Fable: The Journey - Fuchteln und Reiten in Albion

Lionhead hat uns vor den Bewegungssensor gepflanzt und durch die ersten Levels von Fable: The Journey gescheucht. Hat der Titel das Zeug zum Kinect-Hit?

von Patrick Mittler,
23.06.2012 11:50 Uhr

Seit der letztjährigen E3 sind Fable-Fans wohl etwas verwirrt. Bei der damaligen Präsentation von Fable: The Journey wirkte das Kinect-Spiel wie ein Railshooter im Fantasy-Gewand. Prompt widersprach Lionhead-Guru Peter Molyneux und sprach von einem vollwertigen Rollenspiel. Im März dieses Jahres verließ Molyneux allerdings seine Stammfirmen Lionhead und Microsoft, um sich neuen Projekten zu widmen. Ein schlechtes Omen für den Fable-Ableger?

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Wir haben die Lionhead Studios im englischen Surrey besucht und konnten Fable: The Journey anspielen. Eine Stunde lang haben uns die Entwickler durch einige frühe Levels des Kinect-Rollenspiels geführt. Drei Fragen habenuns dabei unter den Nägeln gebrannt: Funktioniert die Kinect-Steuerung? Macht das Herumgefuchtel Sinn und Spaß? Und ist Fable: The Journey nun ein Railshooter im Rollenspielgewand oder ein Rollenspiel mit Railshooter-Anleihen?

Funktioniert’s und macht’s Spaß?

Die erste Frage ist schnell beantwortet: Ja, die Kinect-Steuerung von Fable: The Journey funktioniert, macht Sinn und schafft eine schöne Mittendrinn-Atmosphäre.

Falsche Abzweigung? Gabriel gerät zwischen die Fronten einer Schlacht.Falsche Abzweigung? Gabriel gerät zwischen die Fronten einer Schlacht.

Wir steuern unseren Helden, den jungen Gabriel, aus der Ego-Perspektive, wie er anfangs mit seiner Kutsche durch Albion rumpelt. Dank verbesserter Körper-Erfassung wird Fable: The Journey im Sitzen gespielt – ein klarer Vorteil bei längeren Ausritt-Sessions.

Mit unseren Händen bedienen wir die Zügel und lenken unser Pferd über einen vorgegebenen Pfad. Schnalzen wir die Zügel nach vorn, wechselt unser Pferdchen in einen flotten Galopp, ziehen wir sie nach hinten, bremst der Klepper. So lenken wir unseren Karren mit Bedacht über felsiges Gelände und geben bei langen Geraden ordentlich Gas. Die Kutschensteuerung funktioniert ausgesprochen intuitiv, die Kamera suggeriert mit leichtem Wackeln ein gelungenes »Reit-Erlebnis«. Wir sind uns sicher: Mit dem Controller wäre diese Fable-Reise nur halb so lustig.

Nach dieser gemächlichen Einführung wird es etwas hektischer. Jungspund Gabriel hört ein verdächtiges Geräusch im Wald. Aus den Büschen stolpert eine mysteriöse Frau. Fable-Kenner identifizieren die Dame schnell als die Seherin Theresa, doch es bleibt keine Zeit für nostalgische Gefühle. Denn hinter den Bäumen wälzt sich ein riesiges Monster heran.

Die packende Flucht vor der bösen »Corruption« ist ein Highlight unserer Anspielsession.Die packende Flucht vor der bösen »Corruption« ist ein Highlight unserer Anspielsession.

Es ist die so genannte »Corruption«, eine dunkle Macht und der Antagonist von The Journey. Mit Gabriel und Theresa hechten wir auf die Kutsche und wir treiben unser Pferd an. Damit dem Gaul nicht die Puste ausgeht, sammeln wir rote Orbs ein, die dem Tier frische Kraft geben. Die wilde Hatz geht über Stock und Stein, während sich die »Corruption« links und rechts ins Bild walzt, Bäume entwurzelt und den Boden aufreißt. Nach einigen Minuten spannender Flucht schaffen wir es schließlich in eine sichere Höhle – und atmen erst mal durch.


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