Kino-Rezension: Silent Hill - Was taugt die Verfilmung des Horrorspiels?

Wir verraten euch, ob der Film seiner atmosphärischen Spielvorlage gerecht wird, oder ob es sich nur um eine weitere hingeschluderte Adaption handelt.

von Kai Schmidt,
26.04.2006 11:01 Uhr

Der Pyramid Head kennt keine Gnade!Der Pyramid Head kennt keine Gnade!

Die meisten amerikanischen Kritiken zu Christophe Gans' (Crying Freeman, Pakt der Wölfe) Verfilmung des Konami-Spiels Silent Hill sind sich einig darin, dass der Film viel zu konfus und verwirrend geraten ist. Etwas Wahres ist an diesem Vorwurf durchaus dran: Einen erkennbaren roten Faden gibt es nämlich zunächst nicht, wenn Heldin Rose (Radha Mitchell) sich auf der Suche nach ihrer Adoptivtochter Sharon durch das neblige Städtchen Silent Hill kämpft.

In Silent Hill sieht sich Rose mit Monstern konfrontiert.In Silent Hill sieht sich Rose mit Monstern konfrontiert.

Unterstützt wird sie dabei von Polizistin Cybil (Laurie Holden). Beinahe ziellos irren die beiden durch die Stadt und müssen sich unterwegs immer wieder vor blutrünstigen Dämonen in Sicherheit bringen, die stets dann erscheinen, wenn eine mysteriöse Sirene ertönt. Vor allem der mit einer riesigen Klinge bewaffnete »Pyramid Head«, der seinen Opfern bei Bedarf die Haut vom Körper rupft, als wäre sie eine Bananenschale, macht den beiden das Leben schwer. Nach und nach kommt Rose allerdings hinter das Geheimnis der Stadt und des Hexenkults, der den Ort ins Verderben stürzte.

In der Leiche findet sich ein Hinweis auf Sharon.In der Leiche findet sich ein Hinweis auf Sharon.

Der Film schafft es, die beunruhigende Atmosphäre der Vorlage durch atemberaubende Bilder und Kameraperspektiven, die direkt aus den Spielen stammen könnten, originalgetreu auf die Leinwand zu verfrachten. Sogar die Handlungen der Figuren erinnern etwas an die Spiele, wenn beispielsweise Rose im Mund einer furchtbar zugerichteten Leiche einen Hinweis auf ein Hotel findet, und dort auf die nächste Spur ihrer Tochter stößt.

Wer einen bluttriefenden Horrorfilm mit Zombies, abgetrennten Körperteilen und viel Gekröse erwartet, wird enttäuscht: Bis auf ein paar wenige Gore-Einlagen und das relativ splattrige Finale mit zerrissenen CGI-Körpern stützt sich der Film eher auf seine ungeheuer dichte Atmosphäre. Der Durchschnitts-Zuschauer mag zwar verwundert den Kopf schütteln, wenn der Abspann über die Leinwand flimmert, doch wer sich bereits mit mindestens einem Teil der Spiele-Reihe befasst hat, wird ein glückliches Lächeln nicht unterdrücken können.


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