E3 2010 - Fazit: Nintendo Pressekonferenz - Retro und Zukunft: Nintendo zeigt alte Helden auf neuer Hardware und hält dabei alle Versprechen

Microsoft legte vor, Nintendo zog nach. Die Pressekonferenz des japanischen Spieleherstellers wurde vom neuen 3DS und zahlreichen Comebacks beherrscht. Unsere Einschätzung lest ihr im Fazit.

von Markus Schwerdtel,
15.06.2010 23:20 Uhr

The Legend of Zelda: Skyward SwordThe Legend of Zelda: Skyward Sword

Alte E3-Hasen haben nicht jede Nintendo-Pressekonferenz in guter Erinnerung. In den letzten Jahren gab’s mal endlose Powerpoint-Grafiken, mal peinliche Auftritte von Wii Music-Schlagzeugern. Entwarnung: Dieses Jahr hat Nintendo tatsächlich alles richtig gemacht! Gleich zu Beginn zeigt man Zelda: Skyward Sword, um die ewig nölende Hardcore-Gemeinde ruhig zu stellen. Ein schlauer Schachzug, der aber gar nicht nötig gewesen wäre, schließlich gibt es im Lauf der Pressekonferenz noch genug Stoff für »echte« Spieler, fast schon mehr als bei Microsoft. Es wirkt grade so als hätte man bei Nintendo kapiert, dass man von Casual-Spielen allein nicht leben kann. Zelda: Skyward Sword, GoldenEye, Metroid Other M, Donkey Kong Country Returns oder Kid Icarus: Uprising wirken fast schon wie ein Versöhnungsangebot an die Veteranen (wo war eigentlich Pikmin?). Dass Altmeister Miyamoto mit der Steuerung von Zelda offensichtlich seine liebe Mühe hatte sei ihm und dem Spiel verziehen. Die Bedingungen für Sensorleiste und Bewegungserkennung sind auf einer Bühne nie so ideal wie später im heimischen Wohnzimmer.

Saturo Iwata und der Nintendo 3DSSaturo Iwata und der Nintendo 3DS

Natürlich vergisst Nintendo aber auch nicht, wer der Firma in den letzten Jahren so glänzende Zahlen beschert hat. Mit Just Dance 2 oder Mario Sport Mix wendet man sich an die etwas jüngere Klientel, stellt diese Titel aber bei weitem nicht so penetrant in den Fokus der Pressekonferenz wie ähnliche Titel auf früheren Veranstaltungen. Eine Gratwanderung zwischen Casual- und Hardcore-Spiel scheint Kirby’s Epic Yarn zu werden. Auch wenn der Grafikstil an Bastelstunden im Kindergarten erinnert, die im Trailer gezeigten Bosskämpfe wirken eher anspruchsvoll. Ähnliches versucht wohl auch Warren Spector (Deus Ex) mit seinem Epic Mickey; vom Hocker gerissen hat uns die Präsentation des Hüpfspiels aber nicht. Hoffentlich verlässt sich Warren nicht zu sehr auf die Zugkraft der starken Disney-Lizenz mit ihren bekannten Schauplätzen sowie Figuren und baut ein paar spielerische Finessen ein. Vom groß angepriesenen Farbe-Verdünner-Konzept und den weitreichenden Entscheidungen war noch zu wenig zu sehen, um ein Urteil zu fällen.

Nintendo 3DSNintendo 3DS

Der Clou der Pressekonferenz war natürlich die erwartete Ankündigung des Nintendo 3DS. Auch wenn nahezu alle Fakten schon vorher bekannt waren und eine 3D-Konsole nur schwer zu präsentieren ist – das Gerät hat zweifellos Potenzial! Zwar war von der laut Satoru Iwata so immens aufgebohrten Grafikpower im Trailer von Kid Icarus: Uprising nicht allzu viel zu bemerken, aber der 3D-Effekt dürfte da viel reißen. Wir berichten auf alle Fälle mehr über das Gerät, wenn wir es auf der Messe ausprobiert und erste 3D-Fotos von uns geschossen haben. So oder so ist die Riege der Entwickler für das 3DS beeindruckend, mit Titeln wie Metal Gear Solid oder Resident Evil scheint der Erfolg vorprogrammiert. Stutzig macht uns allerdings, dass Nintendo weder ein Erscheinungsdatum noch einen Preis für das 3DS genannt hat, schließlich scheint es schon genug Vorserien-Geräte für einen großen Messeauftritt zu geben. Wir gehen aber davon aus, dass die Konsole zu Weihnachten erscheint und nicht viel teurer ist als momentan ein DSi XL.

Unser PK-Fazit: Nintendo hat sich offenbar seiner alten Fans besonnen und hält ihnen einige Zuckerl vor die Nase, gut so. Stimmt, es gibt keine neuen Marken oder Spieleserien, aber das hat auch niemand wirklich erwartet. Die Wiederbelebung von Donkey Kong Country, Kirby und Kid Icarus ist vielleicht etwas einfallslos, aber auf jeden Fall willkommen. Das 3DS scheint genau die Hardware zu sein die Nintendo braucht, um gegen den neuen Konkurrenten Apple zu bestehen (der kein 3D kann) und um Sonys Handheld-Träumen endgültig den Todesstoß zu geben.


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