Halo 4 im Test - This is Spartan!

Hurra hurra der Master Chief ist wieder da! In Halo 4 kehrt der grüne Supersoldat endlich wieder auf die Xbox 360 zurück. Warum das Comeback mehr als gelungen ist, lest ihr in unserem Test.

von Tobias Veltin,
01.11.2012 11:36 Uhr

Halo 4 - Test-Video für Xbox 360 Halo 4 - Test-Video für Xbox 360

»Aufwachen Chief!« Für Halo-Fans ist das sicherlich der mit Abstand schönste Satz im Jahr. Denn in Halo 4 , das exklusiv für die Xbox 360 erscheint, geht es endlich wieder um den Liebling der Fangemeinde, den Supersoldaten Master Chief. Während der ehemalige Entwickler Bungie mit den letzten beiden Teilen ( Halo 3: ODST und Halo: Reach ) auf der Suche nach einer neuen Identität mit frischen Helden und ohne den Master Chief herumirrlichtete (nicht wenig erfolgreich, GamePro-Wertungen 86% und 93%), bekommen Fans der Serie nun endlich die Fortsetzung mit dem grünen Krieger.

Der neue Entwickler 343 Industries startet mit dem Chief in die neue Reclaimer-Trilogie und will der Reihe neue Impulse geben. Wir haben den wohl meist erwarteten Shooter des Jahres auf Herz und Nieren getestet und verraten, ob Halo 4 die Serie würdig fortsetzen und vielleicht sogar veredeln kann.

»Aufwachen Chief«! Das haben viele Halo-Jünger schon vor fünf Jahren am Ende von Halo 3 geschrien, als sich der Protagonist auf dem Raumschiff Forward Unto Dawn in den Cryoschlaf verabschiedete. Zu diesem Zeitpunkt hatte er nicht nur die gesamte Menschheit gerettet, sondern auch die Alienrasse der Allianz befriedet. Die Geschichte von Halo 4 setzt knapp 4 Jahre nach den Geschehnissen von Teil 3 an.

Das halb zerstörte Raumschiff gleitet durchs All, als plötzlich Cortana – die KI-Begleiterin des Master Chiefs – etwas Böses ahnt. Rote Strahlen wandern durch das Schiff, Cortana entschließt sich, den Supersoldaten aus dem Cryoschlaf zu wecken: »Aufwachen Chief«! Denn die Lage ist ernst, bitterernst. Wir schnappen uns sofort das Sturmgewehr und bahnen uns einen Weg zur Kommandobrücke der Forward Unto Dawn. Unsere Umwelt erleben wir in der Ego-Perspektive, das Genre hat 343 glücklicherweise nicht gewechselt.

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Was uns sofort auffällt: Alle Anzeigen sind an ihrem typischen Platz, Fans müssen sich also nicht umgewöhnen. Eine blockierte Tür stemmen wir mit einem Druck auf die X-Taste auf, im Verlauf des Spiels gibt es immer wieder diese kleinen Quick-Time-Einlagen. Hinter der Tür ist kein Aufzug, nur ein schwarzer Schlund gähnt uns entgegen. Also gut, fahrstuhlschachtkraxeln ist angesagt. Und das alles nach vier Jahren Matratzenhorchdienst, uff. Und zu allem Überfluss erwartet uns am Ende der Klettertour auch noch eine böse Überraschung...

Auf der Forward Unto Dawn muss sich der Master Chief gleich mit der Allianz herumschlagen.Auf der Forward Unto Dawn muss sich der Master Chief gleich mit der Allianz herumschlagen.

Ein Elitekrieger der Allianz stürmt zähnefletschend und mit gezücktem Energieschwert auf uns zu. Wir können das Biest schnell überwältigen, aber schnell stellen wir uns die Frage: Hatte sich die Allianz nicht in Halo 3 mit der Menschheit versöhnt? Noch verwirrender wird es, als wir auf der Brücke von weiteren Gegnern angegriffen werden und im Hintergrund ein gewaltiger Planet auftaucht und das Schiff mit einem Fangstrahl unaufhaltsam ins Innere zieht. Die kleinen hundeähnlichen Grunts stürmen kreischend auf uns zu, nur um schon in der nächsten Sekunde von den Salven unseres Sturmgewehrs niedergemäht zu werden – Schnauze!

Die größeren Eliten räumen wir mit gezielten Kopfschüssen aus dem Weg. Dazu bedarf es bei all dem Halo 4-Adrenalin in unserer Blutbahn einer gewissen Ruhe. Doch die butterweiche Steuerung gibt uns jederzeit das Gefühl, Herr der Lage zu sein. Doch so schön die Monsterschädel auch zerplatzen, so alles in allem nützt uns das im Moment nicht viel, denn immerhin stürzen wir grade im freien Fall auf den Planeten zu, der gewaltige Sog des Planeten verschlingt uns einfach.

Halo 4
Genre: Action
Release: 06.11.2012

Gefangen auf Requiem

Als der Chief auf der Planetenoberfläche wieder zu sich kommt, steht er inmitten einer Landschaft aus Wrackteilen, Feuer und schwarzem Qualm. Schnell findet er heraus, dass er auf einer Schildwelt namens Requiem gelandet ist. Eine uralte Rasse ist hier ansässig, die Blutsväter, die schon in den bisherigen Halo-Spielen Erwähnung fand, aber bisher keine große Rolle spielte. Und während der Chief noch auf Requiem herumirrt, droht schon wieder neue Gefahr.

Das komplette Render-Intro zu Halo 4 Das komplette Render-Intro zu Halo 4

Per Funkspruch setzt die UNSC Infinity einen Notruf ab: Das größte Raumschiff der menschlichen Streitkräfte kämpft ebenfalls mit dem gigantischen Sog des Planeten, es droht eine Katastrophe! Und der Chief muss mal wieder die Kohlen aus dem Feuer holen. Denn auf Requiem lauert etwas uraltes, böses, der sogenannte Didaktiker, der nur darauf wartet die Menschheit auszulöschen – was sonst. Dieser neue superfiese Antagonist fügt sich hervorragend in die Riege der bösen Buben ein, zu viel zur Geschichte wollen wir aber an dieser Stelle nicht verraten, denn die Storyentwicklung spielt in Halo 4 eine wichtige Rolle.

Die UNSC Infinity stürzt wie der Chief auf Requiem ab.Die UNSC Infinity stürzt wie der Chief auf Requiem ab.

Untypisch für ein Halo-Spiel ist dabei die wirklich hervorragende Inszenierung. Die Zwischensequenzen sehen im Vergleich zu den vorherigen Teilen absolut klasse aus, Entwickler 343 hat dafür aufwändige Face-Scanning- und Motion-Capturing-Aufnahmen gemacht, was man dem Titel deutlich anmerkt. Auch bei der beeindruckenden Szene, in der die UNSC Infinity letztlich den verzweifelten Kampf gegen den Planetenkoloss Requiem verliert und abstürzt – einem ungewissen Schicksal entgegen.

Schöne neue Spielwelt

Requiem empfängt uns mit kalter, klirrender und irgendwie erhabener Blutsväter-Architektur, die schon ziemlich zu Beginn des Spiels für den ein oder anderen Wow-Moment sorgt. Riesige schwebende Säulen, überirdisch glänzende Böden und gigantische Tempelanlagen, gebaut wie für außerirdische Götter, sorgen für weit offene Münder. 343 hat es geschafft, eine gleichermaßen schroffe, abweisende wie faszinierende Spielwelt zu erschaffen, die sich auch stilistisch von den bisherigen Teilen abhebt.

Eine Stunde mit Halo 4 (1/3): Kampagne Eine Stunde mit Halo 4 (1/3): Kampagne

Abwechslungsreichtum gibt es dabei genug, denn von Innenarealen, über einen Dschungellevel bis zu einem Einsatz in einem felsigen Gebiet wird alles geboten – nur keine Langeweile. Das Spiel führt uns bei der Suche nach den Infinity-Überlebenden und dem Blutsväter-Bösewicht dabei relativ linear durch die einzelnen Levels, an vielen Stellen öffnen sich die Gebiete und wir müssen dort dann bestimmte Ziele erledigen.

Trümmerlandschaft: Die Umgebungen sehen klasse aus.Trümmerlandschaft: Die Umgebungen sehen klasse aus.

Die sind allerdings shootertypisch unspektakulär ausgefallen, hier hat 343 unserer Meinung nach eine Chance verpasst, denn meistens beschränken sich die Aufgaben darauf, Generatoren zu zerstören, Landungszonen zu sichern oder einen Knopf zu drücken. Revolutionen haben wir da zwar nicht erwartet, trotzdem ist es ziemlich ernüchternd, immer dieselben Simpelziele abzuarbeiten.


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