F1 2015 im Test - Auf halber Strecke liegen geblieben

Runderneuert oder müdes Update? Im finalen Test zu F1 2015 zeigt sich, ob die großen Versprechungen von Codemasters eingehalten werden können.

von Tobias Veltin,
15.07.2015 16:15 Uhr

F1 2015 - Test-Video zum Codemasters-Rennspiel F1 2015 - Test-Video zum Codemasters-Rennspiel

Neue Saison, neues Glück. Nur knapp neun Monate nach dem soliden F1 2014 liefert Codemasters schon den Nachfolger F1 2015. Anders als der Vorgänger soll sich das aber weniger nach Update, sondern vielmehr nach komplett verbessertem Spiel anfühlen. Die Zutaten dafür: eine neue Engine samt überarbeiteter Fahrphysik und etliche Detailverbesserungen, die die Serie wieder ein Stückchen nach vorne bringen sollen. Nach etlichen Testrunden auf den Formel-1-Pisten dieser Welt fällen wir unser Urteil - und so richtig zufrieden sind wir nicht.

F1 2015
Genre: Sport
Release: 10.07.2015

Alles echt

Doch der Reihe nach: Wer Wert auf Authentizität legt, kommt auch in diesem Jahr nicht um F1 2015 herum. Dank offizieller Lizenz gibt's wie gewohnt sämtliche Teams, Strecken und Regeln. Das Manor Marussia Team wurde mittlerweile nachgereicht, außerdem kehrt der große Preis von Mexico auf dem Autódromo Hermanos Rodriguez in den Formel-1-Zirkus zurück.

Dank des DRS-Systems gelingen am Ende von Geraden teilweise sehr spannende Überholmanöver.Dank des DRS-Systems gelingen am Ende von Geraden teilweise sehr spannende Überholmanöver.

Die Parc-Fermé-Regeln sind ebenfalls an Bord, genau wie die aus dem letzten Jahr bekannten V6-Motoren. Netter Bonus: Codemasters hat zusätzlich die letzte Saison eingebaut, wer mag, kann also noch einmal mit Sebastian Vettel im Red Bull losdüsen.

Keine Karriere

Bei den Spielmodi zeigen sich die Entwickler dagegen weniger großzügig. Mit Meisterschaft, Einzelrennen, Zeitfahren und Multiplayer gibt es lediglich Standardkost. Der beliebte Karrieremodus, in dem man einen aufstrebenden F1-Piloten nach und nach zum Champion aufbaut, wurde ebenso gestrichen wie die Coop-Meisterschaft im Multiplayer-Modus.

Neu hinzu kommt lediglich der Profisaison-Modus, der vor allem für besonders anspruchsvolle Spieler interessant sein dürfte. Hier wird stets die volle Renndistanz gefahren, die Cockpitperspektive ist festgelegt, alle Fahrhilfen und HUD-Elemente sind ausgeschaltet. Eine nette Idee, die man aber mit ein paar Einstellungen in der Meisterschaft auch selbst schnell erledigen kann - ob dafür ein eigener Modus notwendig gewesen wäre, ist fraglich.

In der Cockpitperspektive kommt das ohnehin schon sehr gute Geschwindigkeitsgefühl noch einmal besser rüber.In der Cockpitperspektive kommt das ohnehin schon sehr gute Geschwindigkeitsgefühl noch einmal besser rüber.

Grundsätzlich stößt die zusammengestrichene Modiauswahl im Vergleich zu Vorgänger ziemlich sauer auf, zumal von Codemasters bereits angekündigt wurde, dass der Karrieremodus nicht nachgepatcht wird und auch keine DLCs geplant sind.

Mehr Flexibilität, bitte!

Die Meisterschaft bleibt nach dem Wegfall der Karriere der umfangreichste Modus und lässt uns zu Beginn die Wahl, ob wir kurze, mittlere oder lange Rennwochenenden fahren wollen. Blöd nur, dass die Einstellungen hier recht unflexibel sind - wer zum Beispiel ein komplettes Qualifying fahren will, muss zwangsläufig die letzte Option wählen, dann aber auch die volle Renndistanz fahren.

Hier hätten wir uns mehr Möglichkeiten zur Individualisierung gewünscht, wie so etwas funktionieren kann, hat jüngst erst Project Cars mit der anpassbaren Karriere gezeigt. Sehr umfangreich ist dagegen die Auswahl der einzelnen Fahrhilfen, denn ABS, Traktionskontrolle und Co. sind traditionell an- und abschaltbar und dürften so für jede Erfahrungsstufe das richtige bieten.

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Auch die Rückspulfunktion ist wieder dabei und lässt sich auf Wunsch sogar unendlich oft einsetzen - Puristen rümpfen an dieser Stelle natürlich verächtlich die Nase und schalten das Hilfsmittel einfach ab.

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Fahrgefühl stark, Feedback schwach

Auf der Strecke selbst zeigt sich F1 2015 gewohnt stark, eine echte Revolution im Vergleich zu den Vorgängern bleibt aber aus. Durchaus angetan sind wir vom optimierten Fahrgefühl, das sich nach wie vor zwischen Arcade und Simulation bewegt. Die Boliden fühlen sich nun etwas massiger an, lassen sich aber sanft und sehr direkt über die Kurse manövrieren. Lediglich an die nervösen Hecks bei Kurvenausfahrten müssen wir uns zunächst gewöhnen, wer hier zu viel Gas gibt, riskiert schnell einen Dreher - vor allem, wenn die Strecke nach einem Regenguss in ein Aquaplaning-Paradies verwandelt worden ist. Gut gelungen ist auch das Ansprechverhalten des Motors, selbst mit dem Gamepad bekommen wir schnell ein gutes Gefühl für das Fahrzeug. Toll ist auch die Unterstützung der Xbox One-Impulstrigger, die ein tolles Feedback geben.

Mit dem Lenkrad spielt sich F1 2015 erwartungsgemäß am besten, weil Lenkbewegungen noch präziser durchgeführt werden können und es zudem mehr Einstellungsmöglichkeiten gibt als beim Controller. Bei unserem G27-Lenkrad von Logitech war allerdings der Force-Feedback-Effekt selbst nach Anpassung enttäuschend schwach, gerade die Rückmeldung bei Curbs ist fast nicht vorhanden. Andere Rennspiele kriegen das deutlich besser hin.

F1 2015 - Grafikvergleich: PC gegen PS4 und Xbox One F1 2015 - Grafikvergleich: PC gegen PS4 und Xbox One


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