"Killerspiele" - Psychotherapeuten fordern Verbot

GwG heizt Debatte wieder an.

von Denise Bergert,
30.11.2007 14:57 Uhr

Kaum ist es um das von Politikern geforderte Verbot von so genannten "Killerspielen" still geworden, wird die Debatte wieder angeheizt. Dieses Mal sind es nicht etwa besorgte Eltern sondern die Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächstherapie (GwG), ein Berufsverband von Psychotherapeuten. In einer aktuellen Pressemitteilung will der Verband Eltern dazu aufrufen, ihren Kindern zu Weihnachten keine Killerspiele zu schenken. Jegliche wissenschaftliche Aspekte werden dabei außer Acht gelassen. Die GwG beruft sich lediglich auf ihre Erfahrungen aus der Gesprächstherapie mit Kindern und Jugendlichen.

"Killerspiele sind wie Landminen für die Seele", sagt Elke Ostbomk-Fischer, Hochschuldozentin und GwG-Mitglied. "Die Medienverwahrlosung junger Menschen hat in den vergangenen Jahren ein derart erschreckendes Ausmaß erreicht, dass die politisch Verantwortlichen umgehend handeln müssen, bevor eine ganze Generation von Kindern und Jugendlichen vom Strudel der Gewalt mitgezogen wird." Mit dieser Meinung ist Frau Ostbomk-Fischer nach eigenen Aussagen "im Einklang mit führenden Kriminologen und medienkritischen Wissenschaftlern".

Besonders zur Weihnachtszeit sollen Eltern laut der GwG besonders auf der Hut sein, wenn sich der Sohnemann ein "Killerspiel" wünscht. Karl-Otto Hentze, Psychotherapeut und Bundesgeschäftsführer der GwG, unterstellt Wissenschaftlern, die diese Art von Spiele als unbedenklich einstufen sogar, von der Spieleindustrie geschmiert zu werden: "Internetversierte Kinder überreden ihre Eltern dann häufig mit Argumenten, die im Internet von Wissenschaftlern verbreitet werden, die der Computerindustrie nahe stehen." Obendrein gibts für die lieben Eltern noch eine Beurteilungsliste, um gefährliche Killerspiele zu erkennen.


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