"Killerspiele" - Experten betrachten Verbot als sinnlos

Laut der Landesarbeitsgemeinschaft Multimedia Brandenburg sei das Jugendschutzgesetz ausreichend.

von Denise Bergert,
11.05.2007 08:42 Uhr

Im Internet-Zeitalter sind Verbote von so genannten Killerspielen nach Ansicht der Landesarbeitsgemeinschaft Multimedia Brandenburg sinnlos. «Um die Jugend auf die Gefahren von Computerspielen aufmerksam zu machen, brauchen wir vielmehr eine bessere Ausstattung von Jugendclubs mit moderner Technik sowie ausreichend Personal, um den Jugendlichen an Computern, Handys oder Spielekonsolen Alternativen zu präsentieren», forderte Vorsitzender Andreas Klisch gestern in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Auch sollten Politiker - statt sich über populistische Forderungen profilieren zu wollen - besser selbst einmal Computerspiele ausprobieren. «Nur so können sie einen Eindruck gewinnen, wie die Jugendlichen ticken», meinte Klisch. Nach seiner Einschätzung besteht - anders als es mancher Experte sehe - kein unmittelbarer Zusammenhang zwischen so genannten gewaltverherrlichenden Computerspielen und aktiv ausgeübter Gewalt. Heute befassen sich Experten bei einem Fachtag an der Fachhochschule Potsdam mit Mediennutzung, Computerspielen und Jugendschutz.

«Es muss Schluss sein mit der pauschalisierenden Verteufelung», meinte Klisch. Schließlich hätten Computerspiele auch durchaus Positives für die Entwicklung der Persönlichkeit. Mehr medienpädagogisch geschultes Personal in den Jugendeinrichtungen könnte eben diese positiven Effekte, wie Projektmanagement, strategisches Denken und Handeln, aber auch Personalführung fördern. «So ist der so genannte E-Sport, bei dem Teams in unterschiedlichen Disziplinen zusammen per Computer gegeneinander antreten, immer stärker im Kommen», sagte Klisch. «Und da wird Teamgeist extrem gefördert.»

Zugleich betonte er, dass nach seiner Ansicht das Jugendschutzgesetz in Deutschland - auch im Zusammenhang mit Computerspielen - ausreichend und gut ist. «Wir müssen es nur schaffen, damit auch den Jugendlichen gerecht zu werden.» Dabei sei es der falsche Weg, ihnen konkrete Handreichungen auf den Weg mitzugeben. «Die wollen Action und Highscores haben.» Man könnte aber sehr wohl lenkend eingreifen. Eines macht Klisch derweil mehrfach deutlich: «Patentrezepte gibt es nicht». (dpa)


Kommentare(0)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.