Die Schwerter des Königs - DVD-Kritik

Uwe Bolls bislang aufwändigste Verfilmung eines Computerspiels hat mit dem eigentlichen Spiel nicht viel zu tun. Überraschenderweise ist dabei dennoch ein ansehbarer Fantasy-Streifen herausgekommen.

von Kai Schmidt,
26.04.2008 14:15 Uhr

Als eine Horde böser Krugs das Dorf des Bauern mit dem schlichten Namen Farmer überfällt, dabei seinen kleinen Sohn tötet, und seine Frau verschleppt, schwört der ehemalige Soldat Rache. Zusammen mit einigen Gefährten macht er sich auf die Jagd nach den Ork-ähnlichen Wesen. Dabei bekommt er es mit Waldmenschen, dem bösen Magier Gallian und seiner Bestimmung als letzte Hoffnung des Königreichs zu tun.

Fantasy-Eye-Candy

Dass eine Videospielverfilmung trotz aller positiven Beispiele auch so richtig daneben gehen kann, beweist der deutsche Regisseur Uwe Boll am laufenden Band. Entgegen seiner unterirdisch schlechten Werke wie »House of the Dead« kann man sich die Dungeon Siege-Verfilmung »Schwerter des Königs« aber durchaus ansehen, ohne einen Gehirnkrampf zu erleiden. Gut, wenn der Sohn seine Mutter fragt, warum der Papa einfach nur »Farmer« heißt, dann ist das eine sehr unbeholfene Art der Exposition. Schließlich sollte der Knabe seinen Vater schon einige Jahre lang kennen. Aber darüber darf man sich nicht weiter den Kopf zerbrechen. Der Film will schließlich nichts anderes als ein Popcorn-Movie sein. Das Drehbuch strotzt zwar vor Logiklöchern, die Darsteller scheinen nicht so recht zu wissen, was sie tun sollen, und neigen teilweise zum gnadenlosen Chargieren, doch das diesmal vorhandene Budget von knapp 70 Millionen US-Dollar sorgt für einige nette Bilder und brauchbare Computereffekte.

Anspruchsloser Spaß

Zwar darf man keinen »Herr der Ringe« erwarten, doch das will der Film auch gar nicht sein. Bolls Ziel war es lediglich, einen unterhaltsamen Streifen auf die Beine zu stellen. Wer sich einfach mal wieder mit Fantasy-Action berieseln lassen will, macht mit dem Kauf der DVD oder der technisch überlegenen Blu-ray nichts falsch. Zumal der von Uwe Boll eingesprochene Audiokommentar wie immer äußerst hörenswert ist: Da wird über Darsteller hergezogen, mit vollem Mund geredet, dass es eine wahre Freude ist. Außerdem gibt der Regisseur einige interessante Details über das Filmgeschäft preis.


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