Hitman: Jeder stirbt alleine - Filmkritik

Nach langer Planungsphase und einem Darstellerwechsel schafft Agent 47 den Sprung auf die Leinwand. Erfolgreich?

von Kai Schmidt,
10.12.2007 13:51 Uhr

Der lediglich als »Agent 47« bekannte Profikiller mit der Strichcode-Tätowierung auf der Glatze gerät in seinem ersten Kinoabenteuer mitten in eine Verschwörung: Er erschießt den russischen Politiker Belicoff und soll tags darauf noch die angebliche Zeugin Nika beseitigen. Als Belicoff jedoch quicklebendig wieder auftaucht, wird 47 misstrauisch und stellt sich gegen seine Auftraggeber. Mit Nika im Schlepptau macht er sich daran, ein Umsturz-Komplott aufzudecken – und ungewohnte Gefühle zu entdecken, die die schöne Russin bei ihm hervorruft.

Eine Verfilmung der erfolgreichen Eidos-Spielereihe war schon länger angedacht, kam über wilde Internetgerüchte um Besetzung und Regie aber nicht hinaus. Trash-Meister Uwe Boll bemühte sich vergeblich um die Lizenz, und der ursprünglich für die Hauptrolle vorgesehene Vin Diesel musste sich letztlich mit der Rolle des ausführenden Produzenten zufrieden geben. Den Hitman gibt Timothy Olyphant (Stirb langsam 4.0), der die Figur anfangs als präzisen, pflichtbewussten, beinahe maschinenartigen Killer anlegt, um gegen Ende des Films einen Anflug von Menschlichkeit einzubringen.

Die Regie bei Hitman: Jeder stirbt alleine führte der Franzose Xavier Gens, der bekennender Fan der Vorlage ist und ihr mit dem Film gerecht werden wollte. Trotz eines durchwachsenen Drehbuchs hat er das durch seinen überzeugenden Hauptdarsteller und eine erfrischend altmodische Inszenierung geschafft: Die Actionsequenzen sind teilweise atemberaubend und verzichten auf die Wackeloptik, die derzeit bei vielen Hollywood-Produktionen zum Einsatz kommt. Schießereien, Explosionen und Schwertkämpfe sind allerdings eher untypisch für die Hitman-Reihe, geht es doch in den Spielen eher um unauffällig ausgeführte Auftragsmorde.

Hitman: Jeder stirbt alleine ist sich seiner Wurzeln dennoch in vielen Szenen bewusst, wenn Agent 47 zum Beispiel den Gefolgsmann eines afrikanischen Kriegsherrn mit Sprengstoffkugeln füttert und ihn dann per Fernzündung zusammen mit seinem Boss zur Hölle jagt. Auch die Nebenhandlung um die angebliche Zeugin stört nicht, da sich aller Befürchtungen zum Trotz keine Liebesgeschichte entwickelt. Zwischen den Zugeständnissen an das Massenpublikum entdecken Hitman-Fans auch immer wieder Szenen und Posen der Hauptfigur, die 1:1 aus den Spielen übernommen wurden. Alles in allem ist der actionreiche Thriller eine gelungene Umsetzung, die gleich hinter dem famosen Silent Hill rangiert.

Titel: Hitman: Jeder stirbt alleine
Genre: Actionthriller
Verleih: Twentieth Century Fox
Kinostart: 13.12.2007
FSK: ab 18
Länge: ca. 100 Minuten
Regie: Xavier Gens
Darsteller: Timothy Olyphant, Dougray Scott, Olga Kurylenko


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