Costume Quest im Test - Test für PSN

Zuerst der brachiale Ausflug ins Metal-Genre (Brütal Legend) und nun Halloween mit Kinderkostümen. Double Fine macht jetzt in Downloadgames.

von Patrick Mittler,
23.10.2010 18:00 Uhr

An Halloween treiben sich bekanntlich Geister und Gespenster unter den Menschen herum und das bekommt in Costume Quest ein Geschwisterpaar unfreiwillig zu spüren. Mitten im Schnorren von Süßigkeiten öffnet ein hässlicher Troll die Haustüre und kidnappt kurzerhand eines der beiden Kinder. In der Haut des anderen Balgs (je nach dem welches Geschlecht ihr zu Beginn des Abenteuers gewählt habt) macht ihr euch auf die Socken, den Bösewichtern das Handwerk zu legen. Aber was können kleine Kinder schon gegen ausgewachsene Monster ausrichten? Sehr viel! Die Dreikäsehochs tragen nämlich magische Kostüme mit denen sie sich in haushohe Ebenbilder der Verkleidungen verwandeln.

So tretet ihr auf dem Schlachtfeld als übergroßer Kampfroboter, Ritter, Ninja oder auch abgedrehter als Freiheitsstatue und Pommesschachtel an. Die Kämpfe funktionieren nach dem gleichen Prinzip wie bei Mario und Luigi: Abenteuer Bowser. Ihr wählt Attacken aus und wenn ihr als Draufgabe schnell angezeigte Knöpfe drückt, teilt ihr mehr Schaden aus oder steckt weniger ein. Nach einiger Zeit könnt ihr ausufernde Spezialattacken oder mächtige Defensivzauber vom Stapel lassen. Das taktische Element der Auseinandersetzungen sind die vielen verschiedenen Kostüme, die ihr aus Einzelteilen zusammenklaubt. Jedes hat Vor- und Nachteile. Da ihr mit der Zeit weitere Kinder als Teamverstärkung rekrutiert, lohnt sich eine ausgewogene Kombination aus Angriffs- und Verteidigungskostümen. Zusätzlich könnt ihr mit Kampfmarken gezielte Boni verteilen, etwa neue Fähigkeiten oder bessere Ausweichchancen. Aber: Wie alles auf der Welt sind auch diese Marken nicht gratis, sondern müssen erst von euch gekauft werden.

Passend zu Halloween ist die Währung von Costume Quest Süßkram aller Art. Den findet ihr vorwiegend in der Oberwelt (Nachbarschaft, Einkaufszentrum und ein ländliches Gebiet). Per Knopfdruck schwingt ihr euren Beutel und »haut« die Kariesbomben aus Büschen, Kürbisköpfen, ja sogar aus Mülltonnen. Zusätzliche Süßigkeiten verdient ihr euch Rollenspiel-typisch über erledigte Aufgaben. So will etwa eine alte Frau Zutaten für einen Kuchen, ihr sucht versteckte Kinder oder fischt Äpfel aus einem Wasserbottich. Wie in anderen Rollenspielen auch wiederholen sich die Quests aber relativ schnell. Dafür packt euch sicher die Sammelwut nach den Kostümen, denn diese haben in der Oberwelt auch jeweils eine besondere Funktion. So düst ihr als Pappkarton-Roboter mit Rollerskates über Rampen oder beleuchtet mit dem »Laserschwert« des Astronautenkostüms dunkle Orte. So schaltet ihr auch immer neue Wege frei und arbeitet euch Stück für Stück näher an die Berfreiung eures Geschwisterleins heran.

Insgesamt hat Entwickler Double Fine (Brütal Legend) mit seinem ersten Downloadspiel solide Arbeit geleistet. Idee und Story sind frisch und lustig. Der simple Grafikstil hat einen besonderen Charme (die Kinder sehen in den bunten Kostümen einfach knuffig aus, in den Kämpfen aber geht es effektreich zur Sache) und auch die sporadische Gespenstermusik sorgt für kindliches Gruselflair. Jedoch ist das Rollenspielgerüst eher durchschnittlich. Sowohl Kämpfe als auch die Aufgaben nützen sich mit der Zeit sehr ab, da hilft auch kein Knöpfchendrück-Reaktionstest. Mit guten sieben bis acht Stunden ist Costume Quest aber eine nette Unterhaltung für einen verregneten Samstag oder Sonntag.

Costume Quest

Preis:

ca. 15 Euro (1200 Punkte) bzw. 11,25 Euro

Spieler:

einer

HD optimiert:

ja

Speicherplatz:

386 MB

Entwickler:

Double Fine

Hersteller:

THQ

USK:

ab 6 Jahren

Wertung:

* * * *


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