Fear 3 im Test - Mehr Action, weniger Grusel

Wer hat Angst vor Fear 3? Niemand! Ob es trotzdem zum Davonlaufen ist?

von Thomas Wittulski,
21.06.2011 00:01 Uhr

Ein ehemaliger Bewohner mit umgebundenen Sprengstoffgürtel. [360]Ein ehemaliger Bewohner mit umgebundenen Sprengstoffgürtel. [360]

Schockstarre, Gänsehaut, Angstschweiß: Wer sich gerne gruselt, schätzt diese adrenalingeladenen Momente, die einem kalten Schauer über den Rücken laufen lassen. Zu Horrorfilmen, Geisterbahnen und Nebenkostennachzahlungen gesellen sich auch einige Spieleserien, die es zum Ziel haben, euch vor Angst schlottern zu lassen: Dead Space, Resident Evil, Silent Hill und auch F.E.A.R. um nur ein paar zu nennen. Für Letztere schnappt sich Warner nun abermals Gruselgöre Alma.

Der Horrorshooter, der die »Angst« schon im Titel trägt, verbreitet selbige aber nur noch punktuell und auch dann mehr schlecht als recht. Stattdessen setzten die Macher von F.E.A.R. 3 auf Dauerfeuer und einen Kooperationsmodus. Ob das für ein gutes Spiel reicht?

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F.E.A.R. 3 (dt.)
Genre: Action
Release: 27.05.2011

Story-Raffer

Schockschwerenot, Alma ist schwanger! Was für viele werdende Eltern ein Grund zum Feiern ist, versetzt die Menschen in der Welt von F.E.A.R. 3 in Angst und Schrecken. Klar die Wehen der gequälten Gruselguste (die im Spiel regelmäßig als kleines Horrormädel auftaucht) sorgen auch für eine rötliche Färbung des Himmels und fegen ganze Landstriche weg. Nicht auszudenken, was dann erst bei einer Entbindung passieren würde. Als Point Man (bekannt aus dem ersten Teil) versucht ihr genau das zu verhindern -- oder geht es gar darum, den Nachwuchs der eigenen Mutter zu beschützen? Das gilt es in F.E.A.R. 3 herauszufinden -- immer begleitet vom (eigentlich toten) Bruder Fettel, der euch hier und da mit Rat und Tat und manchmal auch einer Tracht übermenschlicher Prügel zur Seite steht.

Ein Wiedersehen mit Jin Sun-Kwon, einer Nebendarstellerin aus dem ersten Teil macht die Verwirrung um die Story dann perfekt: Wer mit F.E.A.R. 3 in die Horrorserie einsteigt kapiert von der Geschichte erstmal nichts. Selbst manch erfahrener F.E.A.R.-Spieler dürfte Probleme dabei haben, das ganze Spiel über den vollen Durchblick zu behalten. Das liegt nicht nur an den teils kryptischen und abgehackten Zwischensequenzen, sondern vor allem auch daran, dass sich die Macher in den Vorgängern eine sehr verwobene und auch verwirrende Story-Suppe gekocht haben, die nun ausgelöffelt werden muss.

In die Enge getrieben

Auf der Flucht geht Point Man den schwer bewaffneten Armacham-Soldaten sowie aggressiven Zombie-Bewohnern und Höllenhunden aus der Egoperspektive an den Kragen. Während man Erstere noch recht konservativ aus der Deckung umnieten kann, gehen Letztere ziemlich schnell auf die Nerven: Die Biester rasen unvermittelt auf euch zu und beißen Fleisch von den Rippen, wenn ihr sie nicht vorher in die Hölle schickt. Das wird in vielen Fällen jedoch schwer, da die Entwickler dem Spieler gleich mehrere der aggressiven Vierbeiner gleichzeitigauf den Hals hetzen. Und sollten die dann mal erledigt sein, folgt gleich das nächste Rudel. Zum Glück ist Point Man kein normaler Soldat, sondern verfügt über blitzschnelle Reflexe, die ihr auf Knopfdruck aktiviert. Im Spiel zeigt sich das dann als gewöhnliche Zeitlupe, wie wir sie schon in den Vorgängern gesehen haben: Setzt ihr die gezielt ein, lässt sich aber immerhin die erste Welle eliminieren, danach braucht es viel Geschick und Geduld.

Der Rest vom Fest ist einfacher: Menschlichen Gegnern verpasst ihr mit einer der zahlreichen Waffen am besten einen Kopfschuss, härteren Zwischengegnern, wie einen Mech, schwächt ihr zuerst per Granate, und nehmt ihn dann mit einer Mischung aus Zeitlupe und Schrotflinte auseinander. Dabei könnt ihr auch jederzeit das geschmeidige Deckungssystem nutzen, um euch zu regenerieren oder auf den perfekten Moment für einen Angriff zu warten. Die Schießereien in F.E.A.R. 3 sind spaßig, vor allem wegen der Großen Waffenauswahl und dem optischen wie akustischen Feedback, das sie geben. In einen der vorhin erwähnten Mechs dürft ihr im Spiel gleich öfters klettern und die Umgebung dann mit MG und Raketen zu Kleinholz verarbeiten. Das ist eine willkommene Abwechslung zu den sonst häufig etwas flachen Schießeinlagen. Herausfordernd sind die Mech-Abstecher aber nicht, da die wandelnden Panzer viel zu übermächtig sind.

Von der einst so gelobten künstlichen Intelligenz der Gegenspieler ist in F.E.A.R. 3 nicht mehr so viel übrig: Zwar schleichen sich manche Gegner auch mal von hinten an, werfen Granaten und verstecken sich hinter Kisten und Mauern, sie gucken aber auch häufig nur dumm in der Gegend herum, ohne sich zu bewegen. Die gerade mal acht Spielabschnitte bestehen größtenteils aus aneinander geklatschten Schlauchlevels. Aufregend sind die nicht: Atmosphärische Höhepunkte, wie die Metzgerei, in der aufgeschnittene Schweineschwarten und Menschen an Fleischerhaken hängen, gibt es in F.E.A.R. 3 kaum.


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