Crytek - Yerli: »Free2Play-Umstellung war das Hauptproblem«

In einem umfassenden Interview mit Eurogamer.net hat sich der Crytek-Chef Cevat Yerli zur momentanen Situation der Spieleschmiede geäußert. So lag das Hauptproblem bei der Umstellung auf Free2Play-Dienste, der Verkauf von Homefront war dagegen eine strategische Entscheidung.

von Stefan Köhler,
10.08.2014 14:40 Uhr

Crytek-CEO Cevat Yerli hat sein Privatvermögen für die Rettung des Unternehmens eingesetzt - von Insolvenz spricht der Geschäftsführer aber nicht. Stattdessen sei man für die Zukunft sicher aufgestellt.Crytek-CEO Cevat Yerli hat sein Privatvermögen für die Rettung des Unternehmens eingesetzt - von Insolvenz spricht der Geschäftsführer aber nicht. Stattdessen sei man für die Zukunft sicher aufgestellt.

Der CEO des deutschen Videospiel-Entwicklers Crytek, Cevat Yerli, hat sich mit der Website Eurogamer.net für ein umfangreiches Interview zusammengesetzt.

Darin ging es um die allgemeine Situation der Firma, die finanziellen Probleme, die Ereignisse der letzten Monate und die Marken des Unternehmens und deren Zukunft.

Auf die Nachfrage zu den finanziellen Problemen gab Yerli an, dass die Umstellung auf Free2Play-Dienste das Hauptproblem war und finanzielle Mittel gebunden hätte:

»Der Hauptgrund war die Umstellung. Wir beobachten, wohin sich die Branche entwickelt. Wir wussten, dass Free2Play-Titel und Spiele als Dienste - Online-Dienstleistungen im Allgemeinen - die Zukunft des Spielens werden würden. Wir wussten das schon eine Weile. Aber wir haben unsere Retail-Spiele fertiggestellt oder hatten sie noch Entwicklung, Homefont als Beispiel.

Aber dieser Wechsel benötigte eine ganz andere Kapitalausstattung, als auch eine zusätzliche Auswahl an Talenten und neue Arten von Ausgaben und Prognosen. All das führte zu zeitlich reduzierten Kapitalressourcen, darüber sind wir jetzt allerdings hinweg. Das war der Hauptgrund für die Situation - die gesamte Umstellung von Crytek.«

Angesprochen, woher das neue Geld nun käme, erklärte Yerli, dass man keinen Investor habe und Crytek auch nicht gekauft wurde. Stattdessen gäbe es einen Deal mit einem Partner über kommende Erlöse - genaueres wollte der CEO aber nicht erklären.

Mit der Finanzspritze wäre zudem der Verkauf der Homefront-Marke und des dazugehörigen Entwicklerteams an Koch Media nicht nötig gewesen - Yerli erklärt den Deal zu einem strategischen Schachzug im Rahmen der Neuausrichtung, nicht als finanzielle Notwendigkeit.

Auch zu den unbezahlten Mitarbeitern äußerte sich Yerli. So erklärte der Crytek-Gründer, dass man vor der Entscheidung stand, Mitarbeitern zu kündigen, oder sie eine Zeit lang nicht zu bezahlen. Man entschied sich für Letzteres, inzwischen seien alle Gehälter nachgezahlt und Bonuszahlungen für die Wartezeit verteilt worden.

Zudem habe Yerli selbst auf sein Gehalt verzichtet und sein Privatvermögen für den Kurswandel eingesetzt, erklärte aber, dass man nie vor der Insolvenz gestanden hätte - auch wenn er den Schritt als »all in« bezeichnete.

Nach der Schrumpfung von über 900 Mitarbeitern auf etwa 700 weltweit sei Crytek nun aber finanziell gesichert - auch auf lange Sicht, so der Geschäftsführer. Man freue sich auf die Gamescom, wo man das aktuelle Spiele-Lineup präsentieren könne.

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