Fortnite - Häusle baue, Zombies haue

Fortnite ist ein Spiel von den Unreal-Machern Epic Games. Trotzdem könnte das Desinteresse von Spielern und Journalisten kaum größer sein. Beim Anspielen wollten wir herausfinden, warum das so ist.

von André Peschke,
25.10.2014 09:30 Uhr

Fortnite - Entwickler-Video: 13 Minuten Gameplay Fortnite - Entwickler-Video: 13 Minuten Gameplay

Hinweis: Bislang ist noch keine Konsolenverion von Fortnite bestätigt. Die Entwickler halten sich aufgrund von inzwischen einfacheren Update-Verfahren für Konsolen Versionen für PlayStation 4 und Xbox One aber offen.

Epic, dieser Name steht für Unreal Tournament und Gears of War. Seit dem Erscheinen von Unreal im Jahr 1998 gilt das US-Studio als einer der wichtigsten Entwickler von Computerspielen. Seine Unreal-Engine wurde vom achtbaren Quake-Konkurrenten zur zwischenzeitlich marktbeherrschenden Plattform. Ein neues Spiel von Epic ist ein dickes Ding. Sollte man meinen. Doch das jüngste Projekt des Teams, Fortnite, interessiert scheinbar keine Sau.

Journalisten im Regen

Am Freitag der Gamescom Mitte August dürfen wir zum ersten Mal viel Zeit mit Fortnite verbringen. Es ist ein verregneter Morgen, der Termin liegt auf 9:30 Uhr - normalerweise meiden Hersteller solche Termine. Die Branchenparty am Vorabend sorgt gern für zahlreiche Ausfälle. Als Veranstaltungsort dient das Palladium in Köln, eine Mehrzweckhalle für maximal 4000 Personen.

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An diesem Morgen wartet vor den Türen gerademal eine Handvoll Journalisten. Schräg gegenüber, im Kölner E-Werk, wird Chris Roberts am gleichen Abend vor rund 2000 begeisterten Fans sein neuestes Star-Citizen-Modul enthüllen. Als Epics Vorstellung mit einer halben Stunde Verspätung endlich beginnt, müssen sich einige Entwickler mit an die PCs setzen, damit überhaupt ein Spiel zustande kommt. Eine ganze Reihe von Demo-Rechnern bleibt leer.

Dabei ist Fortnite kein schlechtes Spiel. Es kombiniert Abwehrschlachten wie man sie aus dem "Horde"-Modus eines Gears of War kennt mit einer Art Minecraft-Light. Zu Beginn des Spiels sammelt man fleißig Ressourcen, baut dann im Team eine kleine Festung zusammen und behauptet sich des Nachts gegen riesige Wellen ulkiger Comic-Zombies.

Alles lässt sich zertrümmern

Zu Spielbeginn strömt dabei ein Team von derzeit vier Spielern aus, um Holz, Stein und allerlei andere Rohstoffe Bau eines Forts und fortschrittlicher Waffen aufzutreiben. Buchstäblich alles in der Spielwelt lässt sich hierfür zertrümmern: Herumstehende Häuser, Autos, Zapfsäulen, Heuballen, Zäune, Bäume und Felsen - wenn es nicht Teil des Bodens ist, kann es zerkleinert und eingesammelt werden.

Seltene Materialien, die bessere Waffen und Abwehrinstallationen ermöglichen, sind auf den zufällig generierten Karten jedoch gut versteckt. Entsprechend lange dauert die Sammeln-und-Bauen-Phase des Spiels. Locker 10-15 Minuten bringt man damit zu, die Umgebung zu erkunden und alle verfügbaren Rohstoffe auszubeuten, dass selbst einem Ölkonzern ethische Bedenken kämen.

Erst sammeln : In der Bauphase sammeln wir Materialien. Alles, was nicht niet und nagelfest ist, dürfen wir zertrümmern und einstecken.Erst sammeln
In der Bauphase sammeln wir Materialien. Alles, was nicht niet und nagelfest ist, dürfen wir zertrümmern und einstecken.

dann bauen : Anschließend bauen wir mithilfe der gefundenen Ressourcen Stück für Stück unsere Festung aus und stellen an strategisch sinnvollen Punkten Fallen auf.dann bauen
Anschließend bauen wir mithilfe der gefundenen Ressourcen Stück für Stück unsere Festung aus und stellen an strategisch sinnvollen Punkten Fallen auf.

und schließlich verteidigen : Nachts mutiert das Spiel zum hektischen Third-Person-Shooter, denn nach Sonnenuntergang müssen wir unsere Festung vor Zombiehorden verteidigen.und schließlich verteidigen
Nachts mutiert das Spiel zum hektischen Third-Person-Shooter, denn nach Sonnenuntergang müssen wir unsere Festung vor Zombiehorden verteidigen.

Bei Nacht wird aus dem friedlichen Bastelspiel dann ein hektischer Third-Person-Shooter. Riesige Horden ulkiger Comic-Zombies spawnen in der Welt und reiben sich minutenlang an unseren Verteidigern auf. Ballern, Wände reparieren, neue Fallen aufstellen, Mitspieler wiederbeleben - je stärker die Gegnerwellen werden, desto mehr hat man zu tun.

Während in Einsteiger-Leveln noch leidglich unterschiedlich zähe Zombies angreifen, muss man später gegen einen cleveren Gegner-Mix antreten, der uns sogar durch Artilleriebeschuss dazu zwingt aus den sicheren vier (oder mehr) Wänden unseres Forts hinaus zu stürmen, um das lästige Bombardement aus der Distanz abzustellen.

Muffins sind besser als spielen

Doch so spaßig unsere erste Runde Fortnite auch ausfiel, kaum ist die Mission abgeschlossen schon trabt ein komplettes Journalistenteam an die Bar. Muffins futtern hat Vorrang vor dem Spielen. Der Rest von uns rückt auf, nun stehen bereits zwei ganze Reihen der Demorechner leer.

So ärgerlich das Desinteresse der Journalisten-Kollegen ist - immerhin fehlen nun noch mehr Mitspieler - so leicht lässt es sich erklären. Seit seiner Ankündigung im Jahr 2011 hat Fortnite praktisch null Fahrt aufgenommen. Newsmeldungen auf GameStar.de wecken kaum mehr Interesse als Berichte über umher wehende Plastiktüten oder rollende Büsche vor einer Geisterstadt. Die Spieler, so der Eindruck, interessieren sich für Fortnite keinen Meter. Entsprechend steht das Spiel auf der Prioritätenliste kurz unter dem neuesten iOS-Tower-Defense-Spiel.

Fortnite - Ankündungs-Trailer: Epic macht Zombie-Tower-Defense Fortnite - Ankündungs-Trailer: Epic macht Zombie-Tower-Defense


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