Gamescom 2016 - Das sind unsere Enttäuschungen der Messe

Die diesjährige Gamescom hatte zweifellos ihre Highlights, aber ebenso hielt sie auch Enttäuschungen bereit. Wir verraten euch, von welchen Spielen wir uns mehr erhofft haben oder was sonst hinter unseren Erwartungen zurückblieb.

von Hannes Rossow,
28.08.2016 10:00 Uhr

Jedes Spiel, das auf einer Messe wie der Gamescom gezeigt wird, soll mögliche Fans davon überzeugen, dass das hart verdiente Geld hier gut angelegt wäre. Doch nicht immer geht diese Rechnung auf und anstelle von Vorfreude entsteht Enttäuschung. Das ist vor allem dann tragisch, wenn wir bis dahin auf diese Titel hingefiebert haben.

Davon hatten wir uns mehr erhofft:

Mirco muss einsehen, dass Dragon Ball: Xenoverse 2 nichts Neues bietet

Da ich den Vorgänger klasse fand, habe ich mich mega auf meinen Hands-on-Termin für Xenoverse 2 gefreut, doch ich wurde bereits in den ersten Sekunden der Präsentation enttäuscht. Denn das Spiel sieht fast nahezu genauso aus wie Teil 1, was leider auch auf die kargen Umgebungen der Stages zutrifft.

Zwar bietet Xenoverse 2 mit den Massenbosskämpfen für bis zu sechs Spieler und dem feingetunten Kampfsystem auch ein paar Neuerungen, die hätte man aber auch in einem Update oder einem DLC verpacken können. Auf den ersten Blick hat das neue Dragon Ball daher für mich eher Addon-Charakter. Das heißt aber nicht, dass Xenoverse 2 spielerisch nicht überzeugen kann, im Gegenteil. Ich hätte mir aber auch optisch eine Steigerung gewünscht.

Tobi findet, auf der Gamescom wurde alles nur aufgewärmt

Nein, es geht nicht ums Catering im Business-Center oder das Frühstücksbuffet im Hotel. Vielmehr gab es auf der Gamescom kaum ein Thema, was in dieser Form nicht schon auf der E3 gezeigt worden. Von einigen kleinen Ankündigungen mal abgesehen (Metal Gear Survive) fühlte sich die Messe dieses Jahr für mich wie eine Los-Angeles-Resteverwertung an, ohne großen Neuigkeitenwert, ohne wirklichen Überraschungseffekt.

Schade auch, dass Microsoft und Sony Fragen nach ihren neuen Konsolen kategorisch abblockten - was ich allerdings auch verstehen kann - und somit die NES Mini die einzige »neue« Konsole auf der Messe war.

Rae fand die Gamescom überraschend überraschungsarm

Die größte Enttäuschung auf der diesjährigen Gamescom war für mich der Mangel an Überraschungen und Ankündigungen. In den letzten Jahren gab es immer die ein oder andere Neuigkeit, die aus dem Nichts zu kommen schien und bewies, dass die Gamescom eine wichtige Branchenmesse ist, die mit der internationalen Konkurrenz mithalten kann. Besonders spannend war das, weil es sich bei der Gamescom um eine Publikumsmesse handelt, die gleichzeitig die Möglichkeit bietet, Spielern einen neuen Titel nicht nur zu zeigen, sondern selbst testen zu lassen.

Das leider mittlerweile eingestellte Shadow Realms war eines dieser Spiele. Es wurde vorher angeteased und dann offiziell zur Gamescom angekündigt und war dort in einer Alpha spielbar – wobei das den Trennungsschmerz nicht wirklich besser machte. Auch Until Dawn wurde neu vorgestellt und Silent Hills und P.T. erblickten während der Gamescom das Licht der Welt. Dieses Jahr gab es nichts dergleichen, was die Messe für mich ein wenig gleichgültig machte.

Dom wird auch durch Stealth-Mechaniken nicht von Mafia 3 überzeugt

So richtig will sich bei mir noch immer keine Begeisterung für Mafia 3 breitmachen. Der dritte Teil des Mafiosi-Abenteuers konzentriert sich seit seiner Ankündigung auf viel Bumm, Peng und Krach, doch abseits der Gewaltorgien blieb die Geschichte von Lincoln Clay bisher sehr farblos.

Auf der Gamescom wollten uns die Entwickler in einer Stealth-Mission nun zeigen, dass der Vietnam-Veteran mehr kann, als nur Kimme und Korn nach vorne zu richten — doch auch der Schleichangriff mündete ziemlich schnell in einer ausgewachsenen Schießerei inklusive Raketenwerfer. So vielversprechend die Prämisse von Mafia 3 rund um Bandenkriege und Rassismus als gesellschaftliches Problem auch ist, so einseitig ist bisher der Auftritt des Spiels zu allen möglichen Gelegenheiten.

Hannes ist kein Metal-Gear-Fan und wurde dennoch enttäuscht

Die Spatzen haben es ja schon vom Dach gepfiffen, dass die Metal-Gear-Reihe ohne Hideo Kojima sang- und klanglos an Bedeutung verlieren wird. Mit Metal Gear Survive wagte sich Konami nun das erste Mal mit einem neuen Franchise-Eintrag an die Öffentlichkeit, der ohne jede Zuarbeit von Kojima auskommen musste.

So sehr ich die Marke respektiere, Metal Gear ist keine Herzensangelegenheit für mich. Dass ich dennoch von Metal Gear Survive enttäuscht wurde, liegt daran, dass ich jetzt einsehen muss, dass Konami an sich auf der Stelle tritt und viele tatsächliche Lieblinge aus dem Hause des Publishers unter die Räder kommen werden.

Tim trauert der Demo zu Resident Evil 7 hinterher

Während sich Rae, Dom, Mirco und Tobi durch die Messehallen schoben, spurtete ich für euch durch das virtuelle Prag, um Eindrücke für meinen Test zu Mankind Divided zu sammeln. Daher hätte ich es selbst mit einem Zeitumkehrer in der Tasche nicht geschafft, auch nur einen Blick in die Richtung der Gamescom zu werfen. Aber was hätte ich da schon gesehen, gab es ja eh schon alles auf der E3 – so weit zumindest mein kurzsichtiger Ersteindruck. Erst später hörte ich, dass die neue Demo zu Resident Evil 7 ein exklusives Geschenk an Messebesucher sein soll. Umso größer ist nun meine Enttäuschung. Schließlich weckte der Teaser mein Interesse an einem Spiel, das ich schon vor seiner Enthüllung eigentlich abgeschrieben hatte.

Was waren eure Enttäuschungen?


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