Jett Rocket im Test - Test für WiiWare

Öko-Sheriff Jet startet in den vielleicht hübschesten Wiiware-Titel. Doch wie schön sind die inneren Werte?

von Patrick Mittler,
02.07.2010 17:30 Uhr

Seien wir mal ehrlich, viele Wiiware-Downloadspiele gewinnen keinen Schönheitswettbewerb. Das es auch anders geht zeigt eindrucksvoll Jett Rocket. Zwei Jahre war das Jump’n’Run in Entwicklung und das sieht man ihm auch an. Nicht nur Figuren und Umgebungen sind hübsch, auch viele kleine Effekte spielen in der Wii-Oberliga. Da spiegelt sich Held Jett in metallischen Oberflächen, wirft das Wasser glänzende Wellen und das Hitzeflimmern von Jetts Jetpack schmeichelt den Augen. Sogar die Musik ist auf hohem Niveau mit einigen Ohrwürmern. Aber dass Aussehen nicht alles ist, wissen gestandene Zocker schon lange. Überzeugt Jett Rocket auch mit inneren Werten?

Lasst euch vom Namen nicht täuschen. Jett Rocket ist längst nicht so rasant wie gedacht, sondern eher ein Mario Galaxy-Light und das in jeder Hinsicht. Wie Nintendos Klempner erlebt Jet eine eher lahme Geschichte. Die wird binnen weniger Sekunden abgehandelt: Bösewichter klauen Energie eines Planeten, Held Jett soll es wieder richten. Dazu hüpft und springt der Öko-Polizist durch verschiedene Klimazonen (etwa Inselatoll oder Nordpol). Euch erwartet solide Jump’n’Run-Kost (springen, Feinde rammen, Schalter umlegen usw.) mit einigen netten Ideen, wie einer Jetski-Einlage, kurzen Sequenzen mit Paragliding oder Jetts Jetpack, das euch auf höhere Plattformen bringt. Leider dümpelt Jets Abenteuer etwas dahin, wirkliche Aha-Erlebnisse werdet ihr vergebens suchen. Zudem ist Jett Rocket zu leicht geraten. Besonders den ersten Abschnitt am Inselatoll könnt ihr beinahe mit verbundenen Augen spielen. Später sorgen eher die sporadischen Programmierschwächen für Bildschirmtode. Nach vier nicht wirklich fordernden Stunden ist Jett Rocket dann auch schon vorbei.

Ist Jett Rocket trotzdem sein Geld (zehn Euro) wert? Für Einsteiger auf alle Fälle, denn die bekommen das wahrscheinlich beste Wiiware-Jump’n’Run am Markt und damit einige Stunden sehr gute Unterhaltung (zudem made in Germany!). Fortgeschrittene stören der zu einfache Schwierigkeitsgrad und der etwas biedere Spielfluss. Bei der Grafik und der eingängigen Musik wurde geklotzt, bei der Chancenverwertung aber zu sehr gekleckert. Sollte es ein Sequel geben, wünschen wir uns neben mehr Anspruch auch mehr und vor allem rasantere Einlagen mit Jetts Fortbewegungsmitteln.

Jett Rocket

Preis:

ca. 10 Euro (1000 Punkte)

Spieler:

einer

HD optimiert:

nein

Speicherplatz:

311 Blöcke

Entwickler:

Shin'en Multimedia

Hersteller:

Nintendo

USK:

ab 6 Jahren

Wertung:

* * * *


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