Eidos - Redakteur wegen Kritik gefeuert?

Musste ein Redakteur wegen einem Testbericht gehen?

von Christian Merkel,
30.11.2007 15:25 Uhr

Wie viel Macht haben Spielekonzerne? Das Onlinemagazin Kotaku berichtet, dass Eidos für den Rauswurf eines Testredakteurs beim Spieleportal Gamespot.com gesorgt haben könnte. Fakt ist: Gamespot hat seinen altgedienten Gamespot.com-Redakteur Jeff Gerstmann gerade gefeuert. Eine vertrauenswürdige Quelle hat Kotaku berichtet, dass Spielehersteller Eidos dahinter steckt.

Gerstmann hat Kane & Lynch: Dead Men eine Ohrfeige mit einer Wertung von 6.0 verpasst und auch ansonsten einen ziemlich harschen Ton im Test gegenüber den Programmierern angeschlagen. Eidos war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung mit einer großflächigen Werbung auf Gamespot.com präsent. Laut den Kotaku vorliegenden Informationen habe Eidos damit gedroht, seine Werbekampagnen aufgrund dieses Tests zurückzuziehen. Dies habe dann vermutlich zum Weggang des Redakteurs geführt.

Ist der finanzielle Druck der Spielehersteller so groß, dass sie gegen unliebsame Tests vorgehen können? In den USA werben auf Spielewebseiten vor allem Spielehersteller, so dass der Wegfall eines Kunden schmerzhaft ist, aber sicherlich nicht existenzbedrohend. Denn es gibt nach wie vor außer Eidos noch genug andere Spieleproduzenten.

Humorvoll betrachtet das Penny Arcade. Die Website hat den Vorfall schon auf ihre eigene Weise bearbeitet.

Eidos ist auch für GameStar keine unbekannte Größe: Bei den Tests von Tomb Raider 4 und Shellshock: Vietnam zeigte sich der Hersteller im Nachhinein nicht von seiner besten Seite. Kündigungen gab es in diesem Zusammenhang zum Glück nie.


Kommentare(0)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.