Kino-Rezension: Fluch der Karibik 2 - Die Black Pearl segelt wieder.

Wir haben uns den Film angesehen und verraten euch, ob Captain Jack auch in der Fortsetzung top ist, oder auf den Grund des Meeres gehört.

von Kai Schmidt,
20.07.2006 13:19 Uhr

Vor 13 Jahren schloss Captain Jack Sparrow einen Pakt mit Davy Jones, dem dämonischen Herrn des Meeres. Im Tausch gegen seine Seele bekam Jack das Schiff »Black Pearl« übergeben. Nun will der Piratenkönig den Handel abschließen und Jack in seine Horde mutierter Seemänner aufnehmen. Jack sieht nur eine Möglichkeit, heil aus der Sache heraus zu kommen: Er muss Davy Jones' versteckte Kiste an sich bringen, in der das Herz des Piraten verwahrt wird. Doch nicht nur Jack ist hinter der Truhe her, sondern auch die East Indian Trading Company. Wer die Kiste besitzt, hat nämlich die volle Kontrolle über das Meer und seine Kreaturen. Die Trading Company erpresst Will Turner, um ihn dazu zu bringen, Jack Sparrows scheinbar defekten Kompass zu stehlen. Der kleine Wegweiser zeigt nämlich immer in die Richtung dessen, was sich der Besitzer am sehnlichsten wünscht. Somit wäre es ein Leichtes, die Truhe zu finden.

Fluch der Karibik 2 hat zwei ganz große Probleme: Er ist etwa eine halbe Stunde zu lang und hat außerdem kein Ende. Die Länge von 154 Minuten macht sich in viel Leerlauf bemerkbar, der die Mitte des Films dominiert. Da hätte man ruhig etwas straffen können. Außerdem hört der Film einfach auf, ohne auch nur eine halbe Auflösung der Geschichte um Davy Jones und Jack Sparrows Handel mit ihm zu bieten. Das Ende kommt etwa so plötzlich wie in Matrix Reloaded. Andere Filme mit offenem Ende, wie etwa Das Imperium schlägt zurück oder die Herr der Ringe-Verfilmungen konnten als Film für sich stehen, da einige Nebenhandlungen abgeschlossen wurden und das Filmerlebnis trotz fehlendem Hauptende »rund« machten. Das ist bei Fluch der Karibik 2 nicht der Fall, da kurz vor Schluss die Handlung noch einmal richtig in Fahrt kommt. Wenn man im Kino sitzt, trifft es einen deshalb sehr abrupt und hart, wenn plötzlich der Abspann über die Leinwand rollt. Natürlich hätte man das angesichts der Tatsache, dass Teil 2 und 3 gleichzeitig abgedreht wurden, irgendwie erwarten können, aber zumindest eine teilweise Auflösung der Geschichte hätte drin sein müssen.

Die Effekte gehören allerdings ganz klar zum Besten, was in letzter Zeit auf der Leinwand zu sehen war! Es ist einfach unglaublich, wie die Trickser von ILM den Fischwesen aus Davy Jones' Crew Leben eingehaucht haben. Auch Davy selbst ist ein Meisterwerk der Effektkunst. Der fischköpfige Charakter bekommt durch sein Verhalten eine eigene Persönlichkeit und wirkt nicht kalt und gefühllos wie die meisten am Computer erschaffenen Filmkreaturen. Ganz, ganz dickes Lob an die Skywalker Ranch! Auch die Angriffe des von Jones kontrollierten Riesenkraken sind effektmäßig ganz weit vorne. Die Actionszenen machen sich zur Mitte des Films zwar etwas rar, aber wenn mal etwas passiert, dann gründlich. Ob die turbulente Flucht vor einem Kannibalenstamm, bei der besonders Johnny Depp die Lacher auf seiner Seite hat, oder das Degenduell auf einem frei herumrollenden Mühlrad, das man bereits aus dem Trailer kennt: Alles wunderbar choreographiert und wirksam in Szene gesetzt.

Die Darsteller sind allesamt mit Freude bei der Sache, lediglich Keira Knightley bleibt etwas blass in ihrer Rolle. Besonders Johnny Depp hatte bei den Dreharbeiten offensichtlich einen riesigen Spaß und zeigt sich in bester Spiellaune. Der Mann scheint für die Rolle des Piratenkapitäns geboren worden zu sein. Vielleicht klappt's ja diesmal sogar mit dem Oscar.


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