Far Cry 3 - Rumble in the Jungle

Durch die Tropen kämpfen, Luftschläge anfordern und Gegner auf den Lokus schicken: Als erstes deutsches Magazin durften wir den Multiplayer-Modus von Far Cry 3 anspielen.

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Für die Entwickler von Massive Entertainment ist Far Cry 3das erste Mal -- und doch fühle sich alles sehr vertraut an, sagt Creative Director Magnus Jansen: »Es ist wie nach Hause zu kommen. Wir sind nämlich alle leidenschaftliche Shooter-Spieler. Schon unsere früheren Titel waren stark von diesem Genre inspiriert.«

Dabei waren die Schweden bis vor wenigen Jahren in einem anderen Sektor zuhause: Für das Strategie-Spiel World in Conflictheimste das Team großes Lob ein. Gamestar vergab 2007 einen Gold-Award und lobte den »brillanten Multiplayer-Modus«. Diese Stärke der Entwickler macht Ubisoft sich nun für Far Cry 3 zunutze: Während die Einzelspieler-Kampagne in Montreal entsteht, bastelt Massive Entertainment in Malmö am Mehrspieler-Teil. Als erstes deutsches Spiele-Magazin durften wir die Arbeit der Schweden begutachten und anspielen.

Far Cry 3 - Multiplayer-Screenshots ansehen

Rot oder Blau?

Hegen wir vor dem Termin mit den Entwicklern leise Hoffnungen auf einen Mehrspieler-Modus, der in Richtung MMO geht und uns mit anderen Spielern über weitläufige Inseln führt, ist die tatsächliche Marschroute eine andere: »Der Modus basiert ganz klar auf eingegrenzten Karten und Runden«, sagt Jansen.

An einem Stahlkabel abseilen und feuern -- so sah auch unser Einstieg in den Mehrspieler-Modus aus. Der Pirat mit roter Mütze und Halstuchel erledigt den Rebellen. An einem Stahlkabel abseilen und feuern -- so sah auch unser Einstieg in den Mehrspieler-Modus aus. Der Pirat mit roter Mütze und Halstuchel erledigt den Rebellen.

Bevor es in den Kampf geht, entscheiden wir uns für eine von zwei Fraktionen: Rebellen oder Piraten, beide sind bereits aus den Solo-Demos von Far Cry 3 bekannt. Die Optik der verfeindeten Gruppen ist für Mehrspieler-Matches angenehm eindeutig: Die Piraten tragen meist leuchtend rote Tücher und Mützen, dazu ein paramilitärisches Outfit mit Kampfstiefeln.

Die Rebellen wirken dagegen etwas sympathischer auf uns: Sie sind mit traditionellen Südsee-Tattoos übersät, tragen Armbänder und spurten barfuß über das Schlachtfeld. Bei ihrer Kleidung dominiert ein helles blau - Fehlschüsse sind also praktisch ausgeschlossen.

Auch der Schauplatz für unseren ersten Multiplayer-Einsatz bei Far Cry 3 ist überschaubar: Auf der einen Seite der Karte befindet sich ein altes Hafengelände mitsamt einem verrosteten U-Boot. Fässer, alte Industriemaschinen und marode Betonpfeiler bieten Schutz vor Feindfeuer. Auf der anderen Seite stehen ein paar Wellblechhütten zwischen Strand und Palmen-Panorama, Raum also für den obligatorischen Häuserkampf.

Far Cry 3 - Vorschau-Video zum Insel-Shooter Video starten 4:25 Far Cry 3 - Vorschau-Video zum Insel-Shooter

Mit lautem Knall aufs stille Örtchen

Bevor wir uns endlich in den Kampf einschalten, begutachten wir die Anzeigen auf dem Bildschirm: Links unten ist eine Mini-Karte im Stil von Grand Theft Auto, direkt darüber rattern Infos wie »X tötet Y« herunter.

Zementblöcke zerfallen, der Stahl rostet, Planken quietschen -- die tropische Hafenanlage hat schon bessere Zeiten gesehen. Und dann auch noch so viele Einschusslöcher ... Zementblöcke zerfallen, der Stahl rostet, Planken quietschen -- die tropische Hafenanlage hat schon bessere Zeiten gesehen. Und dann auch noch so viele Einschusslöcher ...

Oben sehen wir eine weitere Anzeige: Ein Querbalken mit den Farben rot und blau symbolisiert, welches Team gerade die Oberhand hat, also ein »Momentum«. Die feindlichen Piraten scheinen im Deathmatch-Modus gerade das Rennen zu machen. Zeit also, uns in den Kampf zu stürzen. Und das ist wörtlich zu verstehen: Genau wie im Solo-Modus von Far Cry 3 sind auch im Mehrspieler-Part hier und da Stahlseile gespannt, an denen wir im mörderischen Tempo nach unten sausen -- und dabei mit der Pistole auf den ersten Feind feuern.

Wir landen auf den Füßen, zücken die Schrotflinte, drücken ab, ein weiterer »Kill«. Ist man mit Ego-Shootern auf vertraut, geht die Steuerung leicht von der Hand. Die Karte hat eine überschaubare Größe, dennoch können sich dort bis zu 18 Spieler tummeln. Das soll das Spieltempo ankurbeln. »High Pace« nennt das Jansen, und mit »hohem Tempo« liegt der Schwede richtig: Im Kampf gibt es nur selten eine Verschnaufpause. Immer wieder stoßen wir beim Vorrücken auf neue Gegner, viele davon erledigen wir aber gar nicht selbst - die Teamkollegen sind schneller.

Zwischen den Wellblechhütten stellen wir dann einen weiteren Piraten: Er hat sich auf einem heruntergekommenen Plumpsklo versteckt und springt auf uns zu. Die Schrotflinte schickt ihn aber mit einem lauten Knall aufs stille Örtchen zurück.

Raketenbeschuss und Kampfschreie

Während wir uns am tropischen Ufer entlang ballern, kassieren wir für jeden Treffer Belohnungen. Die gesammelten Erfahrungspunkte entscheiden nicht nur über unser Ranking, sondern sind auch eine Art Währung, um an neue Waffen zu kommen.

Die Zahl der »XP« lässt sich mit guten Leistungen steigern. »Kill Streaks«, also Eliminierungen in Serie, katapultieren den Kontostand in die Höhe. Aber auch Hilfe wird belohnt: Wer einen Gegner schwächt, aber nicht den entscheidenden Schuss abfeuert, sackt einen »Kill-Assist« ein.

Rettung vor dem Tod: Um seinen Mitstreiter wieder auf die Beine zu bringen, zückt der Pirat eine Spritze, während ein weiterer der Söldner im Hintergrund Feuerschutz gibt. Rettung vor dem Tod: Um seinen Mitstreiter wieder auf die Beine zu bringen, zückt der Pirat eine Spritze, während ein weiterer der Söldner im Hintergrund Feuerschutz gibt.

Wesentlich interessanter sind aber die »Team Support Points«. Der Name ist dabei Programm: Wir erhalten die Punkte für Aktionen, die unserem Team helfen, zum Beispiel das Heilen niedergeschossener Kameraden. Dadurch füllt sich ein orangefarbener Balken am unteren Bildrand. Als er am Anschlag ist, fordern wir einen Luftangriff an - und schon verschwinden drei heranspurtende Gegner in einer großen Explosion.

Nachdem sich die schicken Raucheffekte gelegt haben, geht der Kampf in die nächste Runde. Vom effektreichen Luftschlag angestachelt werden wir übermütig, hechten unbedacht um eine Ecke. Gewehrfeuer prasselt auf uns ein, die Spielfigur sinkt getroffen zu Boden.

Das Geschehen läuft plötzlich in Zeitlupe ab - so erscheint es zumindest auf den ersten Blick. Bei genauerem Hinsehen erkennen wir allerdings, dass sich die anderen Spieler weiter in Echtzeit bewegen. Gleichzeitig lassen sich durch schemenhafte Darstellungen die letzten Sekunden vor unserem Niederschuss rekonstruieren: Wir sehen die eigene Position, die des Schützen und die Flugbahn des Projektils. Jansen erklärt, wozu diese »Killcam« dient: »Damit bekommt ihr eine Antwort auf die wichtigste Frage: Wo zur Hölle kam das denn gerade her?«

Das Schauspiel aus Echtzeit-Kampf und Zeitlupen-Schemen löst sich schließlich auf - ein Mitstreiter hat uns rechtzeitig geheilt. Wieder auf den Beinen, lernen wir ein weiteres Spielelement kennen: Unser Retter stößt einen Kampfschrei aus. Diese Schallwelle ist mehr als akustische Spielerei und verstärkt die Fähigkeiten der Mitstreiter, die in der direkten Umgebung sind.

Wir lassen auf Tastendruck ebenfalls die virtuellen Stimmbänder erzittern. Sich regelmäßig mit seinen Kameraden zu gruppieren ist im Mehrspieler-Modus also äußerst sinnvoll: Erst die Kräfte bündeln, dann mit einem Kampfschrei entfesseln. Erinnerungen an Skyrimwerden wach. Doch das frostige Klima des Rollenspiels passt nicht ganz zum tropischen Far Cry 3, also wischen wir den Gedanken beiseite.

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