Ex-Xbox-Chef schießt gegen Rare - Angeblich ein Relikt der Vergangenheit

Soll man Conker und Viva Piñata am besten in einem Museum ausstellen? Peter Moore ist davon überzeugt.

von Christian Merkel,
18.09.2008 16:10 Uhr

Peter MoorePeter Moore

Gehört der Spieleentwickler Rare in unsere heutige Zeit oder ist er ein Auslaufmodell? Peter Moore, früher Leiter der Xbox-Abteilung bei Microsoft, jetzt bei Electronic Arts für den Sport zuständig, kann rückblickend nur noch über Rare den Kopf schütteln: »Ihre Fähigkeiten sind aus einer anderen Zeit und von einem anderen Ort. Heutzutage passt das einfach nicht mehr zum Markt«, sagt Moore im Interview mit der britischen Zeitung The Guardian. Während Perfect Dark Zero noch einigermaßen erfolgreich war, bekam Peter Moore bei Viva Piñata einen Dämpfer verpasst. »Wir haben alle möglichen klassischen Rare-Sachen ausprobiert. Unglücklicherweise ist nach meiner Meinung die Industrie an Rare vorbeigezogen ... Die Kunden scheren sich nicht mehr um die Dinge, bei denen Rare gut ist.« Das ist natürlich eine sehr einseitige Sicht der Dinge. Rare sollte die Wunderwaffe sein, um der Xbox 360 eine größere Zielgruppe zu geben. Nur ist es Rares schuld, wenn die Microsofts Marktforschung gerade das Konzept eines Viva Piñata genehmigt?

Der aktuelle Microsoft-Game-Studios-Chef Phil Spencer kontert: »Rare ist ein phantastisches Studio, das ständig hochqualitative, mit Awards ausgezeichnete Spiele für die Xbox geliefert hat und das auch in Zukunft tun wird. Rare spielt eine strategische Rolle dabei, Spiele und andere Inhalte zu liefern, um unseren Kundenstamm langfristig mehr Richtung Mainstream zu entwickeln.« Moore hat schon im Guardian-Interview erkannt, dass die Xbox während seiner Zeit vor allem eine Halo-Box war. Ein Rare-Spiel macht noch keine neue Zielgruppe. Microsoft versucht jetzt sein Glück allerdings eher bei Musikspielen wie Lips, während Rare sich an Avataren für das neue Xbox-Dashboard, Banjo-Kazooie: Nuts & Bolts und einem neuen Viva Piñata versucht.


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