Homefront: The Revolution - Dritter Publisher, neues Glück?

Weg vom faden Schlauch-Shooter hin zum Open-World-Vergnügen? Wir haben uns auf der Gamescom 2015 in der offenen Spielwelt von Homefront: The Revolution ausgetobt. Hier unsere Eindrücke zu Spielwelt, (Waffen-)Crafting und Technik.

von Mirco Kämpfer,
05.08.2015 19:00 Uhr

Homefront: The Revolution - Video-Fazit: Merkt man dem Spiel seine Entwicklungsprobleme an? Homefront: The Revolution - Video-Fazit: Merkt man dem Spiel seine Entwicklungsprobleme an?

Das gibt es auch nicht jeden Tag: Homefront: The Revolution ist erst der zweite Serienteil und läutet schon einen Reboot ein. Statt durch schlauchige Levels ballern wir uns durch eine in Zonen untergliederte, offene Welt. The Revolution soll mit dem Vorgänger nichts mehr zu tun haben. Kein Wunder, schließlich hat das Spiel selbst eine bewegte Geschichte hinter sich. Nachdem der Publisher THQ das Entwicklerstudio Kaos Studios 2011 dicht machte, schnappte sich Crytek UK die Rechte am Homefront-Nachfolger - bis Crytek selbst in Geldnot geriet und das Projekt wieder abgeben musste.

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Nun werkelt das noch relativ junge Deep Silver Dambuster Studio in Nottingham an The Revolution. Beim ersten Anspielen der Xbox-One- und PC-Version merkten wir dem Titel das Entwicklungschaos aber nur bedingt an. Hier die wichtigsten Infos sowie unsere Ersteindrücke.

Spielwelt

  • Die Spielwelt besteht aus drei unterschiedlichen, weitläufigen Zonen, die sich bezüglich der Spielwelt erheblich unterscheiden sollen. Wir waren in unserer Demo in der roten Zone unterwegs: In diesem Industriekomplex gibt es kaum noch Zivilisten, zwischen Containern, Autowracks und abgeladenem Bauschutt erwarten uns knallharte Gefechte. Darüber hinaus gibt es die Grüne sowie die Gelbe Zone. Letztere wird von oben bis unten von Polizisten und Drohnen gescannt. Hier ist also eher Schleichen angesagt - Stealth-Fans wird es freuen.
  • Das Ziel in jeder Zone ist ähnlich: Wir müssen die koreanischen Besatzer aus den Sektoren vertreiben und den Widerstand wieder aufbauen. Dazu müssen wir eine Reihe von Stützpunkten (in diesem Falle acht) einnehmen. So kapern wir zuerst eine Sendestation, um weitere wichtige Punkte auf der Karte aufzudecken. Haben wir erstmal ein Lager erobert, können wir uns am Waffenschrank ausrüsten. Außerdem dienen eroberte Stützpunkte als Spawnpunkt - Far Cry 3 lässt grüßen.
  • In eroberten Zonen sind deutlich weniger Feinde unterwegs, ganz sicher sind wir aber nie. Wenn wir unachtsam sind, laufen wir allenthalben einer Patrouille vor die Nase. Oder wir werden von den herumschwirrenden Überwachungsdrohnen entdeckt. Dann rückt sofort Verstärkung an -im schlimmsten Fall verfolgen uns die Koreaner mit einem Luftschiff. Die schwebenden Kolosse können wir erst im späteren Spielverlauf bezwingen. Daher hilft meist nur die Flucht.
  • Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um von A nach B zu kommen. Am schnellsten geht es mit dem Moped. Mit der Maschine heizen wirüber schräge Planken, Rohre, Metallgerüste oder umgestürzte Kräne. So kommen wir zwar flott voran, haben dann aber prompt eine Gruppe Koreaner an den Fersen. Dank der arcadigen Steuerung ist es immer wieder eine Freude, mit dem Zweirad durch die Gegend zu brausen. Sollten wir die Karre mal verlieren, finden wir in bestimmten Fahrzeug-Containern Nachschub. Die schalten wir ebenfalls frei, indem wir Stützpunkte erobern.

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Gameplay

  • Ein wichtiges Werkzeug ist unser Smartphone, mit dem wir die Karte aufrufen, Wegpunkte setzen oder mit anderen Charakteren kommunizieren.
  • Es bleibt uns überlassen, ob wir Feinde komplett umgehen, hinterhältig mit der Armbrust niederstrecken oder aggressiv mit Schrotflinte und Maschinengewehr über den Haufen ballern. Wer die Augen offen hält, kann zudem Fallen entdecken. Auf einem Dach klemmen mehrere Benzinfässer? Einfach abwarten, bis der Konvoi anrückt und dann die explosive Mischung auf die Feinde purzeln lassen. Oder wir fernsteuern ein kleines Spielzeugauto und jagen die Meute auf Knopfdruck in die Luft. Leisetreter können Feinde auch mit Knallfröschen ablenken. Es macht viel Spaß, mit den abwechslungsreichen Möglichkeiten zu experimentieren und alternative Vorgehensweisen zu entdecken.
  • Homefront: The Revolution bietet ein Crafting-System: In Schließfächern, Kommoden, Pappkartons und Umkleideschränken finden wir Propangas, Batterien oder Streichhölzer. Mit dem Krempel basteln wir uns in einem Ringmenü besagte Knallfrösche, das Bombenauto oder C4-Sprengstoff.
  • Wie in Crysis 3 lassen sich Waffen jederzeit im laufenden Spiel modifizieren: Im Verlauf der Kampagne schalten wir neue Aufsätze, Läufe oder Visiere frei. So rüsten wir unsere Knifte in einen Granatwerfer um oder verwandeln unsere Schrotflinte in ein Feuerschrapnell-spuckendes Ungetüm.
  • Ebenfalls aus Far Cry 3 bekannt: Geht uns die Puste aus, rammen wir uns eine Heilspritze in den Unterarm. Die Spritzen können wir in der Spielwelt finden oder im Waffenschrank kaufen. Hier sind auch neue Waffen und Gadgets erhältlich.

Technik

  • Optisch ist Homefront: The Revolution ein kleiner Augenschmaus, bei Detailgrad, Texturen und Beleuchtung lässt die CryEngine ihre Muskeln spielen. Das hat allerdings auch seinen Preis: Die Xbox-One-Version hat mit argen Performanceproblemen zu kämpfen, neben starken Rucklern kommt es gelegentlich sogar zum kompletten Stillstand, weil das Spiel beim Erreichen von Speicherpunkten kurz einfriert.
  • Die PC-Version läuft deutlich flüssiger und runder, Ruckler haben wir keine bemerkt. Die Systemanforderungen sind allerdings noch unklar. Die Entwickler sind sich der Probleme der Konsolenversion bewusst und versprechen Besserung.

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