Diskussion um Gewalt in Spielen jetzt auch in den Niederlanden

von Kai Schmidt,
28.01.2004 13:39 Uhr

Nachdem im Januar in Den Haag ein Schüler seinen Lehrer mit einer Schusswaffe getötet hatte, beschäftigen sich Medien und Politik in den als sehr liberal geltenden Niederlanden jetzt mit dem Thema »Gewalt in Computer- und Videospielen«. Auch der Ministerpräsident Jan Peter Balkenende hat sich mittlerweile in die entbrannte Diskussion um Sinn und Unsinn der zunehmenden Gewaltdarstellungen in den Medien eingeschaltet. Laut Spiegel Online stellt der Politiker die Frage nach den Hintergründen der Tat: »Wenn junge Menschen zu Waffen greifen, um Konflikte zu lösen, dann sagt das etwas über die moralische Orientierung.« Besonders kritisiert er die Unterhaltungsindustrie, die mit gewaltverherrlichenden Filmen und Spielen zur derzeitigen beigetragen habe. Dabei machte er eine für Videospieler nicht sehr verblüffende Entdeckung: »Es gibt Computerspiele, bei denen man Punkte bekommt, wenn man Leute erschießt.« Die moralische Haltung entscheide, was akzeptabel sei und was nicht, stellte Balkenende den Sinn von Actionspielen in Frage. Erst kürzlich hatte US-Senator Joseph Lieberman das Spiel GTA Vice City als »entsetzlich« bezeichnet.


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