Killerspiel-Debatte - SPD lehnt Verbot ab

Die SPD setzt auf eine Stärkung der Medienkompetenz von Kindern.

von Denise Bergert,
20.03.2007 08:13 Uhr

Der Vorsitzende der Medienkommission der SPD-Bundespartei, Marc Jan Eumann, sagte in Hannover, es müsse einen «einheitlichen gesetzlichen Auftrag» in den Ländern geben für Medienkompetenz-Projekte in Kindergärten und Schulen. Bislang sei dies nicht klar genug geregelt. «Es darf nicht bei Sonntagsreden bleiben», sagte Eumann. Ein Verbot von «Killerspielen», das unter anderem die Innenminister von Niedersachsen und Bayern, Uwe Schünemann (CDU) und Günther Beckstein (CSU) fordern, hält er dagegen nicht für sinnvoll.

«Mit Verboten löst man in der Regel nicht die Ursache», sagte Eumann. Der in Deutschland bestehende rechtliche Rahmen reiche aus. Computerspiele dürften nicht verharmlost, aber auch nicht verteufelt und in eine «Schmuddel-Ecke» gestellt werden. Nachzudenken sei aber darüber, ob die Alterskennzeichnung von Computerspielen rigider gehandhabt werden solle.

Niedersachsens Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU) hatte sich für einen strengeren Jugendmedienschutz ausgesprochen, damit Gewalt verherrlichende Computerspiele nicht mehr in die Hände Minderjähriger kommen. Gemeinsam mit der Landesstelle für Jugendschutz fördert das Ministerium zudem die Ausbildung von pädagogischen Fachkräften zu so genannten Eltern-Medien-Trainern. Diese sollen dann Kurse für Eltern zu Fragen der Medienkompetenz anbieten. (dpa)


Kommentare(9)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.