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Inhaltsverzeichnis

Disney Micky Epic - Interview - Warren Spector im Gespräch

Mit Disney Micky Epic will Warren Spector Brücken zwischen Konsoylenspielern, Disney-Fans und PC-Nostalgikern schlagen. Wie das funktionieren soll, erklärt er uns im Interview.

von Daniel Feith,
25.11.2010 09:00 Uhr

In-Vest-Men: Daniel und Warren SpectorIn-Vest-Men: Daniel und Warren Spector

GamePro: Hannah Montana hat Micky Maus bei Disney im Web und Fernsehen praktisch komplett verdrängt. Ist ihr Spiel für Disney-Nostalgiker oder Neulinge, die Micky eventuell gar nicht kennen?

Warren Spector: Für beide. Ich möchte Spiele entwickeln, die das typische demografische Korsett sprengen. Publisher wollen normalerweise immer »Spiele für Kinder« oder »Spiele für Männer«. Disney möchte Unterhaltung für alle machen. Man sieht es an den Pixar-Filmen. Erwachsene lieben die aus dem einen, Kinder aus einem anderen Grund. Ich sage nicht, dass uns dies mit Disney Micky Epic gelungen ist, aber das Ziel war, ein Spiel ohne klassische Zielgruppe zu kreieren.

GamePro: In der Wahrnehmung vieler Leute ist Disney Micky Epic eher das neue Warren Spector-Spiel als das neue Disney-Spiel. Ist das eine Bürde für Sie oder das Spiel?

Warren Spector: Ich empfand es immer als falsch, ein Spiel als das Produkt einer einzigen Person wahrzunehmen. Das war vielleicht vor zwanzig Jahren noch teilweise der Fall. Meine Aufgabe ist doch nur, ein Team in die richtige Richtung zu weisen. Ich halte es für verrückt, Disney Micky Epic als Warren Spector-Spiel zu bezeichnen. Aber wenn die Leute das wollen, bitteschön. Ich hoffe allerdings, dass sich auch diejenigen, die Deus Ex, System Shock und Thief gerne mochten, für Disney Micky Epic interessieren. Denn das all diesen Titeln zu Grunde liegende System um Entscheidungsfreiheit und deren Konsequenzen ist auch in Disney Micky Epic zentrales Spielelement. Freiheit war in jedem meiner Spiele wichtig und das wird sich auch nicht ändern. Außerdem hoffe ich, dass Disney Micky Epic all die Disney-Fans da draußen anspricht und zu Videospielern macht. Mario und Sonic zum Beispiel sind Charaktere von Spielern für Spieler. Es wäre toll, wenn es uns gelingt, über die klassischen Disney-Figuren mehr Leute für Spiele zu interessieren.

Disney-Fan Spector will vergessene Disney-Charaktere wieder aufleben lassen, z.b. Oswald den Hasen (links)Disney-Fan Spector will vergessene Disney-Charaktere wieder aufleben lassen, z.b. Oswald den Hasen (links)

GamePro: Sie planen also weitere Spiele im Disney-Universum?

Warren Spector: Auf jeden Fall. Seit Jahren schreie ich: Gebt mir Duck Tales! Es gibt so viele Geschichten bei Disney, die es wert sind zu einem Spiel gemacht zu werden.

GamePro: Und aus anderen Universen, die nichts mit Disney zu tun haben? Wenn Sie die freie Wahl hätten, welche vergessenen Charaktere hätten noch ein Comeback verdient?

Warren Spector: Darüber habe ich ehrlich gesagt noch nie nachgedacht.

GamePro: Wollen Sie Disney Micky Epic auch einmal für andere Plattformen veröffentlichen – den Nintendo 3DS zum Beispiel oder die PlayStation 3 mit Move?

Warren Spector: Um eine PlayStation 3-Version wurde ich noch nicht gebeten -- die Entscheidung muss ein anderer fällen. Eine Nintendo 3DS-Version schließe ich aus. Wir haben uns bewusst entschieden, einen Wii-Exklusivtitel zu entwickeln. Dabei wird es bis auf weiteres bleiben.

GamePro: Disney Epic Mickey heißt in Deutschland Disney Micky Epic. Haben sie einen Schimmer, warum das so ist?

Warren Spector: Ich habe nicht die geringste Ahnung. Da haben Sie mich erwischt. *lacht*

GamePro: Wie hat sich das Verhalten der Spieler in den letzten Jahren verändert?

Warren Spector: Das Publikum ist viel breiter als früher. Als Entwickler kann man nicht mehr so viel als gegeben voraussetzen. Bei Disney Epic… nein, Disney Micky… also bei dem Micky-Spiel *lacht* mussten wir darauf achten, den Spieler sanft in die Spielmechanik einzuführen. Früher hätten wir darauf verzichtet, nach dem Motto »Friss oder stirb«. Was ich außerdem nie verstanden habe ist diese merkwürdige Trennung zwischen PC-Spielern und Konsolenspielern, Xbox 360- und PlayStation 3-Spielern. Was für ein Unsinn. Als wir begonnen haben Disney Micky Epic zu entwickeln, kam uns nicht ein einziges Mal der Gedanke: »Leute, das wird jetzt aber ein Konsolenspiel.« Es ist ein Spiel für alle. Fertig.

Micky Maus, der bekannteste Cartoon-Charakter der Welt. In Disney Micky Epic ist Micky unheimlich sympathisch.Micky Maus, der bekannteste Cartoon-Charakter der Welt. In Disney Micky Epic ist Micky unheimlich sympathisch.

GamePro: Vor einigen Jahren mussten Sie Prügel einstecken, weil viele Spielelemente in Deus Ex: Invisible War verglichen mit dem Vorgänger stark vereinfacht waren. Heute finden wir in vielen Mainstream-Titeln ähnliche Trends, zum Beispiel Sprungsequenzen ohne Herausforderung und Selbstheilungssysteme. Was halten Sie von der Entwicklung?

Warren Spector: Es hängt davon ab, welche Art Spiel man spielt. Wer auf der Suche nach einem bockschweren Titel ist, wird den auch finden. Bei uns im Büro spielen alle DOTA, ein Spiel das ich niemals begreifen werde. Es gibt also für jeden etwas. Das Spektrum ist weit größer als vor 15 oder 20 Jahren. Ich denke also nicht, dass Spiele an sich einfacher wurden – einige Titel wurden lediglich zugänglicher.

GamePro: Wie haben sich die Anforderungen und Aufgaben für Spieldesigner in den letzten Jahren verändert?

Warren Spector: Ein Designer ist nicht mehr derjenige der alles selbst macht, also die Level aufbaut, die Texturen malt, die Beleuchtung setzt, die Dialoge schreibt. Früher war das eine Person. Heute brauchst du schon ein ganzes Team um gerade mal eine einzige Mission zu bauen. Jeder ist mit nur einem kleine Teilaspekt beschäftigt: Leveldesign, Skriptsequenzen, Animation, etc. Als Chefdesigner ist es »nur noch« deine Aufgabe all dies zu bündeln und auf Spur zu halten.

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