Ghost Recon Advanced Warfighter 2 im Test

Unsichtbare Klapperschlangen, Gefechtshelm statt Sombrero, Atomsprengköpfe statt Sonnencreme – in Mexiko ist die Hölle los!

von Henry Ernst,
04.04.2007 18:47 Uhr

Special Forces«, »Snake Eater«, »Dogfaces« – die im Allgemeinen als »Green Berets« bekannten Spezialkräfte der US-Army haben viele Spitznamen. Wenn man sich die Hintergrundgeschichte zu Ghost Recon Advanced Warfighter 2 (GRAW 2) etwas genauer ansieht, ist die inoffizielle Bezeichnung »Armed State Department« (bewaffnetes Außenministerium) wohl die treffendste. Der neue Einsatz der Ghost-Einheit dient nämlich in erster Linie der Wahrung amerikanischer Interessen und hat mit dem eigentlichen Motto der Einheit »De Oppresso Liber« (Von der Unterdrückung befreien) ungefähr so viel zu tun wie Tom Clancy-Romane mit einer differenzierten Darstellung der amerikanischen Außenpolitik.

GRAW 2
Genre: Action
Release: 08.03.2007

24 hours later

Die Handlung von GRAW 2 beginnt 24 Stunden nach dem Ende des Vorgängers. Der Präsident ist gerettet, die Nuklear-Codes sind in Sicherheit, und ein verräterischer General wurde seiner gerechten Strafe zugeführt. Allerdings sind die Unruhen im Schwellenland Mexiko damit noch lange nicht beendet. In allen größeren Städten liefern sich regierungstreue Truppen blutige Gefechte mit Aufständischen, außerdem wird von verstärkten Söldneraktivitäten in der Gegend um die Stadt Juarez berichtet. Als schließlich massive Rebellenverbände im Grenzgebiet zusammengezogen werden, sieht sich die US-Regierung zum (inoffiziellen) Handeln gezwungen und spendiert den Ghosts eine weitere gefährliche Reise ins Land des Mezcal und der Sombreros.

Die ballernde Daten-verarbeitungseinheit

Dreh- und Angelpunkt der Handlung ist der Anführer der Ghost-Einheit, Captain Scott Mitchell, der bereits seit Ghost Recon 2 für Uncle Sam die Kastanien aus dem Feuer holt. Obwohl sich die Entwickler – analog zu Rainbow Six Vegas – bemüht haben, dem Hauptdarsteller einen Hauch von Charakter zu verleihen, ist Mitchell unterm Strich nicht mehr als ein komplexes Waffensystem in einer schicken Uniform. Mit der simplen Grundregel »Jeder Nicht-Amerikaner ist ein Feind oder zumindest ein Verdächtiger« im kahlgeschorenen Schädel führt der Ghost-Leader jede noch so heikle Mission kommentarlos aus. Diese Kaltschnäuzigkeit ist im Mexiko des Jahres 2013 auch bitter nötig, denn die Rebellen und Söldner sind wild entschlossen, alle amerikanischen Kräfte im Land restlos zu vernichten.

Da die urbane Kriegsführung andere Anforderungen an Soldaten stellt als die Konflikte vergangener Zeiten, wurden die Ghosts mit dem sogenannten »Integrated Warfighter System« (IWS) ausgestattet. Ihre Uniformen sind vom Gefechtshelm bis zur Socke mit modernster Technik vollgestopft und komplett vernetzt. Abgesehen von privaten E-Mails stehen dem »Advanced Warfighter« von Nachrichteneinspielern über taktische Analysen bis hin zur eigenen Herzfrequenz alle wichtigen Informationen zur Verfügung. Analog zum Monokel der Apache-Piloten werden alle wichtigen Daten auf eine kleine Scheibe vor das rechte Auge der Soldaten projiziert. Damit auch die Gefechtsleitung im wahrsten Sinne des Wortes im Bilde ist, trägt jeder Ghost eine Helmkamera mit sich herum.


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