EA klagt gegen Indizierung

von Gunnar Lott,
05.05.2003 08:15 Uhr

Erstmals wehrt sich eine Spielefirma gegen eine Indizierungsentscheidung: EA reichte letzte Woche vor dem Verwaltungsgericht Köln Klage gegen die Indizierung von C&C: Generals (PC) ein. Das Spiel war von einem Gremium der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) mit Wirkung zum 1. März 2003 auf den Index gesetzt worden, obwohl es zuvor von der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) eine Altersempfehlung ab 16 Jahren erhalten hatte. Bedingt durch diese Entscheidung der BPjM musste Generals nur gut zwei Wochen nach dem Erscheinen aus dem öffentlichen Verkauf entfernt werden. Es handelte sich dabei um eine Schnellindizierung, denn nach dem Inkrafttreten des neuen Jugendschutzgesetzes (am 1. April 2003) wäre die Indizierung nicht mehr möglich gewesen.
Dr. Jens Uwe Intat, Geschäftsführer der EA Central Region, zu der auch Deutschland gehört, begründet die Entscheidung zur Klage so: »Die Bereinigung des entstandenen materiellen Schadens ist kein entscheidendes Kriterium für diesen Schritt. Vielmehr geht es uns darum, das fragwürdige Vorgehen der BPjM in diesem Fall nicht einfach hinzunehmen. Mir scheint, dass man EA Deutschland als Tochterunternehmen eines US-amerikanischen Konzerns aus politisch motivierten Gründen ungerecht behandelt hat. Weder wurden unsere Argumente von dem Gremium in irgendeiner Weise aufgegriffen, noch war den meisten Vertretern des Gremiums überhaupt das Spiel oder auch nur das Genre vertraut. Ich hoffe, dass die nun involvierten gesellschaftlichen Institutionen hier aufgeklärter handeln, zumal Generals weltweit frei an Jugendliche ab 16 Jahren verkauft werden kann und außerhalb Deutschlands nur in China indiziert ist.«


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