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Doom für Nintendo Switch angespielt - Technisch schwächer als auf PS4 & Xbox One, aber das ist egal

Doom erscheint Ende 2017 für die Nintendo Switch. Linda durfte die Portierung des dämonischen Shooters bereits anspielen und verrät euch hier ihren Ersteindruck.

von Linda Sprenger,
26.09.2017 18:30 Uhr

Doom erscheint Ende 2017 für die Nintendo Switch. Ein konkretes Release-Datum steht aber noch aus.Doom erscheint Ende 2017 für die Nintendo Switch. Ein konkretes Release-Datum steht aber noch aus.

Auf den ersten Blick wollen Doom und die Nintendo Switch überhaupt nicht zusammenpassen. Der 2016 ursprünglich für PS4, Xbox One und PC erschienene Ego-Shooter ist ein höllisches Gesamtpaket aus Gore-Elementen und einem düsteren Sci-Fi-Look, das der eher familienfreundlichen Ausrichtung der Nintendo Switch gegenübersteht.

Dass Bethesda im Zuge der vergangenen Nintendo Direct-Präsentation einen Nintendo Switch-Port von Doom angekündigt hat, kam daher für viele überraschend und warf zudem die Frage in den Raum, wie zum Teufel ein so rasend schneller Shooter mit den eigenwilligen Joy-con und den eingeschränkten technischen Möglichlichkeiten der Hybrid-Konsole überhaupt funktionieren soll.

Nach unserem Anspiel-Termin, bei dem wir uns durch die dritte Kampagnen-Mission "Kernschmelze" geballter haben, sind wir allerdings sehr angetan: Das Konzept, das Executive Producer Marty Stratton einmal so treffend als "badass demons, big effing guns, and moving really fast" bezeichnet hat, macht auf der Nintendo Switch genauso viel Spaß wie auf der PS4, Xbox One und dem PC - wenn auch mit einigen Abstrichen.

In Doom besuchen wir den Mars und steigen später in die Hölle hinab, um uns mit den richtig fiesen Dämonen herumzuschlagen.In Doom besuchen wir den Mars und steigen später in die Hölle hinab, um uns mit den richtig fiesen Dämonen herumzuschlagen.

Doom für Nintendo Switch - Auflösung & FPS

Bethesda hat bereits kurz nach der Ankündigung klargestellt, dass die Nintendo Switch-Fassung von Doom maßgeschneidert ist und daher grafisch nicht eins zu eins den Versionen für PS4, Xbox One und PC entsprechen wird.

Faktisch bedeutet das, dass die Texturen von Doom auf dem Tablet der Nintendo Switch deutlich verwaschener sind als auf den anderen Plattformen. Während der Shooter sowohl auf der PS4 als auch auf der Xbox One bei einer Auflösung von 1080p meistens 60 Bilder pro Sekunde erreicht, müssen wir uns laut Bethesda auf der Nintendo Switch zudem bei 720p und 30 Bildern pro Sekunde anfreunden. Ganz egal, ob wir nun auf dem Tablet der Switch spielen oder auf dem TV.

Mehr: Doom im Test - Höllischer Spaß

Die 30 Frames erreicht Doom auf der Nintendo Switch aber nicht durchgehend. Bei unserer Anspiel-Session machten sich zuweilen Framerate-Einbrüche bemerkbar, als wir eines der vier Blutnester in der "Kernschmelze"-Mission zerstörten und damit einen ganzen Haufen Dämonen aufscheuchten, der sich kreischend auf uns stürzte. Im Gegensatz zu den PS4- und Xbox One-Versionen von Doom, die im Kampf gegen viele Gegner auf einmal recht flüssig läuft, hatten wir auf der Nintendo Switch zusätzlich mit einigen Rucklern zu kämpfen.

Wir haben die Nintendo Switch-Version von Doom zwar noch nicht auf dem TV gesehen, jedoch nehmen wir an, dass hier die optischen Unterschiede zu den Versionen für PS4, Xbox One und PC deutlicher ins Gewicht fallen. Der Shooter sollte also vornehmlich auf dem Tablet gespielt werden. Hier können wir aufgrund des kleinen Bildschirms noch eher über die technischen Defizite hinwegsehen, zumal der Shooter visuell trotz allem sehr ansprechend ist.

Doom ist auf der Nintendo Switch trotz schwächerer Grafik visuell trotzdem beeindruckend.Doom ist auf der Nintendo Switch trotz schwächerer Grafik visuell trotzdem beeindruckend.

Nintendo Switch-Pro Controller schlägt Joy-con

Bei der Steuerung müssen wir uns ebenfalls mit kleineren Einschränkungen anfreunden - oder mit dem Fakt, für das optimale Spielerlebnis eine zusätzliche Steuerungseinheit anwenden oder erst erwerben zu müssen. Gleichzeitiges Rennen und Schießen oder waghalsige Manöver, bei denen wir beispielsweise von einer erhöhten Plattform herunterspringen, in der Luft auf einen armen Abkömmling der Hölle schießen und ihm anschließend mit einem Glory Kill (Nahkampf-Finisher) dahin zurückschicken, wo er herkommt, sind nach kurzer Eingewöhnung mit den Joy-con im Handheld-Modus zwar möglich - für maximale Kontrolle und Komfort empfehlen wir allerdings den Nintendo Switch-Pro Controller bei aufgestelltem Tablet.

Wer Doom bereits auf der PS4, Xbox One oder dem PC gespielt hat, weiß, dass uns der Shooter im späteren Spielverlauf zunehmend größere Gegnerwellen aus stärkeren Dämonen an den Hals jagt, bei denen der Nintendo Switch-Pro Controller sicherlich die bessere Wahl sein dürfte. Der liegt auf Dauer angenehmer in der Hand als die kleinen Joy-con, bei denen sich unsere Fingerknochen nach einer halben Stunde Dämonen erschießen und zerkloppen bereits bemerkbar machten.

Doom funktioniert zwar auch mit den Joy-con, am präzisesten und angenehmsten gehen wir aber mit dem Pro Controller auf Dämonenjagd.Doom funktioniert zwar auch mit den Joy-con, am präzisesten und angenehmsten gehen wir aber mit dem Pro Controller auf Dämonenjagd.

Bei einem Shooter wie Doom, der Schnelligkeit und Präzision erfordert, können die Joy-con der Nintendo Switch nicht mithalten: Zu frickelig fühlte es sich an, unseren Helden mithilfe der Joy-con-Analogsticks durch die Gänge und Räume zu scheuchen und simultan das Fadenkreuz auf unsere Gegner zu richten. Der Pro Controller hingegen erleichtert durch die klassische Anordnung der Analogsticks das treffsichere Schießen um ein Vielfaches. In den ersten, noch anspruchslosen Missionen oder kurzen Spiel-Sessions reichen die Joy-con im Handheldmodus der Nintendo Switch nichtsdestotrotz aus.

Retter in der Not, Bewegungssteuerung

Wer keinen Nintendo Switch-Pro Controller hat oder haben will, der kann alternativ die Joy-con abnehmen und ebenfalls am aufgestellten Tablet benutzen. So haben wir die Möglichkeit, Glory Kills mit der Bewegungssteuerung auszuführen, was nicht etwa nur ein witziges Gimmick ist, sondern tatsächlich hilfreich sein kann.

Mehr: Das ist so meta! - Doom läuft auf einem Smartphone, das in der Unreal Engine 4 läuft

Gerade in besonders stressigen Situationen stellte es sich bei unserer Anspielsession als wesentlich effizienter heraus, einen Nahkampf-Angriff mit einer kurzen Handbewegung auszuführen, als beispielsweise im Handheldmodus unseren "Doom-Guy" mit dem Joy-con-Analogstick zu bewegen, mit der B-Taste zu springen und anschließend noch mit der R3-Taste einen Glory-Kill aus dem Daumengelenk zu schütteln.

Doom soll noch 2017 für die Nintendo Switch erscheinen. Ein genaues Release-Datum gibt es aber noch nicht.

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