Seite 2: Kingdom Come: Deliverance - 5 Dinge, die es von anderen Rollenspielen unterscheidet

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3. Es macht keine Kompromisse bei Entscheidungen

Nach dem Prolog verliert Hauptfigur Henry seine Heimat und seine Eltern. Er beginnt ein neues Leben in der Stadt Rattay - und von dort an questen wir uns bis ins Finale der Kampagne. Zu Beginn fallen viele Aufgaben recht banal aus. Man patrouilliert in der Stadt, löst Streits zwischen Einwohnern oder eskortiert einen Adelssohn. Davon sollte man sich aber nicht täuschen lassen.

Die Quests könnten eine der größten Stärken des Spiels werden, denn die Entwickler bemühen sich sichtlich, auf alle möglichen Aktionen der Spieler zu reagieren. Beispielsweise schleusen wir uns in einer Quest undercover in ein Kloster ein, um einen Verbrecher um die Ecke zu bringen. Allerdings wissen wir nicht, wie der aussieht.

Man muss als vermeintlicher Benediktiner-Novize tatsächlich den strikten Tagesablauf der Mönche nachspielen, also um 4 Uhr morgens aufstehen, singen gehen, schweigsam essen, beten, arbeiten. Und in der wenigen Freizeit möglichst viel über den getarnten Gangster herausfinden. Diese Quest allein dauert mehrere Stunden und hat zig mögliche Pfade.

Im Kloster muss Henry sehr genau aufpassen, was er zu wem sagt. Und dass er nicht aus der Reihe tanzt. Im Kloster muss Henry sehr genau aufpassen, was er zu wem sagt. Und dass er nicht aus der Reihe tanzt.

Beispielsweise kann man der falschen Person vertrauen und wird schon am ersten Abend vergiftet. Henry stirbt glücklicherweise nicht und kann sich sogar bereiterklären, gemeinsam mit dem Gangster aus dem Kloster zu fliehen. Lügen wir den Auftraggeber halt an, während der Verbrecher flieht. Oder Henry sticht ihn einfach nach der gemeinsamen Flucht trotzdem ab.

Wir können auch aus dem Kloster geworfen werden und scheitern - doch selbst dann gibt's immer noch die Möglichkeit, mit dem gezogenen Schwert ins Dormitorium zu rennen und den Kerl abzustechen. Man muss nur wieder lebend herauskommen.

Sehr viele Quests sollen auf diesem Level an Komplexität rangieren. Und bei einigen, die wir selbst gespielt haben, stimmte das auch. Mehr dazu (wie bereits oben erwähnt) in der Gamestar-Titelstory.

4. Die Open World ist kein Aktivitäten-Freizeitpark

Die Spielwelt von Kingdom Come gleicht in seiner Größe etwa dem Hauptgebiet von The Witcher 3. Natürlich gibt's im böhmischen Kernland keine Wüsten und Schneelandschaften, aber dafür bietet das Spiel eine glaubhafte historische Rekonstruktion einer längst vergessenen Ära. Weil da sicherlich viele an Assassin's Creed denken, wollen wir einen Unterschied deutlich machen: Kingdom Come ist kein Freizeitpark.

Das Städtchen Rattay wurde historisch korrekt nachgebaut. Deshalb gibt es auch alle offiziellen Gebäude wie Rathaus, Kirche und Co. Selbst die Glocke kann man läuten. Das Städtchen Rattay wurde historisch korrekt nachgebaut. Deshalb gibt es auch alle offiziellen Gebäude wie Rathaus, Kirche und Co. Selbst die Glocke kann man läuten.

Es gibt nicht hinter jeder Ecke Aussichtstürme, Schatztruhen, Räuberlager und andere Attraktionen. Stattdessen lehnt sich das Spiel mehr an Red Dead Redemption an und wagt auch mal weite Ritte durch Landschaften, in denen wenig passiert.

Das soll aber nicht heißen, dass es keine Hotspots gibt. Knapp 1.000 Sehenswürdigkeiten finden sich auf der Weltkarte, darunter spezielle Jagdgründe, Ruinen, Dörfer, Burgen und so weiter. Generell gilt bei Deliverance die Design-Devise: Lieber wenige Schauplätze mit spannenderen Inhalten füllen, als einer Open-World-Formel zu folgen.

5. Die Geschichte startet im Genre-Vergleich sehr langsam

Kingdom Come will mit Atmosphäre und Story punkten. Bei ersterer gelingt das auch schon richtig gut, die erzählte Geschichte startet aber recht langsam. Zwar gibt sich das Spiel alle Mühe, uns in die Rolle von Schmiedesohn Henry zu versetzen - aber eine wirkungsvoll transportierte Geschichte wird nicht automatisch eine gute.

Letztlich handelt es sich (zumindest in den ersten 8 Stunden) um eine simple Heldenreise der Marke Luke Skywalker: Jüngling aus einfachen Verhältnissen verliert seine Familie durch einen grausamen Feind und arbeitet sich zum mutigen Krieger hoch, um Rache zu üben. 1.000 mal gesehen, auch in vielen Rollenspielen.

Die Schurken sind zumindest zu Beginn recht typische Eroberer-Fieslinge. Die Schurken sind zumindest zu Beginn recht typische Eroberer-Fieslinge.

Laut Lead Designer Daniel Vavra soll dieser routinierte Start eine gute Grundlage schaffen, damit man Henry in möglichst viele Richtungen entwickeln kann. Mag stimmen, macht die Geschichte aber erstmal nicht interessanter. Wer extravagante Rollenspielgeschichten will, ist mit Titeln wie Torment besser aufgehoben. Und ein The Witcher 3 transportiert uns konsequenter von einem Story-Höhepunkt zum nächsten.

Aber da wollen wir wiederum nicht zu früh urteilen: Kingdom Come bietet eine 50- bis 60-stündige Kampagne, die wir bestenfalls angekratzt haben. Außerdem sorgt die tolle Atmosphäre dafür, dass wir uns auch jetzt schon in der Mittelalterwelt verlieren wollen, Stunde um Stunde. Vielleicht entwickelt sich die Geschichte noch in interessantere Richtungen, das sehen wir dann pünktlich zum Release.

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