Kanzlerin gegen Raubkopierer - Merkel will Urheber unterstützen

Die Bundeskanzlerin will den Künstlern in Zukunft stärker zu ihrem Recht verhelfen und verurteilt Raubkopierer

von Michael Söldner,
28.04.2008 11:13 Uhr

In ihrer aktuellen Videobotschaft spricht sich Kanzlerin Merkel für einen stärkeren Schutz des geistigen Eigentums aus. Der Kampf gegen illegale Raubkopien solle Künstlern oder Entwicklern zu ihren Rechten verhelfen. Parallel dazu rief Merkel die Gesellschaft zu einer Debatte über Urheberrechtsverletzungen auf: „Raubkopien sind kein Kavaliersdelikt“, erklärte Merkel am Welttag des geistigen Eigentums. Vor wenigen Tagen riefen die Kanzlerin rund 200 prominente Künstler in einem offenen Brief zu mehr Schutz für geistiges Eigentum auf. Das Internet würde es millionenfach ermöglichen, Musiktitel, Filme oder Hörbücher illegal herunter zu laden. Im vergangenen Jahr seien allein in Deutschland mehr als 300 Millionen Musikstücke ohne finanzielle Vergütung aus dem Internet geladen worden. Der legale Musikmarkt per WWW hätte nur knapp ein Zehntel dieses Umfangs erreicht. Der Aufruf der Künstler fiel daher sehr konkret aus: „Nehmen Sie sich dieses Themas an und machen es zur Chefsache“.

Das Thema der illegalen Downloads sei nach Angaben Merkels bereits ein wichtiger Punkt bei den G8-Beratungen der sieben führenden Industrienationen und Russlands gewesen. Auch in diesem Jahr solle diese Problematik wieder angesprochen werden, denn die Internetpiraterie sei ein globales Problem und könne allein mit hierzulande geltenden Regeln nicht aufgehalten werden. Die Novelle des Urheberrechts hätte jedoch deutlich gemacht, was im privaten Rahmen erlaubt und was hingegen untersagt sei.

Die Künstler hätten die Kanzlerin jedoch darauf aufmerksam gemacht, dass diese Regelungen noch nicht ausreichend seien: „Denn es geht gerade um junge Künstlerinnen und Künstler, die noch kein finanzielles Polster haben, um sich mit Raubkopien auseinandersetzen zu können“.


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