Doom 3 BFG Edition im Test - Im Vorhof der Hölle

Wenn man seinen achten Geburtstag feiert, erwartet man eigentlich eine coole Party mit Freunden. Dumm nur, wenn sich stattdessen der Schlund der Hölle auftut. Wir haben mit der Doom 3 BFG Edition im Test vor allem eines erlebt: das kalte Grausen!

von Florian Kurzmaier, Maurice Weber,
24.10.2012 13:20 Uhr

Doom 3 BFG - 10 Minuten aus »The Lost Mission« Doom 3 BFG - 10 Minuten aus »The Lost Mission«

Doom hat seinerzeit dem Shooter-Genre zum Durchbruch verholfen und damit Spielegeschichte geschrieben, Doom 3 konnte immerhin mit seiner Grafikpracht überzeugen. Die Doom 3 BFG Edition für Playstation 3 und Xbox 360 vereint nun alle Spiele der Serie und verspricht obendrein eine Reihe optischer und inhaltlicher Neuerungen.

Grund genug, uns im Test erneut auf den Mars und seine Monde zu wagen, durch düstere Korridore zu stapfen und jede Menge Höllenmonster zu ihrem Meister zurückzuschicken. Sp spaßig wie das Original ist die Neuauflage aber längst nicht mehr. Denn obwohl die Doom 3 BFG Edition neben Doom und Doom 2 auch das Addon Auferstehung des Bösen sowie das Zusatzkapitel »Lost Mission« enthält, sieht ein gutes HD-Remake anders aus.

Oldie but Goldie?

Deckungssystem? Regenerierende Lebensenergie? Pah! Den diabolischen Kreaturen von Doom 3 treten wir damals wie heute mit nichts als unseren Reflexen und einem gut trainierten Abzugsfinger entgegen.

Doom 3 ist die Hölle, sprichwörtlich. Denn das Böse, das auf dem Mars über die Menschen herfällt, kommt direkt aus den Tiefen der Unterwelt.Doom 3 ist die Hölle, sprichwörtlich. Denn das Böse, das auf dem Mars über die Menschen herfällt, kommt direkt aus den Tiefen der Unterwelt.

Das ist nur fair, denn die Bestien verzichten ihrerseits auf eine ausgefeilte KI. Aber wo sich die Feuergefechte zunächst noch angenehm klassisch anfühlen, kommt das Level-Design der Doom 3 BFG Edition einfach nur veraltet rüber: Stunde um Stunde streifen wir durch immer gleiche monotone und finstere Korridore.

Da verschaffen auch die Horror-Einlagen keine Abhilfe: Wenn wir in einen unsichtbaren Auslöser tappen, springen uns sofort aus dem Nichts und allen Richtungen die Schergen der Unterwelt ins Gesicht. Weil das Spiel nie von diesem Schema X abweicht, lernen wir die Angriffe schnell vorherzusehen: »Da, hinter dieser Tür, da lauert doch bestimmt noch einer ...« Und? Klar doch: Brav wartet Herr Imp auf seine Begegnung mit unserer Bleispritze.

Die BFG Edition lässt solche grundlegenden Probleme ungelöst und bleibt ihren Wurzeln treu. Dafür macht sie angehenden Space Marines das Leben eine ganze Ecke leichter: Vorbei die Tage, als wir die Taschenlampe nur verwenden konnten, wenn wir unsere Knarre wegstecken – jetzt ist die Funzel in unsere Rüstung integriert und lässt sich jederzeit zuschalten, dafür muss sich regelmäßig die Batterie aufladen.

Außerdem schrumpfen viele ehemals frustige Stellen dank zusätzlicher Munitionspakete und Medipacks zu Wohlfühl-Passagen. Mit Licht und beruhigend vollem Magazin können wir den Schrecken der Hölle gleich deutlich entspannter entgegenblicken.

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