Duke Nukem Forever - Klage - Take 2 verklagt jetzt 3D Realms

Die Duke-Pleite hat ein Nachspiel. Aus Angst um die eigenen Rechte verklagt Take 2 3D Realms.

von Christian Merkel,
15.05.2009 10:45 Uhr

Duke Nukem Forever mag am Ende sein, doch das Drama um das Spiel scheint erst jetzt richtig zu beginnnen. Wie der Nachrichtendienst Bloomberg meldet, verklagt jetzt Take 2 das Programmierteam Apogee Software Ltd. (das ist der eingetragene Firmenname von 3D Realms). Laut Take 2 habe Apogee einen Vertrag gebrochen, der die Fertigstellung von Duke Nukem Forever fest zusichert. »Apogee hat laufend den Fertigstellungstermin von Duke Nukem Forever verzögert«, ist laut Bloomberg in der Beschwerde vor Gericht zu lesen. »Apogee hat wiederholt sowohl Take 2 als auch der Videospiele-Community versichert, dass sie fleißig an der Fertigstellung der PC-Version von Duke Nukem Forever arbeiten.«

Im November 1999 verkaufte der damalige Publisher Infogrames die Duke-Nukem-Forever-Vertriebsrechte für 12 Millionen US-Dollar an die Take-2-Tochterfirma Gathering of Developers. Laut Take 2 habe es 2007 eine weitere Vereinbarung mit Apogee / 3D Realms gegeben. Der Inhalt dieses Vertrages ist nicht bekannt, er scheint allerdings für den Ausgang des Rechtsverfahrens entscheidend zu sein. 3D Realms konnte niemals ein Duke Nukem Forever abliefern. Im Gegenteil: Am 6. Mai stoppte der Hersteller die Entwicklung und feuerte seine Mitarbeiter. 3D Realms (Apogee Software Ltd.) ist als Firma noch am Leben, allerdings ohne Mitarbeiter. Mittlerweile sind einige Dokumente des Gerichtsverfahrens im Internet veröffentlicht worden. Aus ihnen geht hervor, dass Take 2 fürchtet, dass 3D Realms den Sourcecode und die Grafikelemente entweder mutwillig zerstören oder für andere Zwecke benutzen könne. Deswegen hat Take 2 einen Eilantrag gestellt, nach dem es 3D Realms verboten werden solle, irgendwelche Materialien des Spiels an eine dritte Partei zu geben oder zu veräußern. Darüber hinaus möchte Take 2 eine Kopie sämtlicher Materialien erhalten.

Take 2 bestätigte nach der Einstellung des Geschäftsbetriebs bei 3D Realms, dass der Spielehersteller die Entwicklung von Duke Nukem Forever nicht mit finanziellen Mitteln unterstützt habe sowie nur die Vertriebsrechte und keine Markenrechte besitze. Allerdings sind neben den 12 Millionen US-Dollar für die Rechte auch schon viele Gelder für Werbung ausgegeben worden. Zum Beispiel glänzte Gathering of Developers 2001 mit einem aufwändigen Messeauftritt auf der Spielemesse E3, der vor allem Duke Nukem Forever gewidmet war. Geld für dieses Schaden wird Take 2 aus der bestehenden Restfirmenmasse von Apogee Software Ltd. sicherlich nicht bekommen. Doch die Gefahr, dass Duke Nukem Forever unter einem leicht anderen Namen bei einem anderen Hersteller auftaucht, besteht durchaus. Dies möchte Take 2 verhindern.


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