Deus Ex: Human Revolution - Vorschau für Xbox 360 und PlayStation 3

Mit Deus Ex: Human Revolution will Square Enix der renommierten Serie zu neuem Glanz verhelfen. Ob's klappt? Wir haben das Action-Rollenspiel angetestet.

von Roland Austinat,
04.10.2010 16:34 Uhr

Volle Deckung: Adam wartet auf den richtigen Zeitpunkt, um das gut gesicherte Lager möglichst geräuscharm zu stürmen.Volle Deckung: Adam wartet auf den richtigen Zeitpunkt, um das gut gesicherte Lager möglichst geräuscharm zu stürmen.

Transparenz und Vertrauen -- zwei Tugenden, die im Jahr 2027 arg dünn gesät sind. Vor allem, wenn wir Adam Jensen fragen, Sicherheitsexperte für eine Firma, die biomechanische Implantate entwickelt. Beim Anschlag einer Untergrundorganisation auf seinen Arbeitgeber verlor Jensen unter anderem beide Arme, an deren Stelle er jetzt biomechanische Versionen besitzt. Adam verfolgt die Spur der Drahtzieher des Überfalls rund um den Globus: Detroit, Shanghai und Montreal sind drei der fünf Städte, denen er einen Besuch abstattet. Doch egal, in welcher Zeitzone er sich im Rollenspiel-Shooter Deus Ex: Human Revolution aufhält: Vorsicht und Misstrauen sind Adam Jensens stete Begleiter, denn er kann niemandem mehr trauen.

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Transparenz und Vertrauen -- zwei Tugenden, die im Jahr 2010 ganz groß geschrieben werden. Vor allem, wenn es um die Designer bei Eidos Montréal geht, die wir für einen exklusiven Blick auf Deus Ex: Human Revolution besuchten. So langsam wird es ernst für die rund 120 Mitarbeiter, denn nach gut drei Jahren Entwicklungszeit bleiben jetzt nur noch sechs Monate, bis der Titel in den Läden stehen soll. Außerdem ist der dritte Teil der Deus Ex-Saga (inhaltlich übrigens 25 Jahre vor dem Ur-Deus Ex angesiedelt) das erste Werk der Crew aus Montreal. Sie will und muss damit ihr Können unter Beweis stellen.

Die Zukunft ist robotisiert: Gelegentlich bekommt es Adam auch mit übermannsgroßen Gegnern wie diesem Mech zu tun.Die Zukunft ist robotisiert: Gelegentlich bekommt es Adam auch mit übermannsgroßen Gegnern wie diesem Mech zu tun.

Doch von dem Druck, der deshalb mit Sicherheit auf dem Team lastet, ist bei unserem Besuch nichts zu spüren. Studiochef Stéphane D'Astous räumt sich sogar zwei Stunden in seinem vollen Terminkalender frei, um uns die Firmengeschichte und -philosophie zu erläutern. Bei einer Tour durch das Studio, das sich inzwischen auf eineinhalb Etagen ausgebreitet hat, gibt es keine Geheimnisse. Hängt da etwa ein wandfüllender, kompletter Story- und Szenario-Ablauf des Mittelalter-Schleichspiels Thief 4, an dem derzeit ein zweites Team arbeitet? Prompt erklärt uns Stéphane D'Astous, wie Abteilungen wie Design, Grafik, Sound und Programmierung diesen Plan nutzen, um ihre Arbeit zu koordinieren und gegebenenfalls den Verlauf der Geschichte ändern, kürzen oder erweitern. Wir merken uns: Laut Plan bietet das nächste Thief derzeit rund zehn Stunden Spielspaß.

Deus Ex 3
Genre: Action
Release: 26.08.2011

Einbruch im Polizeirevier

Im Nachtclub The Hive versteckt sich ein Informant, der Adam bei der Aufklärung einer globalen Verschwörung helfen könnte.Im Nachtclub The Hive versteckt sich ein Informant, der Adam bei der Aufklärung einer globalen Verschwörung helfen könnte.

Zurück zu Deus Ex: Auch bei unseren Gesprächen mit dessen Produzent David Anfossi und dem Art Director Jonathan Jacques-Belletête geht es sehr offen zu. PR-Kollege André Vu steckt nur sporadisch seinen Kopf in den Konferenzraum, in dem wir uns unterhalten -- eine Seltenheit in der sonst so überkontrollierten Spielebranche des Jahres 2010. Erfrischend auch die Begeisterung, die alle Entwickler auch nach über drei Jahren versprühen, insbesondere, weil sie uns heute einen neuen Abschnitt des Spiels vorführen können. Es geht ins regennasse, nächtliche und etwas heruntergekommene Detroit, der ersten Stadt, die wir in Deus Ex: Human Revolution besuchen. Etwa sechs Minuten nach dem Spielstart finden wir uns vor einer Polizeiwache wieder. Unser Ziel: die gerichtsmedizinische Abteilung im Keller des Gebäudes. »Wir könnten uns jetzt den Weg freischießen, doch wir probieren es lieber mit der Schleichmethode«, erklärt David Anfossi. Dank kybernetisch verbesserter Sprungfähigkeit machen wir einen großen Satz über den Zaun abseits des Hauptportals und finden uns vor einem abgesperrten Beamteneingang wieder. Dessen Schloss ist kein großes Hindernis: Mit einem Hacker-Minispiel, bei dem wir uns im Kampf gegen die Zeit und immer auf der Hut vor dem Sicherheitssystem einen Weg durch zahlreiche Knotenpunkte bahnen müssen, entriegeln wir das Schloss und bekommen dafür Erfahrungspunkte zum Neukauf oder zur Aufrüstung bestehender biomechanischer Implantate. Zum Glück war unsere Hackerfähigkeit auf dem benötigten Level, sonst wäre der Einbruch nicht ganz so leicht abgelaufen.

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Im Innern der Polizeiwache huschen wir von Wand zu Wand, verstecken uns hinter Kisten oder Fotokopierern und machen uns kurzzeitig unsichtbar, um einer Entdeckung zu entgehen. Durch die Wand hindurch sehen wir, wo sich Polizisten aufhalten. Ein anderes Implantat hilft, den Blickwinkel einer Überwachungskamera zu erspähen. Nur einmal wird es brenzlig: Im Keller, wo wir mit Mühe und Not einen Cop ins Reich der Träume schicken können. Gewitzt schleifen wir den Burschen hinter uns her, denn ein Chip in dessen Körper öffnet per Funk eine weitere Sicherheitsschleuse. Ein paar Meter weiter wartet der Gerichtsmediziner auf seinen Feierabend und lässt uns nach kurzem Gespräch mit einem frisch angelieferten Leichnam allein. Aus dessen Körper entfernen wir den gesuchten Neuralchip -- wohl bekomm's.


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