Journey - Interview - »Kampfspiele sind nicht relevant«

Der Gründer von thatgamecompany äußert sich über Multiplayermodi, lobt Team ICO und schimpft über klassische Kamerasteuerung.

von Daniel Feith,
12.01.2011 11:31 Uhr

Jenova ChenJenova Chen

Der Gründer des Entwicklerstudios thatgamecompany, Jenova Chen, hat in einem Interview mit Playstation.Blog einiges über sein neues Projekt Journey und dessen Designmaßstäbe verraten.

Über Multiplayer:
»Wir machen Spiele für PlayStation 3-Besitzer, aber auch für deren Verwandte oder Kinder. Ich glaube nicht, dass deine Oma weiß was eine Multiplayer-Lobby ist oder deine Kinder, was Latenz bedeutet. Also haben wir das Lobby-Konzept über Bord geworfen. Dies hatte folgende Konsequenzen. Erstens: Spieler müssen sich jederzeit ein- und ausloggen können, nicht nur am Anfang des Spiels und zweitens: Die Spieler müssen das Spiel auch alleine beenden können, wenn sie keine Mitspieler finden. (...) Wir wollten Multiplayer nicht neu definieren, eher eine intuitivere Erfahrung kreieren. Wenn deine Oma dich fragt: »Was ist Journey?« würde ich ihr sagen, Journey ist wie Wandern. Man wandert auf einen Berg und vielleicht trifft man andere Leute und wenn du sie magst, wanderst du ein Stück mit ihnen.«

JourneyJourney

Warum in Journey die Kamera mit dem Sixaxis gesteuert wird:
»Ich habe einige Nicht-Hardcore-Spieler Shooter spielen sehen und sie konnten nicht einmal zielen. Das Zwei-Stick-Kamerasystem braucht eine Menge Training. (...) Also wollte ich eine intuitivere Kamerasteuerung. Das andere Problem mit einer per Stick steuerbaren Kamera ist, dass Spieler diese gerne oft und schnell anpassen. Wenn ich dabei zuschaue, wird mir schwindelig. Und ich will, dass Leute anderen beim Journey-Spielen zusehen können.«

Über Shooter und kampforientierte Spiele:
»Ich mag Kampfspiele. Sie machen Spaß. Aber je älter ich werde, desto mehr frage ich mich: Wo ist der Sinn eine weitere ellenlange Kombo zu schaffen? Was bringt einem das im Leben? Überhaupt nichts. Menschen spielen Schach weil strategische Denke nützlich ist. Gehirntrainings-Spiele, Fitness-Spiele...die haben eine gewisse Relevanz. Die Leute wollen ihre Zeit nicht verschwenden, also wollen sie etwas relevantes, ob nun emotional, intellektuell oder sozial gesehen. (...) Quantic Dream oder Team ICO zum Beispiel - alles was sie machen ist emotional sehr tiefgründig und vielschichtig. (...) Ich bin nicht gegen Shooter oder Prügelspiele - die muss es schon auch geben, aber gut müssen sie sein.«

Journey, das neue thatgamecompany-Spiel, erscheint 2011 exklusiv im PlayStation Network.

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