Full House Poker im Test - Test für XBLA

Microsoft bittet an den virtuellen Pokertisch. Aber was bekommen die Zocker auf die Hand? Ein Spielspaß-Full-House oder doch nur ein lausiges 2er-Pärchen?

von Patrick Mittler,
17.03.2011 12:15 Uhr

Folgende Aspekte machen den Reiz einer klassischen Pokerrunde aus: Das Spiel um Geld, das Einschätzen der anderen Spieler, die Anspannung, wenn man beim Bluffen ein Pokerface bewahren will und schließlich das nötige Quantum an Hirnschmalz, um die eigenen Chancen richtig einzuschätzen. Full House Poker bietet fast gar nichts davon, schließlich laufen die Partien rein virtuell ab. Macht das digitale Glücksspiel trotzdem Spaß und schließt die Xbox Live Arcade House-Party würdig ab?

Ja, denn die Kartenspielerei hat ihren eigenen Reiz, aber eher als Trockentraining. In der Haut des eigenen Xbox-Avatars zockt man wahlweise gegen den Computer oder gegen bis zu 30 menschliche Spieler. Poker an sich erklären wir hier mal nicht, nahezu jeder ist in irgendeiner Form schon mal mit dem Kartenspiel in Berührung gekommen. Sollte man doch als vollkommen unbeschriebenes Blatt ins Spiel einsteigen, bietet Full House Poker eine ganze Palette an nützlichen Tutorials und auch das Solospiel gegen KI-Gegner ist ja quasi so etwas wie die Aufwärmphase zum Mehrspielermodus. Die Erfahrung hat uns gelehrt, dass die virtuellen Spieler eher ungestüm vorgehen, mit niedrigen Blättern gern mal ihre letzten Chips verspielen oder auch hoffnungslos und recht vorhersehbar bluffen.

Den eigentlichen Reiz zieht Full House Poker klarerweise aus dem Mehrspielerpart. Entweder nimmt man an fremden Tischen Platz, oder lädt andere Spieler ins eigene Casino. Euer Chipkonto bleibt dabei über alle Spielmodi hinweg dasselbe. Das heißt: Man muss etwas mehr auf seine Kröten achten. Wenn man pleite geht, bekommt man lediglich ein Startguthaben von 2.500 Chips und muss sich wieder nach oben zocken. Und das ist gar nicht so einfach, denn für Tische, an denen wirklich hohe Gewinne warten, muss man entsprechend hohe Einsätze zur Verfügung haben. Texas Heat Events gibt es hingegen regelmäßig und die sind überraschend innovativ. Als Pokervariation versteht sich. Hier zählen statt gewonnenen Chips die Erfahrungspunkte. XP bekommt ihr für beinahe jede geglückte Aktion, sei es wenn man wiederholt gewinnt, aber auch wenn man nutzlose Karten wegwirft oder mit einer hohen Hand trotzdem verliert. Rund um euch stehen jede Menge Tische, an denen ebenfalls Spieler pokern und ihr hört sogar den Jubel, wenn nebenan ein großer Pot gewonnen wurde.

Mit den XP schaltet ihr zudem alle naselang neue Belohnungen frei. Nein, keine dicke Kohle wie in realen Pokerpartien, sondern Dekoration: Kostüme, Tische, Stühle, Spielkarten-Designs und auch lustige, aber eigentlich unnütze Spezialanimationen. So guckt der Avatar einen anderen Spieler an, wenn man dessen Status überprüft oder zeigt kleine Tricks mit den virtuellen Pokerchips. In Spielen gegen virtuelle Pokerlegenden kann man den Rivalen sprichwörtlich das letzte Hemd ausziehen und sich selbst drüberstreifen. Alles für den Avatar also, aber leider nur im Spiel. Die feinen Geschenke kann man nur in Full House Poker verwenden.

Das digitale Pokern ersetzt keine „echte“ Partie. Aber dennoch: Als Zeitvertreib und wie gesagt Trockentraining macht es durchaus Spaß und mit genügend Ehrgeiz und Durchhaltevermögen ist es doch eine unerwartet große Befriedigung, wenn man schließlich an höher gereihten Tischen sitzt oder sich ein tolles eigenes Casino einrichtet um Freunde einzuladen. Im Gegensatz zu manch anderen zwielichtigen Online-Poker-Buden ist Full House Poker zwar harmlos, aber um Längen hübscher, einsteigerfreundlicher und kreativer was das Drumherum (Belohnungen, spezielle Turniere, Atmosphäre) anbelangt.

Full House Poker

Preis:

ca. 10 Euro (800 Punkte)

Spieler:

1 bis 30

HD optimiert:

ja

Speicherplatz:

676,76 MB

Entwickler:

Microsoft

Hersteller:

Microsoft

USK:

ohne Altersbeschränkung

Wertung:

82 %


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