Destiny: Dunkelheit lauert - Angespielt: Endlich eine Story!

Gestern ging mit Dunkelheit lauert der erste DLC zum Online-Shooter Destiny live. Für den Test brauchen wir noch etwas Zeit, doch wir konnten uns bereits einen ersten Eindruck verschaffen. Und der ist zwiespältig.

von Mirco Kämpfer,
10.12.2014 14:20 Uhr

Destiny: Dunkelheit lauert - Special: Was bleibt Xbox-Spielern vorenthalten? Destiny: Dunkelheit lauert - Special: Was bleibt Xbox-Spielern vorenthalten?

Krotas Kammer öffnet sich und wir stecken mittendrin im Test zum ersten Destiny-DLC Dunkelheit lauert. Der Zusatzinhalt beinhaltet drei neue Story-Missionen, einen neuen Strike (für PlayStation-Spieler sogar zwei) sowie den neuen Raid Krotas Ende. Darüber hinaus dürfen sich alle Hüter des Lichts über drei frische Mehrspieler-Maps und natürlich über etliche neue Waffen und Ausrüstungsgenstände freuen. Alle legendären Items, die mit »Dunkelheit lauert« nachgeliefert werden, sind übrigens auch für Nichtkäufer des DLCs erhältlich und ermöglichen es nun, auch ohne Raid- und Eisenbanner-PvP-Teilnahme auf Stufe 31 zu kommen. Um die neue Maximalstufe 32 zu erreichen, müssen wir uns jedoch das neue Raid-Set aneignen.

Stellvertretend für den DLC hat Bungie einen neuen Fraktionshändler eingeführt: Im Turm wartet nun Eris Moren, bei der wir uns mit speziellen Kreuzzügen (Bounties) und Items versorgen. Außerdem erhalten wir bei ihr Zugang zu den drei neuen Aufträgen - erst dann ploppen die Missionskapitel wie gewohnt im Orbit auf den Planetenkarten auf.

Keine Strikes für Dunkelheit-Abstinenzler
Wer den Zusatzinhalt nicht direkt oder als Teil des Season Pass erworben hat, bleibt diese Woche vom heroischen Strike sowie vom Dämmerungs-Strike ausgeschlossen. Der Grund: Beide Strikes stammen aus dem DLC Dunkelheit lauert und bleiben damit Nichtkäufern vorenthalten. Da die beiden wöchentlichen Herausforderungen jede Woche rotieren, dürfte es regelmäßig dazu kommen, dass Nichtkäufern der Zugang zu den DLC-Strikes verwehrt wird.

Bungie-Chef mit Monotonie zufrieden - Manche Spieler mögen es, immer das Gleiche zu tun Bungie-Chef mit Monotonie zufrieden - Manche Spieler mögen es, immer das Gleiche zu tun

Destiny
Genre: Action
Release: 09.09.2014

Mehr Story ist trotzdem zu wenig

Auf die Story-Missionen waren wir besonders gespannt, immerhin haperte es diesbezüglich bei Destiny gewaltig. Im Mittelpunkt der Handlung steht nun eine neue finstere Bedrohung: Krota, Sohn des Oryx, der die Menschheit aus dem Universum fegen will und uns als Bossgegner im Raid »Krotas Ende« persönlich gegenübersteht.

Destiny - Launch-Trailer des DLCs »Dunkelheit Lauert« Destiny - Launch-Trailer des DLCs »Dunkelheit Lauert«

Obwohl die Missionen jeweils nur rund 15 Minuten dauern, saugen sie uns förmlich ins Geschehen. Das liegt vor allem daran, dass Bungie innerhalb der kurzen Zeit tatsächlich so etwas wie eine zusammenhängende und durchaus nachvollziehbare Geschichte erzählt. So erfahren wir etwa, dass Krota einst von Eris und fünf weiten Hütern besiegt wurde. Allerdings schnappte sich die Schar die Seele des bösen Lords und versucht seitdem, den Dunkelfürsten tief unter der Erde des Mondes wiederzuerwecken - ein bisschen wie bei Voldemort in den Harry-Potter-Romanen.

Außerdem ist es schön zu sehen, wie sich die neuen Quest-Gebiete in die altbekannte Welt eingliedern. Unterhalb des Schiffswracks an der vergessenen Küste auf der Erde etwa öffnet sich nun ein zuvor geschlossener Bunker, wo wir endlich mehr über Rasputin erfahren. Der Name fiel schon des Öfteren im Hauptspiel, erklärt wurde die Figur aber nie.

In den nur drei Missionen schafft es Dunkelheit lauert, eine Atmosphäre aufzubauen, die ihresgleichen sucht, zumal der dramatische Soundtrack bedrohlich aus den Lautsprechern donnert. So toll die Story-Aufträge aber auch inszeniert sind, so schnell sind sie vorbei. Von diesem Kaliber hätten wir uns gern mehr gewünscht, zumal der DLC einzeln satte 20 Euro kostet (beziehungsweise alternativ 35 Euro für den Season Pass, der noch einen weiteren DLC enthält).

Recycling alter Inhalte

Nach den Story-Missionen hält Eris im Turm noch eine längere Nebenquest-Reihe bereit, die uns unter anderem quer durch den Kosmodrom schickt. Spielerisch bleibt aber vieles beim Alten: Gegner niederballern, irgendwo den Geist ein Terminal knacken lassen, eine Stellung vor Feindwellen verteidigen, weiterziehen. Auch die beiden neuen Strikes sind eine Enttäuschung, weil sie kaum Neues bieten, sondern zu 80 Prozent alte Gebiete recyceln, die wir nun rückwärts spielen - selbst die neuen Bosse sind Klone alter Bekannter in anderen Farben.

Die Story-Missionen sind fantastisch inszeniert und schüren eine dichte Atmosphäre. Leider trifft das nicht auf die Strikes zu.Die Story-Missionen sind fantastisch inszeniert und schüren eine dichte Atmosphäre. Leider trifft das nicht auf die Strikes zu.

Immerhin gibt es nun häufig dickere Gegner und Bungie bringt sogar etwas Taktik in die Ballerei, etwa wenn wir zuerst Hexen aufs Korn nehmen müssen, weil die sonst unentwegt neue Schar-Biester beschwören. Wir sind gespannt, welche Ideen die Entwickler beim zweiten Raid aus dem Hut gezaubert haben.

Apropos: Den vielversprechenden neuen Raid konnten wir noch nicht ausprobieren. Außerdem erscheint der Händler Xúr, bei dem wir neuerdings exotische Waffen aufrüsten dürfen, nur am Wochenende. Da wir Xur aber zwingend brauchen, um die Story-Questreihe des DLCs abzuschließen und daher einige Spielelemente noch nicht beurteilen können, reichen wir den Test zu Dunkelheit lauert schnellstmöglich Anfang nächster Woche nach. Dann verraten wir auch, ob der neue Raid über die lahmen Strikes und die viel zu kurzen Missionen hinwegtrösten kann.

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