Joseph Allen gleich nach dem Training (das wie im Vorgänger euer Können einschätzt) in den Krieg in Afghanistan geworfen werdet.

» Testvideo zu Call of Duty: Modern Warfare 2 anschauen

» Test der PC-Version von Call of Duty: Modern Warfare 2 lesen

Joseph Allen ist der erste von vier Charakteren, den ihr in Call of Duty: Modern Warfare 2 spielt. Genauer gesagt sind’s eigentlich fünf, aber das frei schwebende Astronautendasein in der Nähe der ISS (internationale Raumstation) erlebt ihr gerade mal wenige spektakuläre Sekunden lang. Zu Joseph Allen gesellen sich später der SAS-Soldat Gary Sanderson (genannt Roach), ein weiterer US-Ranger namens James Ramirez, und sogar Soap MacTavish -- Held des ersten Teils -- feiert ein Comeback. Den Großteil des Spiels mimt Soap allerdings euren militärischen Vorturner. Mit den vier Männern erlebt ihr wilde fünf bis zehn Stunden, abhängig vom gewählten Schwierigkeitsgrad und eurem Können. Die Brachial-Action steht der aus dem ersten Modern Warfare in nichts nach, doch sie wird euch so manches Mal verständnislos zurück lassen. Denn auch wenn die Entwickler von Infinity Ward Meister der Technik und der Atmosphäre sind, Modern Warfare 2 hat manchmal Probleme damit, eine glaubwürdige Geschichte zu erzählen.

Die Story

Vladimir Makarov, ein jugendlich wirkender, vom Hass getriebener Russe schafft in Modern Warfare 2 das, was seinem großen Vorbild im Vorgänger verwehrt geblieben ist: Tod und Zerstörung in die Vereinigten Staaten zu bringen. Mit Hilfe eines Attentats am Moskauer Flughafen (mehr zur deutschen Umsetzung der umstrittenen Szene unter »Das Attentat«), bei dem sich er und seine Gefolgsleute als Amerikaner ausgeben, gelingt es dem Mann, den Zorn der Russen auf die USA zu lenken. Die russische Armee schafft es dann tatsächlich, sich an den Abwehranlagen der USA vorbei zu mogeln und unter anderem Washington zu zerbröseln.

Obwohl die Handlung von Modern Warfare 2 sogar für Actionspiel-Verhältnisse ziemlich simpel ist, hat es der Entwickler Infinity Ward geschafft, das Ganze reichlich verwirrend zu verpacken. Die in den Ladebildschirmen gesprochenen Mono- oder Dialoge bleiben oft kryptisch, erklären wenig oder gleich nichts. Den Vogel schießen die Entwickler gegen Ende ab: Man präsentiert euch einen so hanebüchenen Storytwist, dass selbst die Autoren von Vorabend-Seifenopern vor Scham rot werden würden.

Die Inszenierung

Den Auftakt von Modern Warfare 2 hat der Entwickler Infinity Ward gewohnt eindrucksvoll in Szene gesetzt: Nach wenigen Minuten des Warmschießens irgendwo in Afghanistan über einen Fluss hinweg bekommt Joseph Allen den Befehl, das MG eines HMMWVs (also eines Humvee-Jeeps) zu besetzen. Ein wilder Ritt durch die engen Straßen einer Stadt beginnt. Vor euch schlagen Raketen ein und bringen Häuser zum Einsturz, überall auf den Dächern stehen Feinde und beschießen euch aus allen Rohren. Nach einigen Minuten dann ein Treffer, das Fahrzeug wird von den Rädern gehoben, ihr schafft es in letzter Sekunde aus dem explodierenden Autowrack heraus und hinein in ein rettendes Gebäude. Die wilde Jagd ist zwar nicht eins zu eins aus »Black Hawk Down« kopiert, erinnert aber stark an die entsprechenden Szenen aus dem Film. Ähnlich verhält es sich mit einem späteren Einsatz in der Rolle des britischen Soldaten Gary Sanderson. Zusammen mit seinem Vorgesetzten Soap MacTavish und anderen Männern stürmt ihr ein Gulag im frostigen Russland, um dort eine wichtige Person zu befreien. Die Schießereien dort können glatt aus dem Actionfilm »The Rock« stammen.

Aber auch ohne Filmvorlage trumpft Call of Duty: Modern Warfare 2 in einer Tour mit bemerkenswerten Momenten auf. Da ist beispielsweise die frostige Mission, die wir schon aus Videos von der E3 2009 kennen. An deren Ende gibt’s eine atemberaubende Flucht auf einem Schneemobil durchs blendend weiß verschneite Niemandsland, wo eure ärgsten Feinde die im Weg stehenden Bäume sind. Auch in Rio müsst ihr fliehen, diesmal um einen Helikopter zu erreichen. Ohne Waffe hetzt ihr gegen die Zeit über die Dächer der Favelas, um anschließend mit letzter Kraft einen waghalsigen Rettungssprung an eine Strickleiter hinzulegen. Letzteres kommt euch dezent bekannt vor? Stimmt! Modern Warfare 2 zitiert ständig seinen Vorgänger. Sogar einen mit der bedrückenden Tschernobyl-Mission aus Call of Duty 4: Modern Warfare vergleichbaren Schleicheinsatz gibt’s wieder.

Obwohl es der Ego-Shooter grundsätzlich schafft, ein hohes Unterhaltungs- und Abwechslungslevel zu halten, kann Modern Warfare 2 in einigen (jedoch nur wenigen) Momenten langweilen bis nerven. Die erste Mission des zweiten Akts zieht sich gnadenlos lange hin und ist zudem grafisch nicht sonderlich eindrucksvoll: Zwischen diversen Fastfood-Läden in einem Washingtoner Vorort ballert ihr gefühlt stundenlang auf Hundertschaften von Angreifern. Erst wenn ihr die Steuerkonsole der Predator-Drohne (eine fliegende und GPS-unterstützte Raketenabschussvorrichtung) erobert habt, kommt die Mission in Fahrt -- ist dann allerdings auch schnell vorbei. Ähnlich zermürbend sind die Minuten, die ihr allein in Makarovs Unterschlupf ausharren müsst, bis wichtige Daten auf eine mobile Festplatte kopiert sind. Ihr schaut nämlich dabei nicht entspannt einem Prozentbalken zu, sondern Modern Warfare 2 schickt euch ohne Unterlass zig Feinde aus allen Winkeln auf den Hals. Das ist zu Beginn noch spannend, geht dann aber recht bald auf die Nerven -- der Datentransfer dauert elend lange.

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