Dead Space im Test - Test für iPhone

EA schickt uns wieder durch die Hölle - in einem speziell für das iPhone entwickelten Dead Space! Wie die direkte Vorgeschichte zum zweiten Teil auf einem Mobilgerät funktioniert - und ob sie überzeugen kann - erfahrt ihr im ersten Test der deutschen Version!

von Thomas Ruhk,
03.04.2011 16:00 Uhr

Das altbekannte Motto: Cut off their limbsDas altbekannte Motto: Cut off their limbs

Still und heimlich hat Electronic Arts den iPhone-Ableger seines immer beliebter werdenden Horror-Universums doch noch im deutschen AppStore veröffentlicht. Der Titel wurde zeitgleich mit dem weltweiten Release von Dead Space 2 auf PS3, Xbox 360 und natürlich dem PC in den meisten Ländern zum Download freigegeben – wir Deutschen standen durch die USK-Verzögerung (hervorgerufen durch Intervention aus Bayern, wie sich alle erinnern werden) wieder mal außen vor. Nach der Veröffentlichung von DS2 auf dem heimischen Markt blieb der iPhone-Teil allerdings immer noch verschollen, und viele Spieler (uns inklusive) fanden sich bereits damit ab, dass EA das Spiel wohl nicht in Deutschland bereitstellen würde.

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Wir haben ein Tentakel-Baby im Nahkampf überwältigt.Wir haben ein Tentakel-Baby im Nahkampf überwältigt.

Nun ist Dead Space allen Unkenrufen zum Trotz doch noch erschienen. Obwohl der Titel mit jenem des Ursprungsspiels identisch ist, handelt es sich dabei um die unmittelbare Vorgeschichte zum zweiten Teil. Die Handlung nimmt gleich mit dem Tutorial ordentlich Fahrt auf: Wir erleben aus Sicht der Hauptfigur "Vandal", warum die Necromorphs überhaupt die Riesenstation von Dead Space 2 überrennen konnten. Schon in den ersten fünf Minuten des Spiels erfahrt ihr, dass Vandal auf der falschen Seite steht und wichtige Systeme sabotiert. Eure Spielfigur spricht dabei mit verzerrter Stimme und läuft mit dem allseits bekannten Technikeranzug durch die dunklen Gänge.

Vandal muss sich den Fehler eingestehen.Vandal muss sich den Fehler eingestehen.

Als dann das gewohnte Chaos ausbricht und Necromorphs freigesetzt werden, erfährt Vandal Läuterung und versucht, den angerichteten Schaden wieder gut zu machen. Über Funksprüche erhaltet ihr Anweisungen der Stationschefs, und weil diese um Vandals Schuld wissen, spricht und flucht die Hauptfigur immer mit verzerrter Stimme, um seine Identität auch weiterhin zu tarnen. Erst am Schluss wird das Geheimnis gelüftet (Redaktionstipp: Nicht die Credits vorher ansehen).

Jetzt schnell reagieren!Jetzt schnell reagieren!

Der Spielablauf wurde um Puzzles und Rätselstellungen leider größtenteils entschlackt. Erst ab dem achten Kapitel tauchen auch mal kleinere Abwechslungen im Geschehen auf. Bis zu diesem Zeitpunkt läuft Dead Space eigentlich immer gleich ab: Ihr rennt mit Vandal durch die Station, aktiviert hier und da Schalter oder Aufzüge und geratet regelmäßig in wilde Scharmützel mit aggressiven Necromorphs. Das Spiel wird schnell vorhersehbar, verliert durch die rabiate Darstellung aber nicht seine Spannung. Es ist den Entwicklern geglückt, die Atmosphäre von Dead Space auf das iPhone zu transportieren. Anfangs gibt es einige gelungene Schreckszenen, die sich mit zunehmender Spieldauer etwas abnutzen. In der zweiten Spielhälfte (Stichwort: Fleischfabrik) gibt es auch mal einen Hauch von Grusel – auf dem kleinen Display des iPhones eine bemerkenswerte Leistung.

Der Shop ist auch im Spiel.Der Shop ist auch im Spiel.

Ansonsten sind alle Elemente enthalten: ihr findet den Shop mit Munition und stärkeren Anzügen ebenso wie Transportbahnen, Uprade-Bänke und Stasis- sowie Kinesespielereien im Programm. Eine Änderung hat EA aber noch vorgenommen: Die Lebensenergie regeneriert sich von selbst, wodurch der Titel auf dem normalen Schwierigkeitsgrad für Profis angenehm flott durchzuspielen ist. Danach dürft ihr mit allen erspielten Items eine zweite Runde starten oder den neuen, härteren Schwierigkeitsgrad probieren.

Bei dieser Beleuchtung sollte man besser abends in der Dunkelheit spielen.Bei dieser Beleuchtung sollte man besser abends in der Dunkelheit spielen.

Bei der Steuerung hat EA versucht, den Bildschirm wie bei den PC- und Konsolenfassungen von Anzeigen frei zu halten. Vandal wird durch die Standard-Egoshooter-Steuerung bewegt: Durch Streichbewegungen am linken Bildrand lauft ihr Vor- und Rückwärts sowie zu den Seiten, auf der rechten Bildhälfte seht ihr euch um und bestimmt somit die Lauf- und Zielrichtung. Wir empfehlen euch, die Geschwindigkeit beim Umsehen in den Menüs hoch zu setzen, Vandal ist in der Originaleinstellung recht träge. Ein Tapp auf den Screen lässt euch in den Zielmodus wechseln, ein erneuter Tapp feuert die Waffe ab. Um den Plasmacutter oder die Line-Gun wieder zu senken, müsst ihr vorwärts laufen (nicht langsam gehen). Dabei ist es nicht notwendig, auch tatsächlich einen Schritt zu tun. Es reicht, schnell von unten nach oben zu streichen – Vandal nimmt sofort die Waffe runter. Cool ist der Wechsel im Feuermodus gestaltet worden: Eine schnelle Neigung des iPhones lässt die Waffen vor- und zurückschalten. Nachgeladen wird ebenfalls stets im Zielmodus: Ihr seht auf eurer Wumme die Munitionsanzeige. Diese tippt ihr ganz einfach an. Mittels Fingertipps nehmt ihr auch Munition, Geld sowie die Upgrade-Knoten auf. In den serientypisch brutal in Szene gesetzten Nahkämpfen kommt dann die Plasmasäge zum Einsatz. Wenn euch Standardnecromorphs oder die fiesen Tentakel-Babys anfallen, müsst ihr mit schnellen Streichbewegungen die Säge auspacken. Nicht trödeln, Vandal segnet sonst das Zeitliche. Wenn euch ein Schwarm angreift, tippt ihr wild auf die Viecher ein. Diese Mini-Events sind gut ins Spiel integriert.

Die einzige Grafikschwäche: Der etwas zu blasse Stasiseffekt.Die einzige Grafikschwäche: Der etwas zu blasse Stasiseffekt.

Die Technik des Spiels ist sehr ansprechend auf dem iPhone – unsere Bilder sagen da sicher mehr als Worte. Schaut euch auch unsere Galerie einmal an - die Qualität ist beeindruckend. Die Monster werden groß dargestellt, nur der Stasis-Effekt, wenn Vandal seine Feinde einfriert, wirkt etwas zu blass. Neben der tollen Grafik, die vor allem mit ihrer Beleuchtung punktet, ist es die Soundkulisse, die Spieler in ihren Bann ziehen kann. Das kommt mit Kopfhörern noch besser zur Geltung. Dead Space gehört zur Oberklasse auf dem iPhone – und schlägt erstaunlicherweise nur mit 291MB zu Buche. Einen Minuspunkt gibt es für die In-App-Käufe: Für echtes Geld könnt ihr euch mal wieder die Ausrüstung per Download verbessern. Sicher, jedem steht ein solcher Download frei, aber wir finden zum Beispiel 3,99€ für 20 Upgrade-Knoten sehr viel Geld. Abgesehen davon braucht man die auch nicht, das Spiel lässt sich ohne Schwierigkeiten bewältigen. Lasst davon die Finger.


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