Demon's Souls - »Wir haben das Potenzial des Produkts unterschätzt«

Die Vermarktung des Action-Rollenspiels Demon’s Souls abzulehnen, war laut dem Senior-Vice-President von Sony eine Fehlentscheidung. Man habe das Potenzial des Produkts einfach unterschätzt.

von Florian Inerle,
13.02.2012 13:44 Uhr

Sony hat das Action-Rollenspiel Demon's Souls unterschätzt.Sony hat das Action-Rollenspiel Demon's Souls unterschätzt.

Das Action-Rollenspiel Demon’s Souls erschien in Europa im Juni 2010 beim Publisher Atlus und konnte trotz eines hohen Schwierigkeitsgrads die Presse und Fans überzeugen - oder gerade deshalb. Inzwischen gilt Demon's Souls und der Nachfolger Dark Souls als Hardcore-Geheimtipp. In Japan übernahm damals Namco Bandai die Vermarktung des Spiels vom Entwickler From Software.

Wäre es nur nach From Software gegangen, wäre wohl Sony der Distributor für Demon Soul's geworden - zumindest war der Publisher zunächst der Wunschpartner für das Entwicklerteam. Dies scheiterte jedoch, weil Sony den Titel eigenen Angaben zufolge komplett unterschätzt hatte.

Shuhei Yoshida, Senior Vice-President von Sony, erklärt im Interview mit der englischsprachigen Spielewebseite GameInformer, warum er sich gegen die Vermarktung von Demon’s Souls entschieden hat: »Als der Titel fast fertig war, habe ich das Spiel zwei Stunden getestet. Nach diesen zwei Stunden war ich immer noch am Anfang und sagte mir „Das ist Dreck und ein wirklich schlechtes Spiel.“« Jedoch habe nicht nur Sony das Potenzial des Spiels unterschätzt, sondern auch japanische Medien, die nicht an einen Erfolg von Demon’s Souls geglaubt hatten.

»Aus der Sicht eines Publishers haben wir’s komplett vermasselt«, gibt Yoshida zu.
Der Grund für die Fehlentscheidung sei, dass japanische Entwickler anders als europäische oder amerikanische Entwickler bei der Produktion an vielen verschiedenen Themen parallel arbeiten und erst zum Schluss alles miteinander verbinden. Europäische Entwickler hingegen versuchen laut Yoshida schon früh einen kleinen Teil des Spiels zu erstellen, der dem fertigen Spiel entspricht. Somit sei es schwer, sich das fertige Produkt eines japanischen Entwicklers in einer frühen Entwicklungsphase vorzustellen.

Weil es bei der ihm vorliegenden Version jedoch Probleme mit der Bildwiederholungsfrequenz und dem Netzwerk gab, entschloss sich Sony letztendlich gegen die Vermarktung von Demon’s Souls.

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