Fallout: The Brotherhood Of Steel im Test

Bunker finden... Mutanten aufhalten... Erde retten... Scheißtag!

16.01.2004 10:37 Uhr

In der Wüste schlagt ihr euch mit radioaktiv verstrahlten Riesenskorpionen rum. Die Viecher sehen aber wesentlich gefährlicher aus, als sie sind. Screen: Playstation 2In der Wüste schlagt ihr euch mit radioaktiv verstrahlten Riesenskorpionen rum. Die Viecher sehen aber wesentlich gefährlicher aus, als sie sind. Screen: Playstation 2

Den Preis für die lustigste Nebenaufgabe hat Fallout: Brotherhood of Steel schon mal sicher: Die verlorene Katze der Dorfprostituierten soll man suchen. Der Hosentaschentiger trägt den bezeichnenden Namen Mr. Pussy. Gröl! Wer mit schlechten Männerwitzen nichts anfangen kann, dürfte mit dem Spiel aber trotzdem Spaß haben, dafür bürgt die von Baldur's Gate: Dark Alliance bekannte solide Technik.

Fallout minus Hirn

Typischer Fallout-Humor: Die Mutanten haben den Warnhinweis auf dem Fußboden passend korrigiert. Screen: Playstation 2Typischer Fallout-Humor: Die Mutanten haben den Warnhinweis auf dem Fußboden passend korrigiert. Screen: Playstation 2

Fallout: Brotherhood of Steel kommt aus dem gleichen Haus wie Baldur's Gate: Dark Alliance II, Spielablauf und Benutzerführung beider Spiele sind nahezu identisch. Fallout spielt in der Zukunft, auf der vom Atomkrieg verwüsteten Erde. Es knüpft an den PC-Klassiker gleichen Namens an, hat mit diesem aber nur noch den Humor und das Szenario gemeinsam. Kenntnisse der PC-Fallout-Spiele erhöhen den Spaß am Spiel, sind aber nicht erforderlich. Das alte Fallout war ein komplexes Rollenspiel im Stil des im Sommer erschienenen Knights Of The Old Republic. Das neue Fallout ist leichte Action-Kost mit ein paar bescheidenen Rollenspiel-Elementen. Ihr wählt einen aus drei Charakteren aus (später gibt's noch Bonuscharaktere) und zieht zunächst los, um ein paar Kollegen eurer Bruderschaft zu finden. Die Bruderschaft ist eine Organisation, die sich die Wiederentdeckung der Technik und die Bekämpfung marodierender Mutanten auf die Fahnen geschrieben hat. Eure Aufgabe gestaltet sich schwieriger als gedacht, nach einigen Stunden seid ihr vom Knappen der Bruderschaft zum Einzelkämpfer gegen eine Mutantenarmee gereift.

Zwei Punkte für den Sadisten

Das Inventar ist komfortabel, hat aber zuweilen ein paar Übersetzungsfehler. Screen: Playstation 2Das Inventar ist komfortabel, hat aber zuweilen ein paar Übersetzungsfehler. Screen: Playstation 2

Die Steuerung ist simpel und effizient: Mit der X-Taste greift ihr mit einer von drei zuvor ausgewählten Waffen an (mit der L2-Taste schaltet ihr zwischen ihnen hin und her). Mit der R1-Taste visiert ihr automatisch das nächste Ziel an. Magie-Schnickschnack gibt es bei Fallout nicht. Attribute wie Stärke oder Geschicklichkeit sucht man ebenfalls vergebens. Neben Trefferpunkten und Rüstungswert gibt es aber immerhin eine breite Palette an Spezialfähigkeiten. Mit jedem Erfahrungsstufen-Anstieg erhaltet ihr Punkte, die ihr zur Steigerung eurer Waffenfähigkeiten oder einiger Spezialeigenschaften einsetzt. Die Fähigkeit »Sadist« heilt beispielsweise ein paar Trefferpunkte für jedes Monster, das ihr erledigt. Die »Schatzsucher«-Fertigkeit dagegen erhöht den Wert der Beute, die ihr auf eurem Weg findet. Die Charakterentwicklung ist ganz nett, verdient den Namen »Rollenspiel« aber eigentlich nicht. Hauptmotivation bei Fallout sind die immer schlagkräftigeren Waffen (vom Käsemesser bis zum Dauerfeuer-Laser) und das Endzeit-Szenario mit seinen vielen kleinen Gags (Tipp: Hört mal aufmerksam auf den Text des Hauptmenü-Songs). Die Welt von Fallout ist atmosphärisch und künstlerisch eine Spieldesign-Meisterleistung.

Monster-Schlitzer und Wüsten-Adler

In diesem Bild sieht man sehr schön die detaillierten Modelle. So nah geht die Kamera im Spiel aber nicht ran. Screen: Playstation 2In diesem Bild sieht man sehr schön die detaillierten Modelle. So nah geht die Kamera im Spiel aber nicht ran. Screen: Playstation 2

Technisch ist Fallout prinzipiell ähnlich gut wie Baldur's Gate: DA II. Alle drei Akte (Wüstenstadt, zerbombte Stadt und Bunker) sind grafisch sauber, flimmerfrei und detailverliebt inszeniert. Eine Zoom-Funktion wie bei D&D Heroes wäre nett, gibt es aber nicht. Schade, einige der coolen Monstermodelle hätte man sich gern mal näher angesehen. Insgesamt also alles prima im Land der Apokalypse, nur einige kleine Fehler trüben den Spaß. Mal stehen Gegner doof rum und machen keine Anstalten, euch anzugreifen; mal fällt man in ein Loch und kommt nicht mehr raus. Das ist ärgerlich, hat aber keine gravierenden Folgen. Aktive Gegner gibt es genug und an jeder Ecke steht ein Speicherpunkt rum. Das Sichern eurer Fortschritte geschieht schnell und komfortabel. Störender sind Fehler bei der deutschen Übersetzung. Die Sprecherqualität schwankt zwischen »ganz gut« und »totale Katastrophe«, einige Übersetzungen sind zudem sehr abenteuerlich. Eine »Desert Eagle«-Pistole mit »Wüsten-Adler« zu übersetzen halten wir für ähnlich gewagt wie ein Lasergewehr, das mit »Leichtstrom-Munition« betrieben wird. Englischkundige freuen sich angesichts solcher Stilblüten über die ebenfalls enthaltene Original-Sprachfassung.

Wertung

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