Fallout - Sollte ursprünglich Zeitreisen und Dinos enthalten

Produzent und Designer Tim Cain sprach auf der GDC über die Entstehung des ersten Fallout-Spiels und verriet, welche Konzepte bis zum Release gestrichen wurden. Darunter einige mehr als verrückte Ideen.

von Christian Fritz Schneider,
09.03.2012 12:58 Uhr

Mit Endzeit hatte das erste Fallout in seinen frühen Entwicklungsphasen noch nichts zu tun.Mit Endzeit hatte das erste Fallout in seinen frühen Entwicklungsphasen noch nichts zu tun.

Als das erste Fallout 1997 für den PC veröffentlicht wurde, war es ein Rollenspiel in einer post-apokalyptischen Welt mit rundenbasierten Kämpfen. Doch das Spiel hätte auch ganz anders aussehen können, wie der damalige Produzent und Designer Timothy Cain nun in Rahmen der Entwickler-Konferrenz GDC in San Francisco verriet und Eurogamer berichtet.

So sollte das Spiel zunächst ein klassisches Fantasy-Rollenspiel werden. Von dieser Idee verabschiedete sich das Team aber schnell und wagte sich an eine neue Story-Idee, die so aussah: Der Spieler startet in einer modernen Welt, wird dann per Zeitreise weit zurück geworfen und tötet die Affenvorfahren des Menschen. Bei seiner Rückkehr in die Gegenwart wird die Erde dann von intelligenten Dinosauriern regiert, die den Spieler auf einen fremden Planeten verbannen, auf dem Magie existiert. Von dort kann der Spieler mittels Magie in die Vergangenheit zurückreisen, seine Fehler ungeschehen machen und in der wiederhergestellten Gegenwart seine Freundin retten.

Rückblickend sagte Cain auf der GDC: »Wenn ich mich heute so erzählen höre, kingt das alles total merkwürdig. Aber wir wollten diese Idee wirklich umsetzen. Irgendwann hat mich dann aber einer der anderen Produzenten zur Vernunft gebracht.«

Für den europäischen Release musste das erste Fallout um die Kinder geschnitten werden, da man diese in der Original-Version töten konnte.Für den europäischen Release musste das erste Fallout um die Kinder geschnitten werden, da man diese in der Original-Version töten konnte.

Die nächste Idee sah dann eine Erde vor, die von Alien übernommen wurde. Nur eine Stadt konnte sich gegen die außerirdische Invasion behaupten. Nun musste der Spieler diesen sicheren Hafen verlassen und draußen in der Welt nach Ressourcen suchen.

»Aus dieser Situation hat sich dann das finale Fallout entwickelt. Die Idee, aus einem sicheren Bunker in das Ödland zu marschieren«, so Cain. Damals hieß das Spiel allerdings noch nicht Fallout sondern entstand unter dem Arbeitstitel Vault 13. Laut der Marketing-Abteilung des Entwicklers Interplays verriet dieser Name aber zuwenig darüber, worum es in dem Spiel eigentlich gehen würde. So kamen Namenvorschläge wie Aftermath, Survivor und sogar Post Nuclear Adventure auf. Letztendlich war es jedoch Interplay-Mitbegründer und Wasteland-Entwickler Brian Fargo, der dem Rollenspiel seinen Namen gab.

Laut Timothy Cain habe sich Fargo das Spiel übers Wochenende mit nach Hause genommen, kam dann am Montag zurück und meinte er solle es Fallout nennen. »Es war ein brillanter Name, es fasste die Essenz des Spiels perfekt zusammen«, erinnert sich Cain.

Dabei wäre Fallout beinahe nicht in Europa erschienen. Im amerikanischen Originalspiel war es nämlich möglich Kinder zu töten. Eine Aktion, die im Spiel streng bestraft wurde, beispielsweise mit Karma-Abzügen. In einigen Gebieten wurde der Spieler sogar gleich von den Bewohnern beschossen. Mancherorts wurde nicht mehr mit dem Spieler gehandelt. Diese Bestrafungen reichten allerdings nicht, für eine Freigabe in vielen europäischen Ländern und so wurden die Kinder komplett aus dem Spiel entfernt. Es gab zwar noch Story-Verweise, aber zu sehen waren sie nicht mehr.


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