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Fazit: Destiny 2 im Test - Eine versöhnliche Fortsetzung?

Fazit der Redaktion

Dimitry Halley
@dimi_halley

Ich war von Destiny 1 damals unbeeindruckt. Die Welt wollte mir nicht zusagen, das Gameplay klang zu eintönig, der Umfang zu klein. Für den Test von Destiny 2 habe ich mich allerdings jüngst in ein privates Bootcamp begeben und den ersten Teil samt aller DLCs nachgeholt. Und siehe da: Kein Wunder, dass Destiny-Fans König der Besessenen so in den Himmel loben - seit Release ist das erste Destiny deutlich besser geworden. Und der Nachfolger hält dieses Niveau mit Leichtigkeit - kein Wunder, der Kreativ-Chef des DLCs ist jetzt hauptverantwortlich für Destiny 2.

Es ist, als hätte Bungie über die Jahre mit den DLCs die eigene "Destiny-Sprache" perfektioniert und dieses Know-How jetzt umgesetzt, um genau das Spiel zu erschaffen, das Destiny von vorne herein werden sollte. Klar, das Ergebnis ist kein riesiger Sprung gegenüber Destiny 1, die Story bleibt rudimentär, aber mir fiel es selbst als Skeptiker überraschend leicht, mich in der Science-Fiction-Welt zu verlieren. Das Gameplay passt perfekt, die Inszenierung toppt den Vorgänger um Längen, die Charaktere sind sympathisch und das Hochleveln meiner Figur macht einfach Laune.

Mit dem Raid hat das Spiel unmittelbar nach Release glücklicherweise auch das Lategame-Herzstück bekommen, das vorher gefehlt hat. Jetzt habe ich eine Motivation, mir die beste Ausrüstung zu erarbeiten, damit ich diesen immensen Brocken von einer Mission angehen kann. Natürlich erfüllt Destiny 2 für mich eine andere Funktion als Rainbow Six: Siege oder Overwatch - der Schwierigkeitsgrad ist über weite Strecken lockerer angesetzt, den Grind muss man tolerieren und rein spielmechanisch fehlt später selbst mit Raid ab und an die Vielfalt. Aber Destiny 2 bietet mir im Gegenzug einen hervorragenden Spielplatz, auf dem ich mich mit Freunden und Kollegen austoben kann. Man muss sich darüber im Klaren sein, was man hier für einen Shooter kauft: Die perfekte Feierabend-Beschäftigung, wenn man sich nicht permanent wie bei Rainbow Six an die eigenen Grenzen treiben will.

Mirco Kämpfer
@Khezuhl

Als großer Destiny-Fan hat mich Destiny 2 teilweise wirklich aus den Socken gehauen, vor allem bei der Kampagne. Endlich gibt's richtige Zwischensequenzen und einen klar gezeichneten Bösewicht. Während ich im ersten Teil nicht mal wusste, gegen wen ich kämpfe und warum, fiebere ich nun regelrecht dem Endkampf entgegen, um Ghaul aus seiner imposanten Rüstung zu dreschen. Ich kann verstehen, dass Neulinge wie Johannes erstmal dumm aus der Wäsche gucken und nichts verstehen. Ich als Kenner freue mich aber über viele Bezüge zum ersten Teil.

Generell hat Bungie in Sachen Inszenierung aus den Vollen geschöpft. Die Missionen und Strikes konfrontieren mich jetzt mit Geschlicklichkeitseinlagen und Fahrzeugsequenzen, während der epische Soundtrack durch meine Lautsprecher donnert. Des Öfteren bin ich einfach stehengeblieben und habe die Kulissen auf mich wirken lassen. Auch wenn man dazu neigt, durch dieses Spiel zu rushen, steckt viel mehr Liebe zum Detail drin, als man erwarten würde.

Am meisten freue ich mich aber über die deutlich motivierendere Loot-Spirale. Mit den Adventures und den Lost Sectors gibt's auch für Gelegenheitsspieler mehr Futter, selbst einfache Schatzkisten bringen lukrative Beute. Außerdem darf ich nun endlich den Raid und die Dämmerungs-Strikes mit Fremden spielen - Matchmaking sei Dank.

Ob nun die hübscheren Schauplätze, die abwechslungsreicheren Missionen, der erhöhte Umfang, die coolen neuen Subklassen, die frischen Waffentypen oder die neue Map-Ansicht - Destiny 2 ist in jeder Hinsicht besser als der Vorgänger. Da verschmerze ich auch, dass es keine neue Alienrasse gibt. Wir sehen uns im Orbit, Hüter!


Johannes Rohe
@DasRehRohe


Lichtlevel, Schmelztigel, infundieren, Reisender, Kabale, Vex, Farm, Titan, … ich könnte diese Liste noch schier endlos fortführen. Destiny 2 haut mir dermaßen viele Begriffe und Spielmechaniken um die Ohren, ohne sie großartig zu erklären, dass mir als komplettem Neuling manchmal schwindelig wird. Während Mirco, Tobi und Dimi, die alle den ersten Teil gespielt haben, sich scheinbar mühelos in dieser fremden Welt bewegen, kämpfe ich auch nach dem Abschluss der Kampagne noch damit, Destiny 2 in Gänze zu durchschauen.

Außerdem haben sich viele Vorurteile, mit denen ich auf den ersten Teil geschaut habe, tatsächlich bestätigt. Das Sci-Fi-Universum und seine meist maskierten Bewohner sind seelenlos, die Story lässt sich auf den Handrücken eines Neugeborenen tätowieren und nach der Kampagne wartet ziemlich schnell eine mechanisch recht simple Grind-Spirale. Außerdem macht Bungie aus dem Setting meiner Meinung nach viel zu wenig. Im selbst erschaffenen Zukunftsuniversum könnte man sich eigentlich nach Herzenslust austoben, die abgedrehtesten Gegnertypen erschaffen, wildes Leveldesign wagen und mir einzigartige Waffen in die Hand drücken. Stattdessen ballere ich mit einem handelsüblichen Sturmgewehr auf ziemlich normalen Planeten die immer gleichen Gegnerwellen nieder.

Habe ich Destiny 2 deshalb nach wenigen Stunden enttäuscht in die Ecke gepfeffert? Im Gegenteil: Ich hocke jeden Abend wie ein Besessener vor meinem Fernseher, erlebe mit den Kollegen spannende Abenteuer, fiebere jedem neuen Item entgegen und habe jede Menge Spaß dabei. Neben dem Koop-Aspekt sind es vor allem die Schießereien, die Destiny zu einem so tollen Erlebnis machen. Zum einen weil die verschiedenen Gegnertypen alle unterschiedliche Taktiken erfordern - jeder Feind hat eine andere Schwachstelle und ein eigenes Angriffsmuster. Zum anderen macht das Schießen an sich einfach Spaß, weil sich jede Waffe befriedigend druckvoll anfühlt. Etwas mehr Varianz hätte zwar nicht geschadet, dennoch wiegen diese Stärken die offensichtlichen Schwächen des Spiels zumindest für mich zum guten Teil auf.

5 von 6

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