GTA IV

Mit Niko Bellic durch Liberty City. Bei Take 2 konnten wir eine weit fortgeschrittene Version von Grand Theft Auto IV begutachten. Hier unsere Eindrücke.

von Daniel Feith,
24.01.2008 00:00 Uhr

Seit der letzten Präsentation von GTA 4 sind knapp acht Monate vergangen. Auch der ursprünglich anvisierte Erscheinungstermin im Herbst 2007 verstrich, ohne dass Rockstar Games nennenswerte Neuigkeiten über den Entwicklungsstand des Gangsterepos bekanntgab. Umso gespannter waren wir von GamePro natürlich, wie sich GTA IV in der Zwischenzeit entwickelt hat. In den Münchner Büros von Take 2 konnten durften wir einen Blick auf eine weit fortgeschrittene Xbox 360-Version von Grand Theft Auto 4 werfen. Zu sehen gab es drei live gespielte Missionen aus unterschiedlichen Phasen des Spiels. Los ging es im Stadtteil Broker, Rockstars Interpretation des von Backsteinhäusern und Hafenanlagen geprägten New Yorker Arbeiterviertels Brooklyn. Hier besitzt Roman, der Cousin des Hauptcharakters Niko Bellic ein Taxidepot – das Basiscamp für die ersten Missionen von GTA IV.

Nikos Handy klingelt. Am anderen Ende meldet sich Brucie, ein Automechaniker und Bekannter von Roman und bestellt Niko in seine Werkstatt. Dort erhält unser Held den Auftrag, einen Polizeispitzel ausfindig zu machen und auszuschalten, der Brucie das Leben schwer macht. Bereits in der ersten Zwischensequenz fallen uns die wie gewohnt tolle Synchronisation und die Gesichtsanimationen positiv auf . Die Charaktere sprechen absolut lippensynchron. Dieser Effekt wird auch in der deutschen Fassung nicht verloren gehen, da GTA IV hierzulande nur mit englischer Sprachausgabe und deutschen Untertiteln erscheint. Eine komplette Lokalisation wird es nicht geben. Um herauszufinden, wo sich der besagte Spitzel aufhält, schlägt Niko bei einem herumstehenden Polizeiwagen die Seitenscheibe ein und kapert das Fahrzeug. Nachdem er die ihn verfolgenden Gesetzeshüter abgeschüttelt und sein Fahndungsstern-Level auf Null gesenkt hat, greift per Computer er vom Wagen aus auf das interne Polizeinetzwerk zu und sucht nach dem Namen des Spitzels – Lyle Rivas. Wenig später spuckt der Computer dessen Adresse aus und sie wird auf unserer Karte markiert. Über das Netz der Cops lassen sich wohl auch diverse Nebenmissionen des Spiels freischalten. Der Menüpunkt »Most Wanted« beispielsweise lässt auf eine veränderte Version der Bürgerwehr-Missionen vergangener GTA-Teile schließen.

Am Ziel verrät Niko, dass er von Brucie geschickt wurde – Rivas riecht den Braten, klettert durch ein Seitenfenster und versucht, mit seinem Auto zu entkommen. Theoretisch zumindest. In der Vorführversion ist der Spitzel nämlich aufgrund eines Bugs nach der Cutscene einfach verschwunden und der Take 2-Mitarbeiter muss die Mission neu starten. Das bedeutet: Noch einmal Polizeiauto klauen, Adresse herausfinden und zur Wohnung von Rivas fahren. Frei speichern wird man in GTA IV wieder nicht können, verschiedene Rücksetzpunkte pro Mission gibt es auch nicht. Geht ein Auftrag schief, muss man also jedes Mal von vorne beginnen und je nach Mission lange Anfahrtswege in Kauf nehmen. Wir meinen, da hätte sich Rockstar ruhig ein zeitgemäßeres Speichersystem einfallen lassen können. Immerhin wird nun automatisch nach jeder erfolgreichen Mission gespeichert. Aber zurück zu Rivas Flucht: Beim zweiten Mal schafft es der Spitzel zu seinem Wagen und braust davon. Niko nimmt die Verfolgung auf – mit eingeschalteter Polizeisirene. Andere Verkehrsteilnehmer machen so die Straße frei und erleichtern auf diese Weise das Fahren im dichten Verkehr enorm. Wir bemerken die komplett überarbeitete Fahrzeugphysik: Die Autos liegen physikalisch korrekt in den Kurven. Rockstar hat den Amischlitten allerdings die entsprechenden Stoßdämpfer spendiert, so dass die Karossen stark schaukeln. Auch das Schadensmodell ist realistischer als in den bisherigen GTA-Teilen: Das Blech verformt sich bei kleineren Unfällen exakt so, wie man es erwartet. Als Niko jedoch nach einem Fahrfehler auf einer Freeway-Leitplanke entlangschrammt und nach mehreren Überschlägen auf der Fahrbahn darunter landet, wird klar: Auch nach schweren Unfällen ist die Karre nicht sofort Vollschrott. Szenen wie diese lassen bereits Vorfreude auf Stuntsprünge im Spiel aufkommen. Einen weiteren Unfall später – Niko fliegt durch die Windschutzscheibe in einen Vorgarten – ist Lyle Rivas entkommen. Um uns nicht mit einem weiteren Versuch zu langweilen, entschuldigt sich der Take 2-Mitarbeiter und wählt eine andere Beispielmission aus.


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